25 Südamerika - Argentinien


 

In Südamerika angekommen !
Buenos dias Argentina !



Moula Moula ging von Durban mit dem Containerschiff über den Atlantischen Ozean nach Buenos Aires in Argentinien. Wir folgten mit dem Flieger über den "Großen Teich", jeder für sich allein, auch Simba

Reiseweg:
Iguazu Wasserfälle im drei Ländereck: Argentinien, Paraguay und Brasilien. Einreise nach Argentinien Kapstadt nach Buenos Aires:
Visa nicht erforderlich
Benötigt wird folgendes: 6 Monate gültiger Reisepass

Für Moula Moula:
KFZ Versicherung notwendig für:
Argentina, Chile, Bolivien, Uruguay Paraguay, Brasilien.
(Im Pack erhältlich) 1 Jahr ca. 340.- €
(Am günstigsten war die "Liberty Seguros) in jeder größeren Stadt zu finden.

Aufenthaltsdauer: 21.04.06 - ...
Das Wetter: 23.04.06 Herbstlich, bei 20°
Sprache: Amtssprache Spanisch
Zahlungsmittel: Argentinische Pesos
In Scheinen: 2/5/10/20/50/100

Wechselkurs: (Argentinische Pesos) 1€ = 3.89 ARS (Stand 21.5.06)
1 US$ = 3.03 ARS

KM Stand (bei Ausreise Afrika): 107.560 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise: 79.583 Km
Dieselpreis: 1.43 ARS ca. 0,36.- € (Moulas Budget freut's)
Benzin /Super: 1.68 / 1.89 ARS 0,43.- / 0,49.-€
1 Kg Rinderbraten (vom feinsten) 2.98 ARS 0.76.- €
1 Kg Trauben, 1 Kg Äpfel, 1 Kg Birnen, 1 Blumenkohl (groß wie ein Fussball) und 2 rote Paprika 6.50 ARS = 1,67.- €
Argentinien, das "Deutscheste" Land in Südamerika!
Argentinien, das Silberland (lat. argentum = Silber), bekam seinen Namen durch die spanische Silberflotte, die die schimmernden Barren aus Bolivien an der Mündung des Rio de la Plata (heutiges Buenos Aires) beluden. Argentinien besteht nicht nur aus Fußball und Tango, sondern wird geographisch als das Land der sechs Kontinente bezeichnet.

Tropische Wälder, verschneite Vulkankegel, Gletscher, Flüsse und Wüsten, all diese Landschaftsformen sind hier zu haben. Der Nordosten, in Mesopotamia, eine feuchte Welt der Tropen, im Nordwesten die Andenregion mit der Puna. Im Südosten die atemberaubende Andenregion von Patagonien. Im Süden das stürmische und farbenprächtige Feuerland, im Osten eine über 4000 km lange Küstenregion mit seinen artenreichen Meerestieren und die Pampa, das Herz der Gauchos, machen Argentinien zu einem faszinierenden Reiseland. Würde die Erde zum Verkauf anstehen, läge Argentinien sicherlich im Schaufenster.

Vorab eine Zusammenfassung unserer letzten "2 Monate"

Wir sind mit sehr vielen Schwierigkeiten und Problemen aus Afrika ausgereist und nun, Gott sei gedankt, in Argentinien wieder alle zusammen gut angekommen.

Diese bürokratischen Hürdenläufe waren bisher die größten Herausforderungen unserer bisherigen Weltreise. Kein Urwaldpfad, keine Malaria und auch kein technischer Defekt konnte für uns so hinderlich sein, wie die Willkür einiger "Machtgierigen, dunkelgrünen" und vor allem weiblichen Bürotrottel in Südafrika. (Sorry meine Damen…)

Rückblick: Abreise aus Südafrika.

Bevor ich meine Tagesberichte fortsetze, möchten wir uns nochmals bei Dirk und Franziska für unseren Aufenthalt von über 60 Tage auf ihrer Farm von ganzem Herzen Bedanken. Vor allem Dirk's Kontakte und Erfahrungen mit Hunden, haben es uns sehr erleichtert, im Paragraphen- Dschungel der Südafrikanischen Bürokraten mit Simba zurechtzukommen.


Simba und seine Freunde.


Dirk, Alissa und Franziska auf ihrer Terrasse. Über Alissa der Tafelberg von Cape Town.

 

Di. 28.03.06.


Neues Getriebe aus Germany
Dank MAN Stuttgart, ZF Friedrichshafen und MAN Cape Town, geht es unserem Moula Moula wieder hervorragen und er befindet sich wieder in einer ausgezeichneten technischen Verfassung mit seiner neuen "Gearbox" Made in Germany.
(Siehe ausführlicher Bericht: Afrika lässt uns nicht los).

 

 

Sa. 01. 04. 06

Verschiffung nach Buenos Aires

Nach mehreren Angeboten unter südafrikanischen Agenturen und deutschen Spediteuren (Schenker und Hamburg-Süd waren die größten Abzocker) haben wir uns für CD-Shipping, die ich mir vor unserer Abreise aus dem Internet gezogen hatte, entschieden. Zum einen, weil der Eigentümer Herr Vogel deutscher ist und zum anderen schon seit über 35 Jahren zuverlässig Umzüge von Botschaften und Diplomaten durchführt und uns auch ein faires und günstiges Angebot unterbreitete.

Sprachliche Missverständnisse im Zusammenhang mit unserer Verfrachtung konnten wir nach einem ersten Besuch auch ausschließen. Gegen Mittag begann meine lang ersehnte 1800 Km lange Reise in die Hafenstadt Durban. Nach drei Tagen erreichte ich Durban und meldete mich bei meinem Abfertigungsspediteur. Nach Erledigung der Verladepapiere hatte ich noch eine Wartezeit von drei Tagen, die ich auf Empfehlung meines Partners auf einem Campingplatz außerhalb Durban's verbringen konnte. Eine Zusammenstellung der Verschiffungs- und Frachtkosten werde ich demnächst auf unserer Web Site veröffentlichen.

Fahrzeugeinbruch

Bei einem kurzen Besuch eines bewachten Supermarktes, gleich um die Ecke meines Campingplatzes, wurde durch eine kleine Fensteröffnung an der Beifahrertüre eingebrochen, das ich erst später auf meinem Abstellplatz bemerkte.

Reisepass, Handy und meine Canon Power Shot wurden aus dem Fahrzeug gestohlen. Bei der polizeilichen Meldung wurde ich ganze drei Stunden hingehalten. Zwei "Sekretärinnen" bemühten sich kichernd und albern meine detaillierten Angaben niederzuschreiben, nach den ersten gemahlten Buchstaben endete es kläglich, sie waren der englischen Amtschrift nicht mächtig. Eine dritte "bewaffnete" Schreibkraft nahm meinen Fall an. Alles musste ich nochmals von Anfang an erläutern, obwohl sie alles beim ersten Protokoll meiner Erklärung mitbekam, überall nur Schikane. Keiner nahm sich der Sache an, keiner begab sich mit mir auf den nahe liegenden Tatort. Mit der polizeilichen Bestätigung in der Hand verließ ich frustriert das Gebäude.

 

Fr. 07. 04. 06 - ...

Heut ging es an Bord

Über den Abfertigungsspediteur GM Arcache Shipping in Durban erfolgte eine sehr professionelle und korrekte Abfertigung. Ich fuhr unseren Moula auf ein 40" Flat-Rack, eine Plattform mit vorne und hinten abschließenden Stahlwänden.

In eine blaue Plane (10m x 7 m) verpackt, ging unser gemeinsames Zuhause, mit dem Frachtschiff "Kota Gembira" der MOL Company von Mitsui O.S.K.MOL Reederei, ohne uns, auf eine 14 tägige Reise über den Atlantik.

Im Nachhinein würden wir, ohne Bedenken, die Verschiffung unseres Fahrzeuges wieder durch CD-Shipping, Herrn Vogel durchführen lassen.

Die Adresse:
CD SHIPPING INTERNATIONAL
15 BELL CRESCENT
WESTLAKE BUSINESS PARK
WESTLAKE 7945
wvogel@cdshipping.co,za
Tel. +27-21-7002680
(Das liegt im Süden von Cape Town auf der Strasse zum Kap der guten Hoffnung)

Wir waren ab nun "Back Backer".
Mein Rückflug nach Cape Town buchte Dirk über das Internet.

 

Mo. 10.04.06 - Do. 13.04.06

Spießrutenlauf wegen Einreiseverlängerung

Früh am Morgen besuchten wir die Deutsche Botschaft in Cape Town und meldeten meinen Passverlust. Wir fragten nach, wo wir eine Verlängerung unseres Aufenthaltes bekämen und erhielten die Adresse von Home Affairs.

Auf dem Passamt ( Department: Home Affairs, in Cape Town, Barrack Str.) besorgten wir uns nach "3 Stunden Wartezeit" Anträge für eine verlängerte Aufenthaltsgenehmigung. Nun bekamen wir eine Auflage, bis Mittwoch Flugtickets zu besorgen und am Donnerstag, an unserem letzten Aufenthaltstag, die Dokumente abzugeben. Für uns weiter kein Problem, aber was ist mit Simba???


Panorama-Bild über Cape Town vom Tafelberg aus

In der Zwischenzeit besuchten wir nochmals CD SHIPPING Herrn Vogel um unsere Frachtpapiere abzuholen und unsere Verschiffung zu bezahlen.

Eine Apostille (Amtliche Bestätigung der Bestätigungen ) über Simbas positiven Gesundheitszustand, beim Chief State Veterenarian Department of Agriculture im 1300 Km entfernten Pretoria, zu besorgen war voller Hindernisse.
Dieses Dokument musste folgende Dokumente beinhalten und war nur mit Hilfe von unserem Freund Dirk Kirmse zu beschaffen.


Dirk in "Aktion" mit seinem Rundhauber - Wohnmobil.

Wir benötigten:

Ein höchstens sieben Tage altes Gesundheitsatest des Depart Veterinarian, Tollwut Impfschein, eine Blutuntersuchung wegen der hier kürzlich aufgetretenen African Horse -Sickness (Pferdekrankheit). Eine Bestätigung des Veterinary Ressort, dass in den letzten 3 Jahren im 50 Km Umkreis von Simba kein Rift Valley Fieber ausgebrochen war. Eine Permit to Move Animals (Hunde Transport-Genehmigung). Eine afrikanische Export Bescheinigung. Nun fehlte nur noch eine Importbescheinigung der SENASA aus Argentinien. Um all diese, uns unbekannten Formalitäten, zu erledigen, haben wir eigentlich 14 Tage vor unserer Abreise die Tieragentur "Pets - 2 - Go International" Frau Thelma Kruger beauftragt, die Abwicklung mit Simbas Flug mit "Cargo" und seinen benötigten Dokumente zu übernehmen. Nichts wurde von Pets-2 erledigt, die wussten nicht einmal, dass sonntags Air Malaysia keine Tiere transportiert, weil am Sonntag in Buenos Aires auch Veterinäre frei haben. Sie verlangte einen Fürstlichen Lohn von fast 2000.- € . Dagegen kostete unser Flug mit Air Malaysia und einem vorzüglichem Service für jeden schlappe 680.- €).

Empfehlung für Hundetransport (auch andere Tiere)

trotz einer um etwa 20 % höheren Abwicklungs-Gebühr von Simbas Reisedokumente und Flugticket, würden wir mit unserer Erfahrung die Agentur "Animal Travel", die direkt am Flughafen ansässig sind, beauftragen. (Erfragen bei Air Malaisya im Flughafengebäude). Man sollte darauf achten, dass die Beschaffung der Tier-Dokumente bis zu drei Wochen andauern kann. (Gültige Aufenthaltsgenehmigung).

Simba als Cargo im Käfig zwischen den Koffern, fast nicht vorstellbar. Unser Gedanke galt eigentlich nur der Heizung. Es gab schon Fälle, bei denen im Frachtraum vergessen wurde die Heizung anzuschalten. Minus 35 - 40 Grad hält Simba über 9 Stunden Flugzeit nicht durch, wir hofften auf sorgfältige Beachtung der Frachtpapiere.
Heute am Donnerstag erhielten wir unsere Flugtickets, mein Flug war für den kommenden Mittwoch ausgestellt, Rita sollte dann am darauf folgenden Sonntag mit Simba nachfolgen. Auf dem Passamt konnten wir heute nichts mehr erreichen, dann kamen die Osterfeiertage.

Di. 18.04.06

Der Beamten Willkür ausgesetzt

Morgens um 9 Uhr legte ich beim Home Affairs alle Dokumente vor die ich hatte, Flugtickets, gültiges temporary residence permit, traveler Checks und ein von Dirk aufgesetztes "Bittschreiben" mit dem Innhalt: warum, wieso, weshalb…..(war total umsonst), auch ein angemessenes Bargeld musste ich vorzeigen.

Gegen 14 Uhr wurde ich dann "freundlich" in den 5. Stock bestellt und sollte wegen "Illegalem" Landaufenthalt 2000 Rand Strafe bezahlen (ca. 280.- €.) Ich erlaubte mir nachzufragen warum, wir haben uns doch schon letzte Woche angemeldet und hatten absolut keine Chance, früher mit unseren vollständigen Dokumenten vorbeizukommen und dann waren da noch die Osterfeiertage. Bezahlen oder Abschiebehaft, diese Auswahl hatte ich. Ich ging zur Bank, wechselte Euro in Rand, bezahlte und wartete geduldig auf unseren Passeintrag. Nach über einer Stunde bekam ich dann meine Antwort: Weil ich mich geweigert hätte, die Strafe sofort zu bezahlen währe zuviel Zeit vergangen und somit konnte für uns heute keine Aufenthaltsgenehmigung mehr ausgestellt werden. Aber morgen Vormittag geht doch mein Flieger……..

 

Mi. 19.04.06

Nervenspiel….

6 Uhr Morgens, noch kurz vor dem Berufsverkehr, fuhr uns Dirk erneut zum Passamt. Wir warteten auf den Einlass um 7 Uhr 45 min. Die Zeit drängte, denn in einer Stunde sollte ich für meinen Flug um 10 Uhr 45 einchecken. Das warten wurde zur Tortur. Obwohl das Personal wusste, dass in 2 Stunden mein Flieger abhebt, kümmerte sich niemand um unsere Pässe. Erst als Dirk seine Kontakte ins böse Spiel brachte funktionierte der Amtsschimmel wieder. Er kontaktierte den Chef des Ministeriums, er war ebenfalls Deutscher und innerhalb 30 Minuten bekam ich die Reisepässe.

Eine Stunde vor dem planmäßigen Abheben der Boing 747-400 nach Buenos Aires standen wir gemeinsam im Airport. Ich verabschiedete mich von Rita, die ich in 4 Tagen am Airport von Buenos Aires abholen werde und mit großem Dank von Dirk Kirmse, der uns in manchen, fast aussichtslosen Situationen, entscheidend weitergeholfen hat und uns auch noch mit Simba weiterhelfen wird. Danke lieber Dirk!

Mit einer halben Stunde Verspätung hob die Maschine mit einer merkwürdigen Qualmwolke vom Airport Cape Town, wie mir später Dirk erzähle, ab.

Notlandung in Cape Town

Nach eineinhalb Stunden Flugzeit, wir Passagiere waren gerade beim Mittagessen, nahm der Flieger eine steile 180 Grad Kurve, wir mussten über dem Atlantik umkehren. Als die erste Durchsage des Kapitäns erfolgte, handelte es sich noch um ein "Software Problem", das in Südafrika besser repariert werden konnte als in Argentinien. Bei der zweiten Durchsage handelte es sich dann um einen Triebwerksschaden, die Stimme des Kapitäns klang bedeutend bedrückender. Wegen eines Totalausfalls eines Triebwerkes wurden in Cape Town alle notwendigen Vorkehrungen für eine bevorstehende Notlandung getroffen. Manche Passagiere feierten, sangen, tranken, plauderten. Andere versuchten zu schlafen, oder in sich zu kehren. Ich filmte.

Fast 100 000 Liter !!!. Kerosin wurde über dem Atlantik an beiden Flügel Enden für diesen Notfall abgelassen, um das Flugzeug bei der Notlandung um ca. 100 Tonnen zu erleichtern, denn das Fahrgestell könnte unter dem Gesamtgewicht von über 380 Tonnen nicht Standhalten. Der Luftkorridor über Cape- Town wurde gesperrt.

Feuerwehr, Rettungsfahrzeuge, und Krankenwagen befanden sich auf dem Flugplatzgelände in höchster Alarmbereitschaft. Mit nur 3 Triebwerken setzte das fast 300 Tonnen schwere technische Wunderwerk dann mit einem enormen Knall auf die Piste auf. Alle Fenster verdunkelten sich schlagartig, denn die herunterziehbahren Rollverdunkelungen hielten dem Aufprall nicht stand. Dagegen hielt das sehr robuste Fahrgestell mit seinen 16 Spezialreifen (jeder einzelne trägt über 25 T) diese enorme Belastung aus.

Riesen Beifall für die Crew der Air Malaysia, für diese außergewöhnliche Leistung. Die über 300 Passagiere erhielten einen Sonderaufenthalt im **** Sterne Hotel "The Cullinan" im Zentrum von Cape Town. Am darauf folgenden Tag besuchte mich Rita, Franziska, Dirk und Alissa im Hotel um meinen Geburtstag zu feiern. Ab heute gedenke ich an 2 Geburtstage.

 

Buenos dias Argentina !

 

Fr. 21.04.06

Ankunft in Buenos Aires

Ein neuer Flieger aus Kuala Lumpur brachte mich und alle anderen Fluggäste dann 2 Tage später heile nach Buenos Aires.

 

So.23.04.06

Rita kam ohne Simba

Am darauf folgenden Sonntag musste Rita ebenfalls ausreisen, ohne Simba, denn seine Papiere waren noch nicht vollständig. Als "Back Backer" waren wir nun unterwegs und richteten uns in einem Hotel in BA ein. Moula Moula's Ankunft verzögerte sich um 4 Tage.


Das stolze Segel - Schulschiff "Argentina"
Bauj. 1898 im Hafenbereich von Buenos Aires

Wir liefen uns 2 Tage die Hacken ab, um immer wieder nach dem Schiff zu schauen und vor allem um Simbas Einreisegenehmig (Import Permit) zu besorgen. Wir hielten engen Internet Kontakt mit Dirk Kirmse, wo unser Simba bestens untergebracht war.

 

Di. 25.04.06 - ...

Moula Moula kommt

Moula Moula kommt auf dem Containerschiff Kota Gembira im Hafen - Terminal 5 an. Um unser fahrbares Zuhause aus dem Hafengelände und durch den Zoll zu bekommen brauchten wir weitere 3 Tage. In einer Kamera überwachten und verriegelten Aufbewahrungshalle war Moula Moula absolut sicher untergebracht und wartete auf seine Zolldokumente. Bei Laura, die für unsere Zollabfertigung zuständig war, gab es erst mal Kaffee. Bei der weiteren Abwicklung der Zollpapiere war sie unser Anlaufspunkt und half uns mit ihrer freundlichen und netten Art weiter. Nachdem wir die noch zu bezahlenden Hafen- und Händlingsgebühren bezahlt hatten, fehlte nur noch die kostenlose Abstempelung unseres "Carnet de Pasage", die wir von Emilio gegen Abend bekamen. Wir fuhren aus dem Hafengelände und ich musste mich wieder nach über einem Jahr auf Rechtsverkehr umstellen.


Unser "Geschenkpaket" Moula Moula auf dem Flat Rack im Hafengelände von Buenos Aires

 

Fr.28.04.06

Brutaler "Raub" Überfall

Als wir unser Fahrzeug am Abend hatten, blieb Rita noch über Nacht im Hotel und ich suchte in der Nähe einen "sicheren" Parkplatz, denn vor dem Hotel war absolutes Halteverbot. Ich wählte einen Platz mit vielen Menschen in der Nähe des Bahnhofes und glaubte mich sehr sicher. Beim Umladen, der im Wohnbereich abgestellten Teile in den Frontbereich, bekam ich meinen "argentinischen Einreisestempel" verpasst.

Nach dem ich alles wieder an seinem Platz verstaut hatte, stieg ich aus der Beifahrertüre aus und wurde von hinten, in brutalster Weise mit einem Knüppel zusammengeschlagen. Man wollte mich ausrauben. Bewusstlos blieb ich liegen. Es regnete in Strömen. Erst nachdem Polizei und Krankenwagen eingetroffen waren, kam ich zu Bewusstsein.


Es geht aufwärts: Freddy mit seinem 5 Tage altem, "argentinischen Einreisestempel".

Ich lag mit dem Gesicht blutüberströmt im Dreck, durchnässt bis auf die Knochen, spürte meinen Körper nicht mehr. Ich taste mich ab, Arme, Beine, Kopf, alles war noch dran - gefühllos. Von einem hilfsreichen Polizisten bekam ich eine Mullbinde, groß wie ein Sofakissen in mein Gesicht gedrückt. Ich riss sie auseinander und drückte sie auf eine klaffende 5 cm lange Wunde an meiner Stirn. Nach kürzester Zeit war das Kissen blutgetränkt, ich verlor viel Blut und viel einige male in kurze Ohnmächtigkeit. Nur nicht hier im Dreck verrecken, Rita, Simba, unser Fahrzeug - wirre Gedanken zogen sich unendlich lange durch meinen geschundenen und gefühlslosen Kopf. Ich blickte im Morast liegend mit einem Auge unter meinem Arm hindurch, mit der anderen Hälfte sah ich nichts mehr.

Um mich viele Beine mit Schuhen dran, Stiefel von Polizisten. Blaulicht spiegelte sich, gemischt mit kaltem Neonlicht der Straßenbeleuchtung, in den Wasserflächen der Regenpfützen. Ein Polizist sprach mich an: Hospital, Hospital…. Ich wusste, mir wird geholfen. Ich raffte mich empor, kniete, weiter kam ich nicht hoch, Passanten halfen mir. Sie waren auch sehr behilflich, mir beim Abschließen des Fahrzeuges zu helfen, denn ich war zu nichts mehr fähig, ein Auge war total geschlossen und das andere blutverschmiert. Ich hoffte nur, dass die Banditos nichts aus dem Fahrzeug geraubt hatten.

Im Lokalen Stadtkrankenhaus wurde ich auf einen "Exhumiertisch" oder so was ähnlichem gelegt und wartete frierend auf ärztliche Hilfe.

Einer Ärztin, die sich meiner annahm, erzählte ich von diesem Vorfall und sie war betrübt über diesen brutalen Überfall. Mit acht Stichen wurde meine klaffende Wunde an der Stirn zusammengenäht. Gegen meine Gehirnerschütterung konnte sie nichts tun und wünschte mir gute Besserung.

Nach dem ich ein Schriftstück unterschrieb, dass ich nach eigener Verantwortung das Krankenhaus verlassen möchte, versuchte ich total benommen mit einem Taxi zu meinem Fahrzeug an den Bahnhof zu kommen. Viele Taxis fuhren an mir vorbei, denn mit meinem Kopfverband sah ich in der Nacht sicherlich nicht vertrauensvoll aus. Dann hielt ein junger Taxifahrer und fuhr mich bis zu Moula Moula, den ich komplett abgeschlossen und unbehelligt vorfand. Kraftlos, zitternd und müde sackte ich in mein schon vorbereitetes Bett.

Gegen 7 Uhr früh rief ich Rita im Hotel an, hatte aber noch keine Kraft mich ans Steuer zu setzen um sie abzuholen. Gegen 10 Uhr wechselten wir dann in unser gewohntes Zuhause. Wir suchten eine sichere Bleibe und fanden sie auf einem Abstellplatz zwischen dem Eingangstor zu Don Bosco Mission und einer, rund um die Uhr bewachten, Kläranlage.

Mit starken Schmerzmittel schlief ich die ersten 4 Tage durch. Rita wachte. Die Stirnwunde fing an sich zu entzünden. Mit einer 7 Tage Antibiotika Tabletten-Kur und Salbe gegen Staphylococcus heilte die Wunde wieder gut ab.

Mein Nacken- und Hinterkopfbereich machten mir noch große Sorgen. Es schmerzte wie Nadelstiche, teilweise gefühllos, Schwindelgefühle machten mich untätig etwas zu unternehmen, ich brauchte nur Ruhe, Ruhe Ruhe ….

 

Mi. 10.05.06

Simba's Ankunft, wir sind wieder Komplett

Trotz Zusicherung von der Tieragentur "Pets - 2 - Go International" durch Frau Thelma Kruger in Simbas Käfig eine Gummimatte gegen Rutschgefahr einzulegen geschah nichts der gleichen. Außer ein paar geschrätterten Papierschnitzel war Simba einer Spiegelglatten Boden-Oberfläche ausgesetzt. Bei jeder Bewegung der Box rutschte er mit den empfindlichen Pfoten in die Boxenecken. Mit offenen Wunden an den Beinknochen, konnten wir dann Simba im Cargo Bereich des Flughafens nach 16 Stunden aus der Hundebox "befreien". Wir waren wieder Komplett. Auch Simba erholte sich schnell und ist wieder der "Alte". Die Weiterreise durch den Südamerikanischen Kontinent kann beginnen.

 

 

Sa. 13.05.06

Wir wollen nur noch reisen, reisen, reisen….

Unterwegs auf der Ruta 14 in Richtung Norden, sehen wir immer wieder in den Hinterhöfen von Werkstätten und Autohändler, Kostbare und zum Teil gut erhaltene Oldtimer die in der trockenen Luft Argentiniens dem Rostverfall noch einige Jahre länger erhalten blieben.


Argentinien, eine Fundgrube für Oldtimer Restaurateure

Gesundheitlich ging es mir nach über 2 Wochen schon wieder ganz gut, nur mein Hinterkopf und die Nackenmuskeln schmerzten noch. Meine beiden Kiefer passten auch noch nicht so genau aufeinander, aber dies wird sich in kurzer Zeit alles wieder normalisieren.

Auf so manche Geschehnisse in den letzten 3 Monaten hätten wir gerne verzichtet, aber nicht auf die Weiterreise durch den Amerikanischen Südkontinent. Wir sind begeistert von der Hilfsbereitschaft der Argentinier und hoffen wieder auf positivere Zeiten.

Korrupte Polizeikontrollen

Auf der Ruta 14 waren mehrere Polizeikontrollen, die nur darauf aus waren, zu kassieren. Ich überholte, wie viele einheimische auch, bei einer durchgezogenen Doppellinie, uns winkte man heraus. Zuerst wollten die zum grossteil korrupten Polizisten 750.- Pesos (entspricht ca. 200.- €) Das ist ein 1½ Monatslohn eines Uniformierten und war dann auch verhandelbar. Ich bezahlte ca. 145.- Pesos, natürlich "ohne Quittung" und konnte, nachdem der "Taschendieb" mir freudig den "Fritz" zeigte, weiterfahren.

Bei der nächsten Kontrolle wurde das Fehlen eines Aufklebers "80 Km/h" und das Fehlen eines hinteren Unterfahrschutzes bemängelt, kostet 780.- Pesos. Wenn ich über die Bank bezahle war nichts zu verhandeln, wenn ich gleich bezahle dann bekomme ich einen "Discount" und bezahle nur 184,20.- Pesos. Wütend bezahlte ich, bekam eine ordentliche Quittung und fuhr weiter. Weitere Kontrollen winkten uns durch.

 

Di. 16.05.06

Ein erfreulicher "Zwischenfall"

Auf der Suche nach einer Autoversicherung begegneten wir einem Lieferwagen, dessen Fahrer uns eine Deutsche Nummerntafel "SL- AK 165" für Schleswig, aus dem Fahrzeug hielt. Nach einer herzlichen Begrüßung mit Alfred und Fabian wurden wir überaus freundlich eingeladen, ihnen zu folgen.


Alfred mit Papagei "Bubi".

Alfred packte vor 6 Jahren all seine Holzmaschinen und Werkzeuge in einen Container (28 Tonnen) und begann in Posadas eine neue Existenz im Holzhandwerk aufzubauen. Sein Sohn Fabian, ebenfalls als Schreiner tätig, folgte nun vor drei Monaten seinem Vater in den Norden Argentiniens. Wir fanden ihre Geschichte so interessant, dass wir darüber eine kurze Reportage drehten.


Fabian beim Zubereiten eines argentinischen Steak's (Tapa de Asado)

 

Fr. 19.05.06 - So.21.05.06

Ankunft in Porto Iguazu

Über die Ruta 12 erreichten wir gegen Abend Porto Iguazu, ein Ort auf Massentourismus ausgerichtet.

Auf dem nahen schönen Campingplatz "Viejo Americano" verbrachten wir die nächsten Tage und lernten Susanna und Peter kennen, Schweizer, die schon über 8 Monate in Südamerika unterwegs sind. Gemeinsame Abende, werden für uns unvergessen bleiben. Wir wollen uns noch einmal treffen, wenn wir in Bolivien oder Peru sind.

 

 

Mo. 22.05.06

Iguazu Catarates

Iguazu bedeutet in der Sprache der Guarani Indios "großes Wasser". Diese Wasserfälle an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien sind ein einmaliges und spektakuläres Naturschauspiel.


Wir sind begeistert: Traumhafte Eindrücke an den spektakulären
Iguazu Wasserfällen.

Wir haben schon "viele" Wasserfälle bewundert, aber wenn du einmal die "Cataratas del Iguazu" gesehen hast, dann hast du fast alle Wasserfälle dieser Welt gesehen. Elenor Roosevelt, die Gattin des früheren US Präsidenten war so beeindruckt, dass sie bei ihrem Besuch in das Gästebuch nur zwei Worte schrieb: "Poor Niagara" (arme Niagarafälle). Iguazu ist 20 Meter höher und zweimal so breit wie Niagara. Sie sind auch wesentlich größer und beeindruckender als die Viktoria Fälle in Afrika.


Iguazu "Garganta del Diablo" am "Teufelsschlund". (Panoramabild)

Eine unglaubliche Wasserfront donnert mit ohrenbetäubendem Getöse über 275 Wasserfällen einen 3 Km breiten und 90 Meter tiefen Erdschlund hinab.


Von der San Martin Island aus. (Panoramabild)

Es brodelt und zischt. In der Gischt des Sprühnebels spiegeln sich immerwährende Regenbogen, umrahmt mit einer würdigen Kulisse aus reicher Flora und Fauna des undurchdringlichen grünen Dschungels. Auf gut angelegten Stegen konnten wir bis an den Rand des Möglichen gehen.

 

Do. 25.05.06

Zurück nach Paradero

Unsere Filmreportage über Alfred und Fabian war noch nicht ganz abgedreht und wir freuten uns schon auf die bevorstehenden Einstellungen und vor allem auf den "Asado" Abend am Grillfeuer.

 

Mo. 29.05.06

Zu den Mennoniten nach Paraguay

Wir reisen weiter nach Paraguay und wollen die Glaubensgemeinschaft der Mennoniten, das sind deutsche Auswanderer, in der von ihnen vor 80 Jahren gegründeten Stadt Filadelfia besuchen. Es bleibt weiterhin spannend!

Unser Lebenstraum Weltreise geht weiter.

 

 

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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