26 Südamerika - Chile

Wüste, Vulkane und Geysir

Himmelwärts zum Höllenschlund

 



Im 3 Ländereck

Reiseroute:
Argentinien: Salta, Humahuaca, Abra Pampa (Beginn des "Südamerica Highways Nr. 40" oder kurz Cuarenta genannt,Pass- Sico 4100m,

Chile:San Petro de Atacama, Calama, Chuquicamata, Antofagasta, Salar Atacama, Geysirfeld von el Tatio und zurück nach San Petro d.A.

Einreise nach Chile:
Visa nicht erforderlich, nur 6 Monate gültiger Reisepass

Für Moula Moula:
KFZ Versicherung notwendig für: Argentina, Chile, Bolivien, Uruguay, Paraguay, Brasilien. (Im Pack erhältlich) 1 Jahr ca. 340.- € (in Argentinien). Am günstigsten war die "Liberty Seguros, in jeder größeren Stadt zu finden.

Aufenthaltsdauer:
04.Aug. - 22.Aug 06 (Passeintrag 3 Monate)

Das Wetter:
Winterzeit, Tags bis +25 Grad, nachts bis -25 Grad

Sprache:
Amtssprache Spanisch, einige Indiosprachen

Zahlungsmittel:
Chile: Peso
Wechselkurs: Peso
1€ = 630.- bis 660.- Peso (Stand 4.8.06) 1 US$ = 530.- bis 542.- Peso


Rückseite eines 5000.- Peso Scheines = ca. 8.-€

KM Stand (bei Ausreise Argentinien) 113 665 Km
Gefahrene Km in Paraguay: 2.027 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise: 85.688 Km
Dieselpreis ca. 519.- Peso ca. 0,80.- € (Wir füllten in Argent.)
Benzinpreis ca. 586.- Peso (bis - 15 Grad keine Startprobleme)
Achtung: Der Diesel in Argentinien (ca. 0,36.- €,) verfügt nicht über Gefrierschutz. Wir hatten Versulzungs-Probleme schon bei - 5 Grad. Wir benutzten "Anticongelante", das ist ein Zusatzmittel, das man an Tankstellen oder bei Öl-Verkaufsstellen bekommt (1 Liter ca. 18 Peso in Salta), reicht angeblich für 600 Liter. Wir hatten das 3-Fache zugegeben und bekamen bei -18 Grad Nachttemperatur das Fahrzeug erst gegen 10 Uhr morgens zum Starten.

In Chile (ca. 0,80.- €)ist der Diesel etwas besser, reicht aber auch nur bis max. - 5 Grad

In Bolivien (ca. 0, 40.- € ) und wir hatten bis - 17 Grad keinerlei Problem) Chile,ein Naturwunder ohne Beispiel, der Landstreifen zwischen dem Pazifik und der Andenkette ist max. 380 Km breit aber dafür über 4300 Km lang. 39 Breitengrade liegen zwischen Arica im Norden und dem sturmgepeitschten Cap Hoorn im Süden. Wir besuchten einen kleinen Teil im Norden, eine der trockensten Gebiete der Welt, die Atacama. Sie zählt mit der afrikanischen Namib zu den ältesten Wüsten der Welt. In dieser Region hat es seit Jahrhunderten nicht mehr geregnet, die Feuchtigkeit des Pazifischen Ozeans kondensiert über dem kalten Humboldstrom und regnet sich über dem Pazifik ab. Schwarze Kiesflächen, Vulkane, Geysirfelder und Salzseen, sind in dieser geradezu erschreckender Einsamkeit von faszinierender und vielfältiger Schönheit.

Sa.22.07.06 - Di.25.07.06


Abreise von Salta, in eine faszinierende Farbenwelt

Wir verabschiedeten uns von unseren Freunde und die Reise ging weiter Nordwärts durch Jujuy und dann über den Wendekreis des Steinbocks nach Iruja. (sprich: Iruscha)


Den besten Blick über Salta erhält man vom Hausberg Cerro San Bernardo

Wir durchfuhren eine vielfarbig leuchtende Berglandschaft, vor allem der Ort Purmamaca mit dem "Sieben-Farben Berg" hat es uns angetan.


Farbenreich ist die Felslandschaft bei Purmamarca bis Humahuaca

Buntgefärbte Berge umgeben Dörfer mit Häusern aus getünchten Luftziegeln und historische Kapellen wie in Purmamarca, Maimara, Tilcara und Humahuaca. Wenige Kilometer hinter Humahuaca beginnt die Andenhochebene Puna. (Puna = Wüstenhochebene).

Eine staubige und steinige Piste führte uns auf eine Passhöhe von fast 4000 Meter. Kurz davor eine kleine gerade Einbuchtung, genau der richtige Platz für die heutige Nacht. Wir erlebten noch einen traumhaften Sonnenuntergang über der Hochebene, dann wurde es bitter kalt. Unsere erste Übernachtung auf einer Höhe von 3.900 Meter war ungewohnt, Atemnot, und Kopfschmerzen begleiteten uns in dieser unruhigen Nacht. Am Morgen zeigte das Außenthermometer - 20 Grad. Auf dieser Höhe funktionierte unsere Dieselheizung schon lange nicht mehr, nur gut dass wir unseren 2-Flammen Gasherd haben der uns bei der Frühstückszubereitung Wärme spendete. Als wir wieder in Bewegung waren, ließen die Kopfschmerzen nach.

Moula Moula wollte nicht mehr, es war die Kälte. Mit heißem Wasser tauten wir die Dieselfilter auf, öffneten die Zuleitungen zu den Glühkerzen, starteten kurz durch und er fing an zu husten. Der schlechte und nicht "winterfeste" argentinische Diesel hat Moula Moula gewaltig auf den "Magen" geschlagen. Er quälte sich die letzten 100 Meter bis zur Passhöhe. Dann wurden wir belohnt mit einer wunderschönen Aussicht, wenn da nicht wieder die "Touristen" wären! Aus dem Tal herauf knatterte ein Quad-Bike, es war Edy und Brigitte die ebenfalls für diesen Tag Iruja besuchten.


Vier Gringos: Rita, Edy und Brigitte, der vierte fotografierte.

Auf dieses unverhoffte Treffen haben wir uns sehr gefreut und uns entschlossen, gemeinsam bis nach San Petro de Atacama (Chile) zu fahren. Ein wunderschönes Bergdorf ist Iruja,(Iruscha), das 48 km nordöstlich von Humahuaca liegt. Am Ende der Piste führen nur noch Eselspfade weiter.


Das Bergdorf Iruja am Ende einer langen staubigen Piste

 

 

Mi.26.07.06 - Mi. 02.08.06


Der Beginn eines Filmes über den 4800 km langen "Anden - Highway"
" Cuarenta", Klappe die Erste: Abra Pampa bis San Antonio

Im Norden Argentiniens, südlich des Indiodorfes Abra Pampa begann für uns eine abenteuerliche Filmreise bis zur Subantarktis. Vergleicht man diese Strecke mit europäischen Entfernungen, würde sich der nördlichste Punkt in Hamburg und der südlichste Punkt in der Sahelzone des Nigers (Afrika) befinden. Von wegen asphaltierte Autobahn, die überwiegende Strecke wird auf Schotter- und Wellblechpisten zurückgelegt. Gewaltige Andenpässe von über 5000 Meter, einsamste Wüsten und Patagoniens eisige Windlandschaft liegen vor uns.


Das Bergdorf Iruja am Ende einer langen staubigen Piste

Nach dem kleinen Straßenschild mit der legendären Nr: 40 biegen wir in Richtung San Antonio de los Cobres ab. Beginn des Anden Highways "Cuarenta". Die staubige Piste durchzog die mit gelben Ichu-Punagras bedeckte Landschaft. Südlich des Salar de Guayatayoc überquerten wir wieder den Wendekreis des Steinbocks. Gegen Nachmittag machten wir Rast, und mein Quad "Kamerafahrzeug" bekam im Salar seinen Einsatz.

Ein schöner Abend am Lagerfeuer mit Edy und Brigitte rundeten den Tag harmonisch ab. Am nächsten Morgen hatten wir wieder Probleme mit dem versulzten Dieselkraftstoff. Wir entschlossen uns nicht über den 4400 Meter hohen Pass de Jama zu fahren, sondern wir verließen am Ort Tres Morros die "40"er und fuhren wieder in eine tiefere Region nach Purmamarca, dann zurück nach Salta.

Die "Cuarenta" werden wir zu einem späteren Zeitpunkt wieder an der gleichen Stelle aufnehmen. Auf unserem bekannten Campingplatz säuberten wir den versulzten Tankinhalt, wechselten die Dieselfilter und besorgten uns mehrere Liter "Anticongelante" (Gefrierschutzmittel).

 

 

Do. 03.08.06


Einreise Chile

Gut vorbereitet traten wir die Reise über den Sico Pass nach Chile an. Nachdem wir in San Antonio unsere Ausreisestempel erhielten, stieg die Piste in einer grandiosen Landschaft sanft aber stetig hinauf zum Sico Pass. Dann ein Abzweig zum "Viadukt" des Tren a las Nubes. Er verkehrt schon lange nicht mehr. Dieser Fracht- und spätere Touristenzug "in die Wolken" war ein Highlite nicht nur in der Region Salta sondern von Argentinien.

27 Jahre schufteten 1500 Mann, bis 1948 der erste Zug auf dem Socompa Pass stand. Investoren aus Amerika und Chile, wollen ihn wieder als Touristenattraktion zum "Leben "erwecken". Eine kostenintensive Restaurierung des grandiosen, aber maroden Streckennetzes hält viele davon ab.


Das Polvorilla Viadukt: 65 m hoch 225 m lang: Eine atemberaubende Streckenführung
des eingestellten Tren a las Nubes, "der Zug in die Wolken".

Vor der Passhöhe in einer Wellblechhütte die S.A.G. , eine Zoll - und Lebensmittelkontrolle bei S: 23. 49. 536 /W: 067. 26. 498, Höhe 4.354 Meter. Keine Immigration. Die Beamten waren sehr freundlich und fragten uns nur ob wir Obst, Fleisch, oder Milchprodukte an Bord hätten. Auf meine Verneinung hin konnten wir ohne Sichtkontrolle nach Chile einreisen. des eingestellten Tren a las Nubes, "der Zug in die Wolken".


Nur ein Hinweisschild auf der Passhöhe Sico: Wir sind in Chile

Unsere Einreisestempel für einen Aufenthalt von 90 Tagen erhielten wir dann in San Petro de Atacama.

Ca. 60 Km nach der Passhöhe führte ein schmaler Weg zu den wunderschön gelegenen Salzlagunen Miscanti und Minique, wo wir unbeschwert in einer Höhe von 4180 Meter übernachteten. Auch Simba fühlte sich sehr wohl.


Laguna Miscanti mit Salzausblühungen am Ufer

 

Fr. 04.08.06 - So. 06.08.06


San Petro de Atacama (Chile) Mitten in einer wüstenhaften Landschaft, der Atacama, liegt die Oase San Petro de Atacama. Am Ortseingang war erst einmal Stopp. Die Einreiseformalitäten wurden erledigt. Dazu tippte ein uniformierter mit einer museumsreifen Schreibmaschine alle Daten auf ein Platt Papier. Danach überreichte er seinem Gegenüber dieses "Dokument" um es erneut in dem Computer aufzunehmen. Alles lief zwar recht langsam und umständlich, aber dafür sehr korrekt und überaus freundlich ab.

Draußen standen Lkws, dessen Reifen, total sinnlos, nur von außen mit Desinfektionsmittel besprüht wurden. Chile, das vom Pazifik und von der Andenbarriere total abgeschirmt ist, möchte durch diese "gründlichen" Kontrollen verhindern, dass über Lebensmittel Krankheiten eingeschleppt werden.

Dann kam das "Veterenario". Simba war an der Reihe und wir hatten die verlangte amtstierärztliche Bescheinigung, die wir in Argentinien hätten ausstellen lassen müssen natürlich nicht dabei, wir wussten es ja nicht.

Ein gegenseitiges Abkommen zwischen Chile und Argentinien verlangt, dass beim Einführen von Tieren eine höchstens 7 Tage alte Bescheinigung eines Amtsarztes vorgelegt werden muss. Wieder zurück nach Argentinien? Nein. Dank Edy und Brigitte, die mit ihrem Hund Amigo ebenfalls keine Papiere dabei hatten, haben mit viel Geduld und Schweiz- /Österreichischem Charme die Einreise vor uns erhalten und uns im Voraus angekündigt. Wir kamen etwa 2 Stunden später an und nach einer Belehrung, dass dies eine Ausnahme sei, öffnete sich der Schlagbaum auch für uns. Edy und Brigitte erwarteten uns auch schon auf dem zentralen Busstellplatz am Rande des Ortes. "Gracias Amigos"!

San Petro de Atacama, ein kleiner stiller Ort, zählt etwa 1200 Einwohner. Gäbe es die Touristen nicht, läge er vergessen und verloren in der Einsamkeit der weiten Salzwüste. Der Heilige Vulkan - Hausberg Licancabur steht wie ein stummer Wächter über dem Städtchen. Hier verliert man schnell das Gefühl für die Zeit.

An manchen Tagen bleiben die Touristen aus, dann versinkt der Ort oft schon in der Mittagszeit in einen Dämmerschlaf.

San Petro, ein idealer Ausgangspunkt für Touren in einige der außergewöhnlichsten Landschaften Südamerikas. Tagesfahrten nach Chuquicamata, der größten Kupfermine der Welt (Tageabbau). Durch die Atacamawüste, oder zum höchsten Geysirfeld der Erde "el Tatio", lassen sich bei zahlreichen Agenturen gut organisieren, oder man reist wie wir, auf eigene Faust.


Iglesia de San Petro.

Ein Anziehungspunkt ist die 250 Jahre alte spanische Kolonialkirche, sie ist den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Eine Besonderheit ist der Dachstuhl, er ist aus getrocknetem Kakteenholz, die Kirche selbst ist aus Lehm (Adobe) gebaut. Eine Uhr hat der Glockenturm nicht, hier schlägt keinem die Stunde, die Zeit bleibt stehen.

So auch für die Frau, die vor etwa 300 Jahren sitzend bestattet wurde und im Museum in San Petro anzuschauen ist.


Sitzend (Embryo Haltung)
wurden die Toten begraben

Das trockene Klima hat den Körper gut erhalten. In den meisten Gräbern der Toten fand man schwarz gebrannte Keramikgefäße mit Nahrung, gefüllt für die Reise ins Jenseits. Zeit ist die Ewigkeit.

 

 

Mo. 07.08.06 - So. 13.08.06


Kupfer, das rote Gold der Atacama Wir verabschiedeten uns vorerst von Edy und Brigitte und begannen eine erlebnisreiche Rundreise durch die Atacama -Wüste. In Calama konnten wir wieder unsere Vorräte in einem modernen Supermarkt ergänzen und besuchten anschließend die 15 km nördlich gelegene Stadt Chuquicamata. Sie ist bekannt durch den größten Kupfer-Tagebau der Welt und mit dem größten je von Menschen angelegten Erdloches. (4.300m Lg. 3000m br. und zur Zeit 900 m tief.
Das größte, je von Menschenhand geschaffene Erdloch: 4300m lg. 3000m br.
Zur Zeit über 900m tief. (Ausgegrabenes Volumen ca. 13 Kubik-Kilometer!) Rund 11.000 Arbeiter fördern in 3 Schichten täglich ca. 180.000 Tonnen Gestein, aus denen etwa 2500 Tonnen reinstes Kupfer gewonnen werden.
Einer von 120 Muldenkipper Made in Germany: Reifendurchmesser 4 m,
Kosten von einem Reifensatz (6 Stück) ca. 100.000.- US Dollar.
Gesamtes Fahrzeug: ca. 3 Mill. Ladevolumen 380 Tonnen. Seit 1912 ist die Kupferproduktion der größte Umweltverschmutzer einer ganzen Region. Chuquicamata gleicht heute schon einer Geisterstadt. Ganze Häuserreihen sind verschlossen und Notariell versiegelt.

Wir trafen nur noch wenige Menschen an, so zum Beispiel den Englischlehrer der geschlossenen Schule. Er erzählte uns den Grund, weshalb eine ganze Stadt evakuiert und nach Calama umgesiedelt wird.

Es sind viele Krankheiten, die seit der Kupfergewinnung zehntausende von Menschen durch Staublunge, Asthma, und viele Krebsarten dahingerafft hat. Es waren meistens Kinder, die ihr 10. Lebensjahr nicht erreichten.


Namenlose Kindergräber auf dem Friedhof von Chuquicamata

Arsenverseuchte Abwässer wurden Jahrzehnte lang in die Wüste entsorgt und vergifteten die Landschaft.

Nach einem internationalen Umweltabkommen müssen die Einwohner den Ort bis Anfang 2007 verlassen haben. Dann wird das gesamte Stadtgebiet mit Abraum zugeschüttet. Wenn in einigen Jahren das Kupfer an der Oberfläche erschöpft ist, dann wird unter Tage weitergefördert.

 

 

Mo. 14.08.06 - Mi. 16.08.06


Zum Pazifischen Ozean Auf dem Weg zum Küstenort Tocopilla lag viel Staub in der Luft. Man roch ihn bevor man ihn sah, den Salpeter. Ein ganzer Berg wird abgetragen. Die Luft ist dick zum schneiden, verdreckt und verdammt trocken, nur weg von dieser Hochebene. In vielen Windungen führt die Strasse steil ab zur Hafenstadt Tocopilla, dort sah es nicht anders aus, Müll wohin man schaute, selbst der wunderbare Sandstrand vollkommen verdreckt, es stank zum Himmel.

Kurz nachdem wir den unbeliebten Ort nach Süden verlassen hatten erlebten wir entlang der Küstenstrasse nach Antofagasta, wunderschöne Küstenszenen. Zuerst Brandungsgepeitschte schwarze Klippen, dann feine sandige Buchten, dazwischen fanden wir einen ruhigen und abgeschiedenen Strandplatz am Pazifischen Ozean. Wir verbrachten mit langen Spaziergängen und mit traumhaften Sonnenuntergängen ein ruhiges Wochenende.

Jeden Abend kam er dann, der Küstennebel. Nicht der "Hochprozentige" aus Norddeutschland, sondern der Nebel des kalten Humboldstroms. Er erklimmt gerade noch die steile Bergkette und löst sich dahinter am nächsten Morgen in der unbarmherzigen und ansteigenden Sonnenglut der Atacamawüste in nichts auf. Als Wolkenbarrieren leisten die Anden und der kalte Humboldstrom ganze Arbeit.

In Antofogasta fanden wir eine Wäscherei in der wir unsere "Klamotten" am nächsten Tag frisch gewaschen und gebügelt abholen konnten. Die dazwischen liegende Zeit wollten wir mit einem Besuch der größten europäischen Sternwarte, ca. 120 km südlich auf dem Cerro Paranal überbrücken. Leider ist die Sternwarte nur an den letzten beiden Wochenenden eines Monates für Besucher geöffnet. Kein Hindernis, wir kommen noch einmal nach unserer Rundreise durch Bolivien und Peru.

Antofagasta liegt nun hinter uns, Kilometer um Kilometer fuhren wir ein Stück auf der "Panamericana" nordostwärts durch die Einsamkeit einer umgewühlten, erodierten Landschaft in Richtung Calama, Wüste breitet sich aus.


Hier endete sein Auftrag…..
Eine Gedenkstätte auf der "Traumstrasse Panamericana" bei Antafogasta.

In dieser trostlosen Einöde wurde bis in die 30er Jahre Salpeter gewonnen, für Dünger und Schießpulver. Erst die Erfindung und Herstellung des synthetischen Stickstoffes, durch Professor Fritz Haber in Berlin, leitete den Niedergang der Minen ein. Die Oficinas wurden zu dem, was sie heute sind: Geisterstädte in der Weite der Atacamawüste.

Wir kamen an verlassenen Orten vorbei, zum Teil verwitterte Ruinen in denen die Arbeiter der Salpeterminen mit ihren Familien wohnten.

Schriften des Abschieds an den Wänden. Eine Bahnstation ohne Dach, eine Tür knarrte im Wind. Eine Kulisse wie in High noon, Garry Cooper lässt grüssen. Einige Kilometer weiter, sahen wir in der Ferne der weiten Einsamkeit eine Unzahl von Holzkreuze.

Das Klima in der Salpeterwüste ist mörderisch heiß und in den Minen herrschten die härtesten nur vorstellbaren Arbeitsbedingungen. Die Kräftezehrende Arbeit raffte viele Mineros frühzeitig dahin.


Die Menschen haben dieses Gebiet verlassen, geblieben sind die Toten.

Der trockene Wind hat schon längst die Farben von den Grabmalen gefegt. Das Holz der Kreuze stammt aus deutschen Wäldern. Salpeterschiffe brachten es auf ihrer Rückreise aus Europa nach Chile.

Wir gingen nachdenklich über den Friedhof der tausend Kreuze, sie warfen lange Schatten in der tiefstehenden Abendsonne. Kranzringe hingen verrostet an den hölzernen Kreuzen. Im letzten Tageslicht machten wir Aufnahmen von dem verlustreichen Salpeterboom. Die meisten Kreuze trugen keine Innschriften, manche nur den Namen, oder eine Nummer, kein Datum von Geburt und Tod, kaum jemand wurde älter als 40 Jahre. Die überwiegenden Ruhestätten sind Kindergräber. Vor mir ein kleiner Sarg, der Deckel abgehoben, ich schaue hinein.


Kindersarg mit Grabbeilagen; Kekse

Die Schuhe und das Grabtuch waren nach 80 Jahren noch gut erhalten, darin die Gebeine eines Jungen, etwa 8 Jahre alt ist er geworden, die Hände mumifiziert, Oberkörper und Kopf fehlten. Kekse als Grabbeilagen. An diesem Ort beginnt jeder zu denken.

Wir fanden noch weitere geöffnete Kindergräber, leer, Grabräuber haben eine makabre Arbeit verrichtet. Wir übernachteten in der Nähe an einer Ruine und die Eindrücke an diesem Tag ließen uns noch lange wach.

Do. 17.08.06 - Fr. 18.08.06


Die Panamericana Die Panamericana durchzieht eine der trockensten Wüsten der Erde wie ein schwarzes Band Rechts und Links der Traumstrasse liegen die Oficinas, Geisterstädte aus vergangenen Tagen des Salpeterbooms. So auch das Städtchen Baquedano, einst Drehscheibe der Salpetergewinnung dämmert vor sich hin. In einem kostenlos zugänglichen "Freimuseum" stehen in einem halbrunden Bahnbetriebswerk einige verstaubte und dahinrostenden Dampfloks herum, eine Augenweide für jeden Eisenbahn Nostalgiker und Filmfreak. Hier konnte ich einige Stunden ohne Touristen und Aufpasser alleine sein.


Eine Salpeter Lok auf dem Eisernen "Friedhof" Baquedano

Durch den Salar de Atacama Eine beeindruckende Fahrt über den Salar de Atacama stand bevor. In einer ausgedehnten Senke, umgeben von Vulkankegeln über 6000 Meter, knirschten die Reifen unter bizarren Aufwerfungen von Salzschichten wie auf einer vereisten Strasse. Mitten im Salar die Laguna Chaxa. Ein Rundgang mit Schildertafeln gab uns einen Einblick in die Entstehung dieser Salzebene. Flamingos filtern mit ihrem Schnabel Kleinlebewesen aus dem seichten Salzwasser. Karotinhaltige Algen und Krebse sind für das rosa Gefieder verantwortlich.


Anden-Flamingos im Salar de Atacama

Aus den umgebenden Höhenlagen des Salar de Atacama fließt das Grundwasser von den versickerten Flüssen nach. Unter den geologischen - und klimatischen Einflüssen bildet das Salz an der Oberfläche eine Vielfalt von Strukturen.


Salz soweit das Auge reichte…..

Ein netzartiges Wabenmuster entsteht durch die Schrumpfungsrisse beim Trocknen der Salzkruste. Wenn das salzhaltige Wasser nach oben dringt und verdunstet, häuft sich das getrocknete Salz an den Rändern der Polygone an.

Wir planten eine Übernachtung am Rande des Salars ein, bevor es dann über das Valle de la Luna (Mondtal) wieder zurück nach San Petro ging.

 

Sa. 19.08.06 - Di. 22.08.06


Himmelwärts zum Höllenschlund Am schönsten bringen Minusgrade bei Sonnenaufgang die schwefelhaltigen Fumarolen im Geysirfeld El Tatio zur Geltung. Deshalb starteten wir schon um 3 Uhr Morgens, bei eisigen - 14 Grad, um frühzeitig dort zu sein. Nach 90 harten Pistenkilometer erreichten wir in der Morgendämmerung auf 4400 Meter El Tatio. Um uns eine völlig anderen Welt.
Die Szenerie war gespenstisch. Moula Moula stand unter Volldampf.


Moula Moula unter "Volldampf

In einer Höhe von 4400 Meter strömt Wasserdampf aus unzähligen Fumarolen in die klare und eiskalte Morgenluft. Wir genossen den Tag ohne jegliche Höhenprobleme.


Frühstück in "Teufels Küche" in 4400 Meter Höhe.
Das Höchste Geysirfeld der Erde; El Tatio

Es erschien uns, als ob sich die Pforten zur Unterwelt geöffnet hätten. Überall zischten und brodelten heiße Dämpfe die aus dem inneren der Erde empordrangen. Herausgeschleudert wird dabei eine Mischung aus kochendheißem Wasserdampf, kühlerem beziehungsweise kondensiertem Wasser und gelösten Mineralien, die über Jahrtausende bizarre und schöne Formen in den verschiedensten Farben gebildet haben.

Das freie herumwandern zwischen den Geysiren ist nicht ganz ungefährlich, nichts schützt vor den unvorhergesehenen Dampfausbrüchen und vor dem Fall in 85 Grad heiße Quellöffnungen, in denen wir unsere Frühstückseier kochten.

Der Boden unter unseren Füßen war heiß und brüchig. An diesen Platz kamen auch die Inkas als sie 1471 aufbrachen das Land zu erobern. Für sie war es der Sonnengott, der hier seine ganze Kraft entfaltete. Für uns ein unvergessener Ort in der Weite Südamerikas.


Eierkochen bei minus 5 Grad am heiß sprudelnden Geysir.

Mit steigender Tagestemperatur ließ der Zauber allmählich nach, die Fumarolen wurden kleiner und gegen Mittag versiegten die brodelnden Dampfauswürfe fast vollkommen.


Oben halb gefroren, unten halb gesotten.
Freddy in einem 40 Grad warmen Thermalbad, in 4500 Meter Höhe.


Oben halb gefroren, unten halb gesotten.
Pistenfahrt zurück nach San Petro de Atacama Wir fuhren zurück nach San Petro, versorgten uns mit Lebensmitteln und Wasser um die Weiterreise nach Bolivien anzutreten.

 

Mi. 23.08.06


Einreise Bolivien Bei klirrende Kälte, versulztem Dieselkraftstoff und in Atemberaubender Passhöhe von über 5000 Meter, kamen auch noch die Anzeichen der Höhenkrankheit "Soroche" hinzu. Wir übernachteten zum ersten mal in einer Höhe von 4 860 Meter, 50 Meter höher als Europas höchster Berg, der Mont Blanc, Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen ließen uns nicht einschlafen. Nasenbluten setzte bei mir ein, Gedanken an meiner inneren Kopfverletzung kamen auf, Thrombosegefahr?

Nur einer fühlte sich "pudelwohl" unser Sheriff Simba.

Minus 22 Grad, die ersten Sonnenstrahlen drangen durch unsere Fenster in die Wohnkabine und vor uns liegen Geysire, Lagunen und der größte Salzsee der Erde, der Salar de Uyuni, den wollen wir in der Gesamtlänge von 150 Km "überfahren"….doch Moula Moula lag in der "Kältestarre"…. Unser Lebenstraum Weltreise geht weiter.

Nächster Bericht: Bolivien Teil 1, eine unglaubliche landschaftliche Schönheit Alpacas, Salzseen und ein Minengeist ...

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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