29 Südamerika - Peru

Bei Atahualpas Erben

Von Cuzco, Machu Picchu und Maria Reiche


Reiseroute:
Ab Bolivien: Isla Copacabana (Titicacasee)

Peru: Yunguyo, Puno, Juliaca, Cuzco, Urubamba, Machu Picchu, Abancay, Nazca, Ica, Halbinsel Paracas - Nationalpark, zurück nach Nazca, Chauchilla, Panamericana am Pazifik entlang nach Arequipa, Tacna,

Einreise:
Visa nicht erforderlich Benötigt wird ein 6 Monate gültiger Reisepass

Für Hunde:
Peru keine Kontrolle, für Chile benötigte Simba ein Veterenär- Zeugnis und eine Spritze gegen Parasitenbefall. Beim staatlichen Veterenäramt (SENASA) musste dieses Papier beglaubigt werden. Für Moula Moula:
KFZ Versicherung wird zwar vorgeschrieben, wir hatten keine, auch keine Kontrolle. Aufenthaltsdauer:
Vom - 02.10.06 - 09.11.06 (3 Monate Einreisegenehmigung)

Das Wetter:
Kühle Nächte, ( +5°) tags meist sonnig und warm ( +23°)

Sprache:
Amtssprache Spanisch

Zahlungsmittel:
Soles


20 Soles = ca. 5.- €

Die 2 wichtigsten Worte:Claro, Mañana !

Wechselkurs: 11€ = 3,95 Soles (Stand 02.10.06)
1 US$ = 3,20 Soles (Stand 02.10.06))
KM Stand (bei Ausreise Bolivien: 122.450 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise: 94.473 Km
Dieselpreis: 1 Gallone = 3,78 Lit. 11,45 Sol. a Lit. ca. 0,70 €
Benzinpreis: a Lit. ca. 0,74.- €
Lebensmittel und sonstiges alles in Städten und Dörfer auf den Indio-Märkten zu bekommen.

Peru, ein Land der Phantasie und des Traumes, Zeugnisse geheimnisvoller Inka-Kultur. Als der spanische Eroberer Pizarro 1532 in das Inkareich vordrang, war das Land gerade in der Endphase eines Bürgerkrieges. Der spanische Abenteurer schlug mit seinen 160 Mann die Armee des Herrschers Atahualpa, (Ein Heer über 150 000 Mann) nahm den Inka gefangen und ließ ihn später töten.

Seit dem 16 Jahrhundert war "Peru" und "Gold" untrennbar miteinander verbunden. Doch dieses Eldorado gehört der Vergangenheit an. Heute kämpft das Land, das 2-mal so groß ist wie Frankreich, wie viele Länder der dritten Welt, mit Armut und Elend. Einige sind sehr reich, viele aber sehr arm. Trockenheit an der Küste, klirrende Kälte in der Puna (Hochebene), schweißtreibende Hitze im Amazonas Tiefland. Auf einer fast 4000 Km langen Rundreise lernten wir ein Stück dieses Landes kennen und waren beeindruckt von der Landschaft, von Menschen und ihrer Kultur.

Mo. 2.10.06 - Do 5.10.06


Bei den Uros am Titicacasee

Gleich hinter Copacabana am Titicacasee verläuft die Grenze nach Peru. 7 Wochen Bolivien liegen nun hinter uns und wir waren hell begeistert von diesem Land und seinen Menschen, sicherlich ein Höhepunkt unserer Südamerikareise. Überaus freundliche Grenzbeamte auf beiden Seiten des Schlagbaumes erledigten unsere Aus- und Einreiseerlaubnis innerhalb von 15 Minuten. Wir waren überrascht, dass wir bisher noch nicht gefilzt wurden. Die Weiterreise ging nach Norden, entlang des Titicacasees.

Wie eine funkelnde Ebene ruht der höchste schiffbare See der Erde auf 3825 Meter Höhe (863 m über dem Niveau der Zugspitze), an dessen Ufer das gelbe Tortorahgras wuchert. Aus diesem bis zu 3 Meter langen Schilfgras bauen die Uros ihre schwimmenden Inseln, geben es ihren Tieren zum fressen und bauen damit ihre Schilfboote. Es leben noch etwa 250 Familien in traditioneller Art und Weise auf ihren bis zu 4 Meter dicken Schilfinseln.


Feuerstätte auf einem schwimmenden Eiland der Uros

Die Hälfte der Uros leben von den Touristen, die halbstündlich von Puno aus, mit Schnellbooten auf die Inseln geschippert werden. Ich ließ mich von einer einheimischen Frau zu einer abgelegenen Insel in der "Chucuito-Bucht" Rudern und konnte abseits der "Touristenstrecke" das Leben einer Familie auf einem Eiland filmen.


Freddy an einem Totorahboot auf einer schwimmenden Insel der Uros.

Zwei Tage blieben wir in dem schönen Städtchen Puno.


Die Begräbnistürme von Sillustani.

Die Chullpas von Sillustani sind nur etwa 30 Km von Puno entfernt und sind von geheimnisvoller Kultur. Es sind rätselhafte Begräbnistürme aus Lehm und grobem Gestein, mit Erdreich ausgefüllt. Einige dieser Grabstätten vom 9. und 10.Jh. waren innen sehr geräumig. Verstarb ein "ranghoher Herr", dann verbrannte man zehn oder zwanzig Lamas, tötete Frauen, Kinder und Diener, die man ihm mitgab, damit sie ihm im Jenseits jederzeit zur Verfügung standen.

 

Fr. 6.10,06 - 24.10.06


Cuzco ist eine Legende und ein Alptraum eines jeden LKW Fahrers

Sie begann damit, dass die Sonne ihren Sohn Manco Capas auf die Erde schickte. Dort wo der Sonnensohn seinen goldenen Stab in fruchtbaren Boden stieß, war Cuzco. Das heißt in der Quechua - Sprache "Nabel" oder "Zentrum des Universums". Die ehemalige Hauptstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, steht noch immer auf den von den Inka angelegten Fundamenten. Sie gilt als eine der schönsten Städte Lateinamerikas.


Die Plaza de Armas in Cusco. (Platz der Waffen)

Wie zu Kolonialzeiten thront die große Kathedrale an der Stirnseite des zentralen Platzes und in der Mitte plätschert der Brunnen.


Der Brunnen, zentraler Punkt auf dem Plaza de Armas in Cusco

Auf über 3500 Meter Höhe, in einem fruchtbaren Tal gelegen, ist Cusco auch heute noch das indianische Zentrum der Anden.

Die Stadt besticht durch seinen kolonialen Charme. Zwischen den Häusern mit den geschnitzten Balkonen reihen sich Wechselstuben und Souvenirläden. Wir bestaunten das geschäftige Treiben auf der Plaza de Armes, die Relikte der unglaublichen Baukunst der Inkas und die vielen kleinen Restaurants, in denen wir mit den einheimischen um einen Euro ein komplettes Menü aßen. Auf die Spezialität " Meerschweinchen" haben wir gerne verzichtet.

Um Cuzco schufen Manco Capacs Nachfahren, die Inka, einen der größten und bestorganisierten Staaten der Geschichte. Aus ihren Palästen regierten sie auf dem Höhepunkt ihrer Macht die Indiovölker zwischen Äquator und Feuerland.


Altstadtmauer der Inkas

Keine Stecknadel passt in die von den Inkas kunstvoll zusammengefügte Altstadtmauer in Cusco. Das Kunstvolle Geheimnis der Inka Steinmetze beruhte auf einer tiefen Ehrfurcht vor dem Stein. Er war für sie kein totes Material, sondern ein Teil der Mutter Erde, der Urgöttin Pachamama (gesp. Patschamama).

Moula Moula deckte Häuser ab
Auf dem Weg zu dem Campingplatz "Quinta Lala", der vom Deutschsprechenden Holländer Helmi und seiner Frau Gonna geführt wird, bekamen wir großen Ärger. Wir starteten vom Zentrum in Cusco aus und folgten den GPS Daten des Campingplatzes, die uns Traveler unterwegs gaben. S: 13 30 336 / W 071 59 110

Im hektischen Abendverkehr fuhren wir auf einer breiten Strasse in Richtung Altstadt, immer der Pfeilrichtung unseres GPS folgend. Von allen Seiten drängelten sich die Fahrzeuge auf die zweispurige Bahn, die bergwärts führte. Die Strasse wurde immer enger, dann einspurig, schließlich gelangten wir in eine Gasse der Altstadt. Ich stoppte, wollte zurück, das ging nicht mehr. Wir verursachten einen Verkehrsstau. Hinter uns ein Gehupe und schreien "go, go, go…" Ich bog noch in eine Seitengasse um den nachfolgenden Verkehr durchzulassen, dann war endgültig Schluss, wir fuhren uns fest. Auf den Pflastersteinen der Inkas ging ich die Gasse entlang, um abzuchecken, ob die "Fahrspur" für uns in der Breite ausreichen würde, es wurde sehr eng.

Ich entschloss mich trotzdem durchzufahren, es blieb uns nur dieser Weg. Die ersten 100 Meter hatten wir mit eingeklappten Seitenspiegel geschafft, dann kamen die einheimischen Bewohner aus ihren Lehmhäuser. Die Männer drohten und schimpften, Frauen schlugen die Hände über ihre Köpfe, andere standen wie gelähmt an ihrer Häuserfront. Wir konnten auch nicht mehr aussteigen, links und rechts nur jeweils etwa 5 cm Platz zu den Adobe Wänden der Häuser. Moula Moula schob sich auf einer Seite auf den 20 cm hohen Randstein, dabei bekamen wir eine Schräglage und "Dachkontakt" auf der anderen Seite, dort prasselten die auf Latten und in Lehm eingebetteten Dachziegel herab. Die Bewohner drohten uns, schrieen uns an, wenn die eine Schusswaffe gehabt hätten, ich glaube sie hätten auf uns geschossen. Einer hatte mit uns Mitleid, gab uns Fahrzeichen im Zentimeterbereich. Mit Geländeuntersetzung und Kriechgang schoben wir uns regelrecht nach vorne. Als der Randstein zu Ende war sackte unser Fahrzeug ab. Unsere Kabine schwankte zurück und knallte an einen Dachvorsprung, der zum Glück nur aus Gipsmasse bestand, nachgab und zerbröselte. Weitere Dächer hoben wir an und es gingen noch unzählige Ziegel zu Bruch. Dann hatten wir es endlich geschafft, die Strasse wurde breiter. Moula Moula kam mit tiefen Kratzspuren und abgerissenen oberen Rückleuchten davon. Auf unserem Fahrzeug lagen unzählige Dachziegel, Staub, Lehmbrocken und Bienenwaben.

Wir stellten Moula Moula ab, gingen mit weichen Knien zurück, um erstmal die Menschen zu beruhigen und ihnen zu sagen, dass wir natürlich für die Schäden aufkommen. Manche witterten nun einen Geldsegen und verlangten "Reparationsentschädigungen" in hunderter US-Dollar schritten. Wir hatten eigentlich nicht die finanzielle Absicht, die ganze Altstadtgasse zu kaufen und hatten Glück, dass irgendjemand die Touristenpolizei benachrichtigte, die den Schaden, den wir anrichteten, auf eine, für alle beteiligte, akzeptable Ebene brachte. Erleichtert verabschiedeten wir uns von den Einwohnern dieses Altstadtviertels von Cusco und bedankten uns bei den sehr einsichtigen und souveränen Polizisten.

Auf dem Campingplatz "Quinta Lala" begrüßte uns Helmi, ein sehr sympathischer Holländer, auf seinem Campingplatz über den Dächern von Cusco. Von ihm bekommt man Informationen über Sehenswürdigkeiten, gute Restaurants, Autowerkstätten und vor allem gute Insider Tipps.
( Kontakt: home.hccnet.nl/helmi.paulissen)


Ein traditionell gekleidetes Mädchen in Cusco

Oberhalb Cuzcos, keine 200 Meter vom Campingplatz "Quinta Lala" entfernt liegen die Ausgrabungen von Sacsayhuama. Vor den Ruinen der gewaltigen Steinblöcke wird alljährlich am 24. Juni das farbenprächtige Fest "Inti Raymi" zu ehren des Sonnengottes gefeiert.


Einige aufgeschichtete Steinblöcke von Sacsayhuama wiegen über 200 Tonnen

Der Campingplatz "Quinta Lala" ist eine sehr sichere und gute Ausgangsposition nach Machu Picchu, für Tagesturen durch Cusco und den umliegenden Inka - Stätten.

Machu Picchu, diese eindrucksvolle Inka-Festung hoch über dem Rio Urubamba, muss man mit den eigenen Augen gesehen haben. Nur wenige Orte der Welt üben so eine Anziehungskraft auf Menschen aus wie Machu Picchu. ( Machu Picchu heißt in der Indiosprache Quechua "Großer Gipfel"). Noch führt keine Strasse zu diesem magischen Ort. Der "Camino Inca" (Inca Weg) oder auch "Inkatrail" genannt, ist der wohl bekannteste und am meisten begangene Wanderweg Südamerikas, doch die meisten Reisenden wählen den Zug, dessen Fahrkarten man am Vortag beim Bahnhof in Cusco kaufen muss.

Während Rita mit Simba auf dem Campingplatz bei "Quinta Lala" geblieben ist, bestieg ich früh am Morgen den Zug nach Agua Caliente (warmes Wasser), Ausgangspunkt nach Machu Picchu. Langsam quälte sich die Bahn im Zickzack aus der Talsohle von Cusco in die Höhe, bis das schöne Urubamba Tal erreicht war. Schneebedeckte Andengipfel erheben sich gegen den blauen Himmel. Die fast vegetationslose und trockene Wüstenlandschaft wird flussabwärts immer grüner. Stellenweise wird das Tal so eng, dass gerade noch Patz ist für die Schienen des Zuges. Nach fast 4 Stunden Fahrt erreicht man dann die letzte Station, Agua Caliente. Dieser Ort mit heißen Quellen liegt etwa 2 Km vor dem Endpunkt "Ruinas Machu Picchu". Restaurants und Verkaufsbuden reihen sich entlang der Schienen. Kaum aus dem Zug ausgestiegen wird man von "Schlepperinnen" zu Hotels und anderen Unterkünften gelotst.

Ich bezog in einer kleinen Herberge ein nettes sauberes Zimmer zu einem akzeptablen Preis und bummelte am Nachmittag durch den Touristenort. Ab hier gibt es wieder eine Strasse, aber nur etwa 4 Km lang, auf der Touristenbusse verkehren und täglich "tausende von Touris" über eine Serpentinenpiste auf den "Berg" bringen. Am schönsten ist Machu Picchu am frühen Morgen, bevor gegen 8 Uhr Busweise der Massentourismus beginnt. Ich ging schon früh um 6 Uhr am Urubambatal entlang, bis über der Brücke der steile Inkapfad begann. Über große Steinstufen führte mich der Weg durch eine tropische Urwaldvegetation. Ich war wohl der einzige an diesem Tag, der diesen mühevollen Aufstieg wählte.

An den fast senkrechten Bergflanken zogen aufsteigende Nebelschwaden aus dem Tal empor. Nach etwa 600 Höhenmeter stand ich dann staunend vor der "verlorenen Stadt" der Inkas, die erst 1911 von dem Archäologe Hiram Bingham, auf der Suche nach der Inka-Hauptstadt Vilcabamba, entdeckt wurde. Steigt man die Treppen bis zu den hoch gelegenen Terrassen, dann ist man überwältigt von der letzten Zufluchtstätte der Inkas.


Festung Machu Picchu. Ein "muss" für jeden Südamerika Besucher".

Von hier oben zeigt sich der magische Ort in einer einmaligen Harmonie zwischen Natur und Architektur. Über tausende von Steinstufen erreicht man die verschiedenen Ortsteile. Aufeinandergetürmte Steine und Granitquader geben den meisterhaft angelegten Terrassenfelder den nötigen Halt.


Das "8. Weltwunder", die "verlorene Stadt" mit dem Sonnentor Intipunko

Die stummen Steine der dachlosen Häuser gruppieren sich um den grün schimmernden zentralen Platz. Dazwischen stehen imposante, ohne Mörtel zusammengefügten Steingebäude und Mauern, zwischen dessen Fugen trotz zahlreicher Erdbeben auch heute noch keine Stecknadel passt. Ich beeilte mich mit den Film- und Fotoarbeiten, denn gegen Mittag drängten sich tausenden von Menschen durch die 2 450 Meter hoch gelegene Ausgrabungsstätte. Am frühen Nachmittag nahm ich gleich den ersten Bus zurück nach Agua Caliente, um dort noch ohne Touristenrummel Aufnahmen zu machen. Dabei war ich so vertieft, dass ich den einzigen Zug, zurück nach Cusco, an diesem Tag verpasste. Am nächsten Morgen ging ich schon um 5 Uhr wieder den gleichen Weg, die gleichen steilen Stufen um die eindrucksvolle Landschaft nochmals mit meiner Videokamera einzufangen. Am späten Nachmittag ging's zurück nach Cusco. Wir blieben noch einige Tage bei Hermi auf dem Camp über Cusco, machten noch eine Rundfahrt auf den farbenfrohen Indio-Markt von Pisac und den Festungsanlagen von Ollantaytambo, bis wir die Weiterreise an den Pazifik antraten.

 

Di. 24.10.06 - Di. 31.10.06


Nach Paracas an den Pazifik

Entlang der Panamericana, von Nasca nach Paracas, erlebten wir einen starken Sandsturm, der sich erst wieder am nächsten Tag legte. Diese, vom Wind beherrschte Region im Süden Perus ist keine Gleichförmigkeit, keine der Texturen in der Sandlandschaft gleicht der anderen. Im Rückspiegel folgte uns eine riesige Bugwelle aus Staub und der Staub war wie der Rauch eines Feuers. Jedes mal wenn ich abbremste holte uns der Staub ein, überrollte uns mit einem verwitterten Geruch nach kalkigem Gestein. Kein Fenster, keine Türe ist so dicht, um den feinen Staub abzuhalten.

Nach drei Tagen verließen wir das einsame Naturparadies und wollten noch eine Schiffstour zu einer Insel unternehmen, auf der man Robben, Seelöwen und verschiedene Seevögel beobachten konnte, doch an diesem Tag war keine Ausfahrt möglich, der Wind und die See waren zu rau. Wir parkten am Eingang des Parks und verbrachten eine ruhige Nacht.


Auf der Halbinsel des Nationalparks Paracas.

In dem kleinen Fischerort Pisco, nördlich des Parks waren Wahlkundgebungen und alles was Lärm machte, wurde auf den Strassen eingesetzt.


Wahlkundgebung im Disco-Sound… von wegen nur von vorne...


...auch von hinten wird's einem eingetrichtert.

In diesem Ort war auch alles zu bekommen, vom fangfrischen Fisch bis zu den exotischen Früchten. Die Menschen waren uns gegenüber sehr freundlich und auch ein wenig neugierig, fragten oft woher wir kommen, wohin wir gehen, waren stolz, deutsche Gringos getroffen zu haben. An einer Tankstelle war der Besitzer beim tanken unseres Camions so begeistert, dass wir eine kostenlose perfekte Wagenwäsche bekamen. Moula Moula wurde fast eine ganze Stunde lang geschruppt und gebürstet.


Farbenreicher Marktstand

Nachdem wir uns auf dem Indiomarkt mit dem Notwendigsten versorgten, begann unsere weite Reise nach Süden, entlang der fast 8000 Km langen Andenkette, nach Feuerland.

 

Mi. 1.11.06 - Di.7.11.06


Maria Reiche und die geheimnisvollen Nasca-Linien

Dort, wo sich die Hochebene "Ica" von den Kordilleren bis zum Pazifik erstreckt und immerwährende Trockenheit herrscht, dort sind vor über 2000 Jahren rätselhafte Linien in den Wüstenboden gezeichnet worden.

Aber erst beim Überfliegen fängt die scheinbar öde Wüstenlandschaft an zu leben, denn vom Boden aus kann man die "Landebahnen der Götter" wie Erich von Däniken die Scharrbilder recht abenteuerlich beschrieb, nicht sehen. Wissenschaftlicher ging dagegen die deutsche Mathematikerin Maria Reiche, im Jahre 1946 an ihre über 40 jährige Arbeit.

Sie war eine Frau, deren Name untrennbar mit den Nasca-Linien verbunden ist, sie war es, die diese Linien und Figuren weltweit bekannt gemacht hat. Sie engagierte sich nicht nur für den Schutz und den Erhalt der Bodenzeichnungen, sondern ihr ist es auch zu verdanken, dass diese Geoglyphen 1995 von der UNESCO zum Welterbe der Menschheit erklärt wurden.


Cessna-Flug über die "Nazca Linien", unter uns der "Kolibri"

Wir starteten mit einer kleinen Cessna am frühen Morgen, um die Kontraste des Lichtes, für unsere Aufnahmen auszunutzen.

Wie von übermenschlichen Wesen in den Erdboden gezeichnete Bilder werden sichtbar. Ein Kolibri mit über 50 Meter langen Flügel, ein Affe, größer als ein Fußballplatz, Spinnen, Reptilien und ein 80 Meter großer Marsmensch heben sich, je nach Lichteinfall, sandig-gelb von der rötlichen Erde ab.


Seltsame Gegebenheit; Der Affe, größer als ein Fußballfeld hatte an der rechten Hand nur 4 Finger, Maria Reiche ebenfalls.

Wer die Bildstrukturen von der nähe betrachten möchte, besteigt den von Maria Reiche gestifteten 11 Meter hohen Aussichtsturm, an der Panamericana. Heute befindet sich dort, wo sie über 25 Jahre in einer Hütte ohne Wasser und Strom gelebt hat, das kleine "Maria Reiche"Museum am Straßenrand von San Pablo, nicht weit von Nasca entfernt. Es zeigt persönliche Gegenstände ihrer spartanischen Ausstattung, Aufzeichnungen und Skizzen. In einer Vitrine liegen Zollstöcke, Winkeldreiecke, eine Box-Kamera, Holzzirkel und ein Meterband mit kaum noch lesbaren Ziffern.


Maria Reiches Arbeitszimmer (Lebensgrosse Wachsfigur). An einer Leine aufgehängte Skizzen und Zeichnungen der Nazca Linien.

Blickt man in das Arbeitszimmer von Maria Reiche, hängen bettlakengroße Papierstücke an einer Wäscheleine, auf denen mathematische Formeln, Linien und Ziffern geschrieben sind, Teile ihrer Arbeit. Und in der Ecke des Raumes sitzt sie vor der Schreibmaschine, es ist eine Wachsfigur von "La dama de Nasca". Es ist Maria Reiche aus Dresden, die Erforscherin der Erdzeichen, die in diesem Zimmer bis zu ihrem Tode im Jahr 1998 gelebt und gearbeitet hat. Im Hof steht noch ihr alter VW Bulli auf abgefahrenen Reifen. Hinter dem "Maria Reiche" Museum liegt ihre Begräbnisstätte zusammen mit ihrer Schwester Renate.

Makabre Einblicke in die Vergangenheit.
Chauchillia, ein Ort südlich von Nasca, hier liegen tausende Menschen begrabe, die die Linien von Nasca erschaffen haben. Wir sind nur etwa 15 Km von den Erdzeichnungen entfernt und stehen mitten auf einem der größten, teilweise ausgegrabenen Friedhöfe der Region. Überall verstreut liegen menschliche, von der Sonne weiß ausgebleichte Knochen.


Die Toten von den Grabfeldern von Chauchillia gehörten zum Volk der Nasca.

Ihren Verstorbenen widmeten die alten Indianervölker besondere Fürsorge. Mit Kleider und Umschlagtüchern eingewickelt, haben sich die Toten der vorspanischen Zeit in der extremen trockenen Küstenwüste am Pazifik gut erhalten. Ohne spezielle Einbalsamierung ist in den Begräbnisgruften von Chauchillia der Tod eine weiße Sache ohne Geruch.....


Die bis zu 2 Meter langen Haare wurden zu kunstvollen Zöpfen geflochten.

Auf der Panamericana in die Wüste On the road again…
Der Küstenstreifen zeigte sich uns als Nebelbank mit leichtem Nieselregen der hier "garua" genannt wird. Er steht unter dem Einfluss des Humboldstroms und ist weitgehend eine Küstenwüste, in der nur entlang der aus den Anden kommenden Flüsse (Flussoasen) Landwirtschaft möglich ist, dahinter beginnt die Sierra.


Auf der Panamericana am Pazifik geht's nach Süden an die Chilenische Grenze

Wir besuchten eine Feigenkakteen - Plantage.

Läuse, Lippenstift und Campari
Zwischen dem Küstenort Camana und Arequipa werden auf Plantagen Feigenkakteen zur Gewinnung von Cochenilleläusen angebaut. Auf einer der Plantagen wurde gerade "geerntet" und wir konnten die mühselige Arbeit mit der Kamera miterleben. Fröhlich und singend streiften die Landfrauen mit Kratzmesser, Pinseln und Palmwedel die im Larvenstadium stehenden Läuse von den Kakteen. Dabei wurden die Frauen, die als Tagelöhner arbeiten, von einem "Aufpasser" streng überwacht und bei der kleinsten Pause zum weiterarbeiten ermahnt. Der Farmbesitzer erklärte uns warum er Läuse züchtet und wozu diese Tierchen verwendet werden.


Arbeiterinnen bei der Ernte von "Cochenille Läusen" auf Feigenkakteen.

Die ursprünglich aus Mexico stammenden Schildläuse saugen sich mit dem Opuntiensaft voll und bilden auf den Feigenkakteen eine weiße Schicht. Sie erzeugen dabei einen begehrten und teuren Blutfarbstoff, die Karminsäure. Über 140 000 Läuse müssen zerquetscht werden um etwa 1 Kg roten Farbstoff zu erhalten.


Cochenille Läuse: An meinem Finger Farbstoff für Lippenstift und Campari.140 000 Läuse ergeben 1 Kg Blutfarbstoff.

Dieser wird überwiegend in der Lebensmittelproduktion zum Färben von Essig, Yoghurt, Früchtesirup, Wehrmut und vor allem als "Rot" im Campari verwendet. Auch in kosmetischen Artikeln z.B. in teuren Lippenstiften, wird der rote Blutfarbstoff der Schildlaus eingesetzt. (Dies wird jedoch von allen Herstellern verschwiegen). Ist ja eklig, oder?

 

Mi. 8.11.06 - Di. 21.11.06


Nach Chile zu den Pueblos de mallku

Kurz vor der Grenze nach Chile suchten wir in der Stadt Tacna ein Veterenario auf, um für Simba ein Gesundheitszeugnis für die Einreise ausstellen zu lassen. Mit dem Dokument des Tierarztes ging ich dann zur "SENASA", das ist in Südamerika das staatliche Veterinärsamt, um diesen "Wisch" bestätigen zu lassen. An der Grenze angekommen war zuerst von der staatlichen "SAG" (Lebensmittelkontrolle) eine "Hausdurchsuchung" nach vegetarischen und tierischen Produkten angesagt.


Einfuhr von vegetarischen und tierischen Produkten nach Chile verboten

Kurz vor der Grenze haben wir wohl wissend unser Obst und Gemüse, Fleisch, Wurst, Butter und Käse in einem versteckten Fach untergebracht.

Fahrzeugkontrolle, Zollpapiere und Pässe waren ohne Beanstandung und wir bekamen für die nächsten 3 Monate die Einreiseerlaubnis nach Chile.

Ein Schamane in Natur und Technik
Steil windet sich die Strasse von Arica, über Putre, in den Lauca Nationalpark. In der weiten Hochebene weideten Vicunjas und Alpakas. Auf der gegenüber liegenden Seite des Tales kreisten 3 Kondore. Mitten auf der abschüssigen Strasse lag ein aufgeschlitzter Container. In der vergangenen Nacht verlor ein LKW-Fahrer die Beherrschung seines Fahrzeuges, stürzte mit seiner Zugmaschine einen Hang hinab. Neben dem zerfetzten Vorderrad lag ein kleiner, Teddybär……

Fast am obersten Punkt der Nationalstrasse 11 angekommen, stand in 3850 Meter Höhe ein alter englischer Eisenbahnwagon mit Anbau. Davor einige Schilder; "Pueblo Mallku" Taki Posada, Mate de Coca, Breakfast.

Wir hielten an und wollten sehen wer da dahinter steckte und wohnte.


Ein Ort, an dem wir 2 Tage verweilten.

Kaum ausgestiegen, kamen sie uns schon entgegen und begrüßten uns. "Welcom, ich heiße Alexis und das sind meine beiden Kinder Tawapaca und Cristaria, schade dass meine Frau nicht hier ist, sie ist mit unseren anderen beiden Kinder gerade für eine Woche in der Stadt Arica, bei Verwandte".

Alexis ist Chilene, spricht ein gutes englisch und ist ein Paradiesvogel mit einem ganz besonderen Lebenskonzept.

Er jobbte einige Jahre durch Europa, studierte in Düsseldorf Photolithografie und eröffnete in Chile ein eigenes Hotel, bis er sich hier in der Wüste niederließ um, wie er sagte, mit seiner Familie in einer mystischen und ruhigen Umgebung zu leben. Seine Kinder werden von ihm nicht nur unterrichtet sondern erhalten auch vor Ort anschauliche geologische Kenntnisse. Es gibt wenige Plätze an denen sich, wie hier an 365 Abenden im Jahr, ein gewaltiges Sternenzelt am makellosen nächtlichen Himmel ausbreitet.

Alexis, war ein sehr redseliger, uriger Typ, der uns vor der Kamera in kürzester Zeit fast sein halbes Leben erzählte. Heute testet und betreibt er einen Prototyp von einem "Renewable Energy Center". Das ist eine, von einer deutschen Universität zur Verfügung gestellte Energie Anlage, die mit Sonnen und Windkraft Strom erzeugt und im freien eine Solarküche betreibt.


Die Pueblos de mallku, v.l. Alexis, Sohn Tawapaca Kiracocha (14J.) und Tochter Cristaria Maja Luna (11J.). an seiner Solar-Küche.

Am Abend waren wir herzlich eingeladen, saßen am offenen Kaminfeuer und schauten ihm und seinen Kindern zu, wie sie ein vorzügliches Abendessen zubereiteten. Wir aßen gemeinsam und hatten schon lange nicht mehr soviel gelacht, als er aus seinem Leben erzählte.


Alexis eigenartiger "Baustiel": Englischer Eisenbahnwagon Bj. 1958 in 3850 m Höhe


Alexis an seiner Panflöte

Am 3.Tag fuhren wir zurück nach Arica, die Stadt des ewigen Frühlings und besuchten Alexis junge Frau Andrea mit ihren beiden Kinder Mahatma Kael (8) und Alaya Rosita Padmarani (5. Andrea erzählte uns von ihrem "Schamane Alexis" und von der schönen Stadt Arica. Nach einem gemeinsamen Stadtbummel und einem Museumsbesuch verabschiedeten wir uns.

Den nördlichen Teil Chiles hatten wir einige Monate vorher schon einmal besucht, deshalb fuhren wir zügig auf der Panamericana über Calama nach San Petro de Atacama.

Über den Jama Pass zurück nach Salta Die Ausreiseabfertigung hatten wir am späten Nachmittag in San Petro de Atacama vorgenommen und suchten uns am Ortsrand einen Nachtplatz.

In der Dunkelheit gegen 3 Uhr Morgens starteten wir dann, um die extreme Passhöhe von über 4900 Meter in den kühleren Morgenstunden zu erreichen. Moula Moula quälte sich im 2. Gang auf der Asphaltstraße bergwärts. Dementsprechend verdoppelte sich auch sein Dieselverbrauch und das Kühlwasser erreichte fast den Siedepunkt. Mit den ersten Sonnenstrahlen standen wir auf der Passhöhe, eine traumhaft schöne Hochgebirgslandschaft mit bunten Sandfelder, Vulkanen und salzigen Lagunen mit Flamingos tat sich auf. Trotz des eisigen Windes war dieser Anblick kaum zu überbieten.


Traumhafter Sonnenaufgang auf dem Jamapass in 4980m m Höhe, um uns 6000er Vulkane.

In den letzten Wochen hatten wir uns nur auf Meeresniveau aufgehalten und waren diese Höhe nicht mehr gewohnt, Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit waren die Folge. Nur gut, dass es auf den nächsten 120 Km immer bergab ging, bis auf 2000 Meter, dann kamen wir in Susques an. Dort fanden die Einreiseformalitäten statt und es gab wieder Gelegenheit, billigen Diesel zu tanken.

 

Mi. Di. 21.11.06


Salar Grande, Schnittpunkt unserer Filmdokumentation "Ruta Cuarenta"

Die glitzernde Salzfläche der Salina Grandes lag vor uns. Grelles Licht zwang uns die Sonnenbrillen zu tragen. An den sorgfältig abgesteckten Salzfelderern schufteten vermummte Gestalten.

Die mörderische Tageshitze auf dem Salar Grande ist für die Arbeiter schon lange kein Problem mehr. Auf die Frage wie man damit zurechtkommt lachte einer hinter seiner Stoffmaske und meinte: "Du musst die Augen schließen, dann glaubst du im Schatten zu stehen und hast es kühler.


Salzgewinnung auf dem Salar Grande

Salta, erreichten wir am nächsten Tag und standen wieder auf unserem Camp Municipal - Xemana
Eine über 12 000 Km lange Rundreise durch Bolivien, Peru und durch das nördliche Chile lag hinter uns. Es war einfach fantastisch.

In den nächsten Tagen bereiteten wir uns für die weite Reise, entlang einer Fernstrasse der besonderen Art, nach Feuerland vor.

 

Mi. 6.12.06


Abfahrt Salta

In San Antonio de Los Cobres nahmen wir uns wieder die Cuarenta unter die Räder und standen am schwierigsten Teilabschnittes auf der Ruta 40 nach Süden, vor der Überquerung des Passes de Acay, einer der gefährlichsten und höchsten Pistenwege der Welt.

Dazu mehr in unserem nächsten Bericht.
"Ruta Cuarenta" über 3o Breitengrade Abenteuer, bis ans Ende aller Strassen.
Unser Lebenstraum Weltreise geht weiter.

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Unser Fahrzeug Moula Moula, ein vollwertiger, geländegängiger LKW mit großer Nutzlast und hoher Bodenfreiheit für den extremen Geländeeinsatz. Auf-und Ausbau durch Woelcke Reisemobile.

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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