Route Teil 04

„Vom Lavafluss, über die Halbinsel Snaefellsnes,zur Vogelklippe Latrabjarg“

Route: 04Vom Lavafluss Hraunfossar nach Borgarnes, Vegamot, Stadastadur,Sneafellsjökull, Olafsvik, Stykkisholmur, über die 60er, nach Brjanslaekur und Latrabjarg

So. 8.6.2014

Ein Wasserfall der aus der Lava kommt

Die Hochlandrouten sind wegen des langen Winters und der heftigen Regenfälle immer noch geschlossen. Wir entscheiden uns auf eine Tour zu den Westlandfjorde, unser Ziel: die Vogelküste Latrabjarg

 

Unser heutiger Ausgangspunkt ist der „Lavafluss Hraunfossar im Westen des Langjökull (Gletschergebiet)

Schon die Anfahrt über die 550er, durch die trostlose Lavawüste Kaldidalur in die grüne Talsenke nach Husafell, war für uns ein lohnender Abstecher. Neben der Straße 518 ein kleiner Parkplatz, dann stehen wir vor einem ungewöhnlichen Wasserfall der aus der Lava kommt.

Der „Lavafluss Hraunfossar“ in Langzeitbelichtung.

Hraunfossar ist der gemeinsame Namen unzähliger klarer und sprudelnder Quellen, die unter einem ca. 3000 Jahre altem Lava-Höhlenlabyrinth zwischen Felsen und Gebüsch wie aus dem Nichts in den Fluss Hvita fallen. Niederschläge und Schmelzwasser des Langjökull Gletschers bilden die über einen Km langen einzigartigen kristallklaren Lavawasserfälle Hraunfossar.

 

Die durchschnittliche Wassermenge beträgt 80-100 qm/sec. In Schmelzperioden bis zu 500qm/sec. auf einer Länge von 1,2 Km

Di. 10.6.2014

Im Licht der Mitternachtssonne

Das Einschlafen bei hellerleuchteter Nacht fällt mir heute schwer, schaue durch die Dachluke wie sich die ziehenden Wolken orange verfärben. Gerade ist die Sonne hinterm Horizont untergegangen und schon beginnt nach einer halben Stunde ein farbenprächtiger Sonnenaufgang wie wir ihn noch nie gesehen haben. Die ersten Sonnenstrahlen des heutigen Tages streichen über Moula Moula und gleichzeitig perlen Regentropfen an unseren Fenstern herab. Ich ahnte es, die Mischung macht’s, öffne die Türe und vor mir projiziert die Sonne einen doppelten Regenbogen auf die dunkle Wolkenfront. Dieser Anblick wirkte auf mich schon fast kitschig, wie eine eingefärbte Ansichtskarte, doch dann wurde ich zum klickenden „Japaner“.

Von keinem „Objekt“ und von keinem Wasserfall in Island habe ich so oft den Auslöser meiner Kamera gedrückt, einfach fantastisch…  

Mitternachtssonne…so fing alles an um 1:30 Uhr

…dann um 2:45 Uhr ein grandioses, spektakuläres Naturschauspiel

…das über Moula Moula im Doppelpack endete.

Auf der 54er zur Halbinsel Sneafellsjökull

Islandpferde, ein vertrauter und gewohnter Anblick

Do. 12.6.2014

Attacke wie bei „Hitchcocks Vögel“.

Anfang Juni bekommen die isländischen Brutvögel Sommergäste die aus großer Entfernung ankommen. Darunter sind Zugvögel aus Europa, Afrika und aus dem 3000Km entfernten Amerika. Selbst aus Ludwigsburg hat man schon den weiß-schwarzen Moula Moula mit den Weltenbummlern entdeckt.

Entlang der Halbinsel Snaefellsnes brüten am Boden der flachen Uferzone gerade große Kolonien der Küstenseeschwalben. Sie gelten zu den Zugvögeln mit der weitesten Flugstrecken.

Auf der Suche nach einem Nachtplatz, fahren wir ein Stück auf einem geschotterten Wiesenweg zur Küste und finden in einer Einbuchtung unseren idealen heutigen Standort.

Kaum sind wir ausgestiegen bemerken wir, dass wir in ein Brutgebiet der Küstenseeschwalben geraten sind und auch schon attackiert werden.

Angriffslustig und kreischend verteidigen sie ihr Revier gegen alle Eindringlinge.

Unbeschadet flüchten wir in unsere Kabine.

Für mich war es wieder einmal eine Gelegenheit um Film- und Fotoaufnahmen der brütenden Vögel zu machen.

Mit einem Badetuch um den Kopf gewickelt und wedelndem Sitzkissen brachte ich meine Kameras in die Nähe der Bodennester. Je näher ich zu ihrem Brutplatz kam, desto heftiger wurden die Angriffe und ihre Schnabelhiebe endeten im Sitzkissen.  

Ich hielt mich nur kurze Zeit im Bereich der Nester auf um die Vögel nicht länger von ihren Brutstätten fernzuhalten und ein Unterkühlen der Eier zu verhindern.

Nach den Aufnahmen kehrte wieder Ruhe ein und unser Nachtplatz wurde von der brütenden Vogelkolonie akzeptiert.

Seeschwalbe im Angriffsflug

Freddy hält mit Kamera, Badetuch und Sitzkissen dagegen.

…und die nächste Attacke…

…und wieder gab‘s Schnabelhiebe.

Auf dem Weg zur Halbinsel Snaefellsnes, die sich wie ein langer Finger in den Nordatlantik erstreckt finden wir vielfältige landschaftliche Schönheiten.

Die Rundfahrt die uns über Borgarnes im Süden bis Stykkisholmur führt beträgt etwa 300 Km

Die Südküste der langgezogenen Halbinsel ist bedeckt mit bizarren Lavaformen,

zwischen denen sich vereinzelt Moose, Pflanze und auch Blumen angesiedelt haben.

Ein Blumengruß wie von einer Floristin drapiert.

Die Südspitze der Halbinsel Snaefellsnes

Die steile Pistenauffahrt zum „Schneeberg“.

Der Snaefellsjökull, nachdem auch die Halbinsel genannt wird, ist ein schneebedeckter kegelförmiger Schichtvulkan, der sich am Ende der Halbinsel Snaefellsnes fast 1500 Meter erhebt.

Auf Passhöhe ist mit Moula Moula Schluss. Weiter geht’s nur noch mit Schneemobil.

Schneemobile warten auf die Touristen, dahinter der Snaefellsjökull.

Der „Kirchenberg“, dahinter wieder der schneebedeckte Snaefellsjökull

In Olafsvik, einem Ort im Norden der Halbinsel dreht sich alles um den Fisch. Im kleinen Industriegebiet, gleich am Hafen stehen die Gefrierhäuser mit den Fisch verarbeitenden Betrieben. Ich besuche einen kleinen Betrieb, frage nach dem Inhaber der mir gleich die Erlaubnis für Filmaufnahmen gibt. Dabei lerne ich Patrik kennen der hier arbeitet. Er kommt aus Leipzig hat eine Isländerin geheiratet und lebt mit dem gemeinsamen Kind hier in Olafsvik.

Patrik, der sich in Olafsvik mit seiner Familie sesshaft gemacht hat, kommt aus

Deutschland und erklärt uns den Ablauf der Fischverarbeitung.

Hygienisch und sauber im kleinen Fisch-Verarbeitungsbetrieb Valafell in Olafsvik

Filetierter und in Salzlauge eingelegter Dorsch (Kabeljau).

Weiter geht’s über Land zu den Westfjorden.

Im Juni kommen die Fohlen zur Welt

Mitternachtssonne…immer wieder ein faszinierendes Schauspiel im Wandel des Lichts.

Schon bei diesen Lichtverhältnissen bekommen wir über unsere Solaranlage kostenlosen „Nachtstrom“.

Unser Nachtplatz im Schein der Mitternachtssonne.

Unbeständigkeit und stündlicher Wechsel zwischen frühlingshaftem Sonnenschein und

kaltem Novemberregen, sind charakteristisch für das Islandwetter auf das man sich

einstellen sollte. Wir haben manchmal tagelang auf schöneres Wetter gewartet, manchmal mit dem Ergebnis, dass es von Tag zu Tag unangenehmer wurde. Keine 50 Km weiter, hinter dem nächsten Fjord, empfing uns strahlender Sonnenschein und hat schon tagelang nicht mehr geregnet. Das einzige an Islands Wetter auf das man sich verlassen kann, ist seine Unberechenbarkeit. Wenn Dir das Wetter nicht gefällt, dann warte eine Viertelstunde, so trösten oft die Einheimischen die Touristen. Isländer behaupten sogar, dass das Wetter in Grönland gemacht wird.

Jedenfalls können wir uns an das kalte regnerische und windige Wetter nicht gewöhnen, bedenkt man, dass wir auf unserer Weltumrundung über 6 Jahre nur Sommer hatten.

Wir umfahren einen der unzähligen Westfjorde.

Es ist Mitte Juni und in diesem nordwestlichstem Land Europas, unmittelbar am Polarkreis lagen noch immer Schneereste und Eis bis in die Tallagen der hohen Fjordberge an der Westküste.

Kalter Nordwind brachte ständig neue Regenschauer, für uns kein ermutigender Anblick bei einer Tagestemperatur zwischen +4° und +6°.

Kaum vorstellbar dass unsere Freunde zuhause bei hochsommerlichen Temperaturen über 30° im Garten bei einem kühlen Bier ihren Grill anwerfen.

Schotterpiste entlang am Breidafjördur

Moula Moula gesellt sich zum ältesten Stahlschiff Islands. Es wurde 1912 in Norwegen gebaut und steht gestrandet seit 1981 im Patreksfjord.

Kalte, nasse Einsamkeit am Ende eines Fjordes…ein Gehöft…ein Farmer…eine Familie.

Aufgeweichte Pistenwege

Im nährstoffreichen Quellwasser gedeihen farbenintensive Moospolster

Strandabschnitte wie auf Sylt, am Ende Europas

Der Felsen Bjargtangar ist die äußerste 400 Meter hohe Westspitze Islands und somit auch das westliche Ende Europas. Daran schließt sich die 14 Km lange Felsenwand Latrabjarg in der im Juni  die größten Seevogelkolonien der Welt brüten.

Der neugierige, putzige und zutrauliche „Lundi“ oder Papageientaucher, hat mit seinen Stummelflügeln das Fliegen sicherlich nicht erfunden, er ist aber auf dem Wasser ein exzellenter Schwimmer und Taucher. Papageientaucher sind die Charaktervögel der grasbewachsenen Plateaus.

Ihre Bruthöhlen legen sie bis zu 2 Meter tief mit ihren Schnäbeln in die oberste Erd-Schicht der Steilwand, legen ein Ei und bebrüten es ca. 40 Tage

Das Wetter, die Wolken, die Licht- und Farbkontraste in einer einzigartigen Landschaft  gehören zu Island wie die Schafe, Pferde, die Wasserfälle und die Fjorde.

 

Di. 24.6.2014

Einen Sonnenuntergang wie diesen hätten wir uns am Vogelfelsen Latrabjarg gerne gewünscht.

Nach über einer Woche Regen und einem kalten peitschendem Wind hat es die Wolken immer noch nicht vertrieben, dafür uns.

Wir fahren zurück in den Süden der Insel, dort erwarten wir besseres Wetter. 

Unser Abenteuer Island geht weiter.

© by Reckfilm

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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