Mittelmerika: Guatemala (09.06.08 bis 20.07.08)

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Guatemala, das Land des ewigen Fruehlings



Reiseroute durch Guatemala

Reiseroute:
Grenzübertritt von Honduras in El Florido, Chiquimula, Rio Hondo, El Progreso, Ciudad de Guatemala, Antigua, Palin, Volcán de Pacaya, Chimaltenango, Chichicastenango, Panajachel, San Lucas Tolimán, San CristóbalTotonicapán, Huehuetenango, Aquacatán, zurück nach Antigua, 2. Besuch auf dem Vulcan Pacaya, San Juan Sacatepéque, Rabinal, Salama, Cobán, Grutas de Lanquin, Semuc Chamey, Sebol, Semox (Routa CA 13), Rio Dulce, Livingston, Finca Ixobel bei Poptún, Flores, Ruinas von Tikal, Ausreise nach Belize.
Sprache:
Amtssprache Spanisch,
Einreise Guatemala:
Einreisestempel war nicht nötig, hatte 90 Tage Gültigkeit aus Honduras. Kosten pro Person 10 Quetzales. (90Tage beinhalten den Reiseaufenthalt für Nicaragua, Honduras und Guatemala und werden an deren Grenze nicht mehr neu eingestempelt.)
Einreise für Simba:
Für Simba interessierte man sich, aber keiner fragte nach einem Gesundheitszertifikat oder nach seinem Impfpass. Ein Transitpermit war auch nicht nötig.

 

Für Moula Moula:
Nach einer KFZ Versicherung fragte niemand, wir fuhren ohne.

KFZ-Zollpapiere:
Für die Zollvereinigung der Länder Nicaragua, Honduras und Guatemala bekommt man für das Fahrzeug pro Land nur eine Aufenthaltsgenehmigung von 4 Wochen. Nach meiner Bitte um einen längeren Aufenthalt bekamen wir 2 Wochen mehr. Das Fahrzeug wurde in meinen Pass eingetragen. Kosten 80 Quetzales (ca 8.- €).
Bei der Ausreise wurde das Fahrzeug wieder aus dem Pass "ausgetragen".

Zahlungsmittel:
Die offizielle Währung von Guatemala ist der Quezal.
Wechselkurs (Juni 2008):
1.- € ca. 10,80.- Q
1.- US$ ca.7, 42.- Q
Wechselkurs (Okt. 2008):
1.- € ca. 10,00.- Q
1.- US$ ca. 7, 52.- Q
Wir wechseln einen geringen Betrag (20.-US$) an der Grenze (schlechter Kurs) besser auf der Bank, oder Bargeld mit Karte.


5 Quezales entsprechen etwa 0,50.- Euro

 

KM Stand bei Einreise Guatemala: 171.295 Km
KM Stand Bei Ausreise Guatemala: 173.615 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise:145.638 Km Km

Dieselpreis/ Juni 08:1 Galone = 3,7 Ltr 38,57 Quezal
Super:1 Galone = 3,7 Ltr 37,04 Quezal
Spritpreise im Okt 2008 etwa 15% niedriger.

Aufenthaltsdauer: 09.06.08 - 20.07.08 und 26.09.08 - 06.10.08

Guatemala,etwas größer wie Portugal, ist mit Sicherheit eines der abwechslungsreichsten Länder Mittelamerikas. Aus der Sicht der Deutschen denkt man oftmals gleich an Bürgerkrieg, bewaffnete Jugendbanden und sonstige negative Ereignisse. Es mag schon stimmen, dass man einige Gegenden meiden sollte, so haben wir z.B. Guatemala City und die Grenzgebiete zu Mexico und San Salvador nicht besucht.

Wir haben uns nie unsicher gefühlt und hatten auch keine Sicherheitsbedenken, obwohl es ein starkes Wohlstandsgefälle zwischen den Touristenstätten Antigua, Atitlan und Guatemala City gab. Von den Ländern in Mittelamerika war dieses Land für uns eine einzige, positive Überraschungen. Am wohlsten fühlten wir uns in den abgelegenen Dorfgemeinschaften, dort hält man die eigenen Traditionen, archäologischen Schätze und die koloniale Vergangenheit aufrecht. Die außergewöhnliche Vielfalt und Schönheit des Landes, verbunden mit der Warmherzigkeit der Guatemalteken, machten unsere Reise durch Guatemala zu einem unvergessenen Erlebnis.

Das auswärtige Amt informierte aktuell über Internet:

Bei Reisen nach Guatemala ist erhöhte Vorsicht geboten. Guatemala hat eine der höchsten Kriminalitätsraten in Lateinamerika. Vor allem im Stadtgebiet von Guatemala-Stadt aber auch im Landesinneren kommt es täglich zu bewaffneten Überfällen, deren Opfer häufig auch Touristen sind. Die Hemmschwelle zum Einsatz exzessiver Gewalt ist sehr niedrig.

Das gesamte Grenzgebiet Guatemala-Mexiko ist Einflussgebiet der organisierten Kriminalität sowie Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen von Jugendbanden. Die Grenzstadt nach Mexiko, Tecún Umán, gilt als Kriminellen-Hochburg.

Der Besitz von Waffen ist weit verbreitet. Grundsätzlich muss von der Bereitschaft zum Waffeneinsatz ohne irgendeine Warnung ausgegangen werden. Vermeiden Sie es deshalb, die Täter durch Widerstand herauszufordern. Es ist allemal sinnvoller, die geforderten Gegenstände (Wertsachen, Gepäck, Pkw etc.) widerstandslos herauszugeben und sich ruhig zu verhalten.......


Ein Kfz- Schild von Guatemala (mit der Maya Pyramide von Tikal)

 

Mi. 09.06.08

Einreise Guatemala

Die Grenze bei El Florido hatten wir am frühen Morgen angesteuert. Es war eine sehr einfache und problemlose Einreise. Für die Zollvereinigung der Länder Nicaragua, Honduras und Guatemala bekommt man für das Fahrzeug pro Land nur eine Aufenthaltsgenehmigung von 4 Wochen. Nach meiner Bitte um einen längeren Aufenthalt bekamen wir von den überaus freundlichen Grenzbeamte 2 Wochen mehr. Wir wechselten einen kleinen Dollarbetrag bei einem Schwarzhändler um unsere Gebühren von umgerechnet 10 Euro bezahlen zu können. Moula Moula wurde in meinen Pass eingetragen und nachdem wir noch die verlangten Kopien von Reisepass, Führerschein und Fahrzeugschein vorlegten, wünschte man uns einen angenehmen Aufenthalt in Guatemala. Das war schon mal ein positives Ereignis, keine lästigen Fahrzeugkontrollen, keine unnötigen Fragen und keine "Taschenzahlungen".

Auf gutem Asphalt der CA 11, CA 10 und dann auf der CA 9 kamen wir heute gut voran und übernachteten an einer Tanke kurz vor der Hauptstadt Guatemala-City.


Unser erster Übernachtungsplatz,
aus Sicherheitsgründen, an einer bewachten Tanke

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Do. 10.06.08 - Sa. 14.06.08

Antigua

Unsere Entdeckungsreise durch die Geschichte und Kultur der Indios konnte nicht besser beginnen, als in Antigua, am Fuße der 3 Vulkane, de Agua, Acatenango und des noch tätigen Vulcans Fuego.


Vulcan de Agua mit Wolkenhaube, dahinter V. Fuego.

In der alten Stadt Antigua, wo wir uns fast 2 Wochen aufhielten, schlenderten wir auf schnurgeraden Pflastersteinstrassen aus einer über 400 Jahre zurückliegenden Zeit.


Wir gehen auf Erkundungstour durch Antigua


Koloniale Vergangenheit wohin wir schauten


Eine von vielen Kirchen in Antigua


Torbogen in Antigua

Obwohl im 18.Jahrhundert ein verheerendes Erdbeben die einstige Hauptstadt fast vollkommen zerstörte, wurde sie in Teilen wieder aufgebaut und aufgrund ihrer kolonialen Vergangenheit von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Unzählige alte Gebäude, Kirchenruinen, Klosterkirchen und öffentliche Bauten im Kolonialstiel konnten wir bei unserem Rundgang durch die Altstadt besichtigen. Interessante barocke Portale und die großzügig angelegten Innenhöfe der Häuser, in denen andalusische Brunnen plätscherten, verbreiteten uns die Atmosphäre von einst.

In einer Jadeschleiferei bekamen wir Filmerlaubnis und einen Einblick in das regionale Kunsthandwerk.


Rita beim Einkauf eines wunderschön geschliffenen Jadesteins


Kunsthandwerk in Antigua: Maya Masken aus Jade


Schleifen einer Jadekugel für eine Perlenkette

Eine Augenweide ist der Wochenmarkt von Antigua, hier kommt man nicht vorbei, wenn Freitags und Samstags Hauptbetrieb herrscht. Neben den üblichen Souvenirs werden Textilwaren, Gemüse, Früchte, Fleisch, und allerlei Ramsch angeboten. Beherrscht wird die gesamte Stadt von dem gewaltigen erloschenen "Muster Vulkan-Kegel" Agua, der von jeder Ecke aus zu sehen ist, wenn die Wolken ihn frei geben.

Vollbepackt mit Kamera und Fototasche standen wir auf der Plaza, wo uns ein Taxifahrer ansprach, der nebenbei interessante Touren anbot. Als er uns erzählte, dass morgen eine festliche Prozession im nahen Ort S.Antonio Agua Caliente stattfindet, wurden wir neugierig. Sein Fahrpreis, den wir von 80.- auf 40.- US Dollar herunterhandelten, war zwar noch vollkommen überzogen, aber durch seine überzeugende Art, dass es für unsere Filmaufnahmen eine einmalige Gelegenheit währe, willigten wir ein, um schon heute die Vorbereitungen für den morgigen Tag zu beobachten.

S. Antonio Agua Calienteist eine religiöse Gemeinde, in der man noch Zeit hat für traditionelle Rituale. Der gesamte Ort war schon in Festlaune, Girlanden wurden über die Strassen gespannt und eine Marimba-Band auf einer Lkw-Pritsche spielte "Muzak", eine Nationalmusik, zu der drei Meter große "Puppen" tanzten, die von Männern durch die Strassen getragen wurden.


Die tanzenden Puppen, unter den Röcken sitzen die Männer.

Hauptprobe für den morgigen Tag. Bis zum bitteren Ende wurden die Tänzer ständig unter den Röcken mit klarem Zuckerrohrschnaps versorgt, der gefüllt in Wassergläsern hineingereicht wurde. Die haben noch getanzt als die Musikanten schon zusammengepackt hatten. Unser Taxifahrer hat in der Zwischenzeit bei der Obrigkeit um meine Filmerlaubnis gebeten, die mir am nächsten Tag beindruckende Aufnahmen ermöglichte.

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So. 15.06.08 - Sa. 21.06.08

Prozession in S. Antonio Aguas Calientes (bei Antigua)

Schon früh am Morgen besuchten wir den Ort und parkten in einer Seitenstrasse. Es wurden auf den Strassen Blumenteppiche aus Blütenblätter, gefärbtem Sägemehl und verschiedenfarbigem Gemüse angelegt. Jede Farbe hat dabei seine Bedeutung. Rot für den Gott aller Lebewesen, grün für den Gott der Erde, weiß für den Regengott und gelb für die Vorfahren.

Vor der Kirche wurde eine kurze Andacht gehalten, dann begannen sich die Menschen zu sammeln. Die Frauen trugen fast alle ihre Trachten. Schön anzuschauen waren ihre bunten Blusen mit dem Wickelrock, die langen Stolas und die gefalteten Tücher auf ihren Köpfen.


Blick vom Klockenturm der Kirche auf die Prozession

Es war Ernte-Dankfest und die Prozession zog sich den ganzen Vormittag durch den Ort. Die Bauern hatten dazu ihre Schuppen, Garagen, Schweine- und Ziegenställe festlich mit einem Altar geschmückt, auf dem Obst, Gemüse und Mais aufgelegt waren. Der Priester besuchte mit seinem Gefolge die Stätten und segnete die Erntegaben, die umstellt waren von brennenden Kerzen.

Die Kerzen symbolisierten dabei Erde, Wasser und Mais, die den Menschen Nahrung geben. In ihren Gebeten gedachten sie der Vorfahren, riefen den Gott der Erde, des Wassers und des Himmels. Beeindruckt und schweigend beobachtete ich die in der Andacht vertieften Indios. Dabei bezeugten sie der Erde mit dem Weihrauch des mildduftenden und glimmenden Kopal-Holzes ihre Achtung und erbaten sich für das nächste Jahr ebenfalls wieder eine gute Ernte.


Brennendes Harz des Kopal-Holzes ( das aufgelegte Kopftuch gehört zur Tracht)


Kerzen sind ein Symbol von Erde, Wasser und Mais


Eine traditionelle Tracht mit Kopftuch


Neugierige Zuschauerrinnen beim Prozessions-Umzug


Am Schluss der Prozession wurde kräftig auf die Pauke gehauen


Nach der Prozession in der Kirche: Eine Vermischung alter Maya-Rituale
mit den Bräuchen des katholischen Glaubens.


Ein christlicher Segen vom Altar aus, für unserere Weiterreise

Nach einem anstrengenden Tag zogen wir uns wieder zurück an unsere Esso Tanke. Es war ein ganz angenehmer und bewachter Platz, an dem wir 10 Tage sicher standen und pro Tag 20.-Quezales (2.-€) bezahlten. Von hier aus starteten wir auch immer wieder unsere Exkursionen in die nähere Umgebung.


Unsere "Bodyguards" verpassten Moula Moula eine kostenlose Wäsche

Unsere Kontakte mit den "Seguridados" war sehr herzlich. Kaum drei Tage sind wir gestanden, dann gab's für Moula Moula eine Überraschung. Mit Schlauch, Leiter, Besen und Eimer rückten sie an, unsere "Bodyguards" und schrubbten unser Heim mit geschultertem Gewehr und Revolvergürtel. Alles kostenlos. Es waren nette Jungs und eine nette Geste.

Ich bereitete mich nun auf eine 2. Filmexkursion auf den feuerspukenden Vulcano Pacaya vor, der bei meinem ersten Besuch vollkommen im Nebel stand. Auf einer abenteuerlichen Pistenanfahrt erreichten wir bei Dunkelheit den Ausgangspunkt zum Anstieg auf das sehr aktive Lavafeld.

Auf einem privaten Abstellplatz erwartete uns schon Maria, die mich morgen mit ihrem Mann Pedro und einem Pferd begleiten wird.

Es war eine heiße Sache mit dem Pacaya, einem der aktivsten Vulkane der Erde, er liegt südlich von Guatemala-Stadt. Nach einer über hundert jährigen Ruhefase besteht seit 1965 eine kontinuierliche Aktivität, mit zum Teil heftigen Ausbrüchen. Im Dämmerlicht des frühen Morgens zogen wir los. Das Pferd war bepackt mit Fototaschen, Stativ und Proviant für den Tag. Zuerst ging es steil durch einen Bergwald, dann im dichten Nebel über "Almwiesen" bis zum oberen Lavafeld. Dazwischen hörte man immer wieder die Explosionen, die durch Entgasung des Magmas ausgelöst wurden. Ein raues Lüftchen drückte noch einige Wolkenfetzen über den Kraterrand, dann öffnete sich der Vulkankegel mit seinem aktiven, feuerspuckenden, Nebenkrater.

Nun ging es mit dem Pferd nicht mehr weiter. Pedro ritt zurück ins Dorf und ich ging mit Maria, die sich auf dem Lavafeld bestens auskannte, übers heiße, brüchige Lavagestein, darunter schimmerte das rotglühende Magma hindurch. Heiße Schwefeldämpfe stiegen auf und es roch nach Gummi, von meinen angesengten Bergschuhen. Ein Lavastrom, der sich gerade bildete, bewegte sich als zähflüssiger Brei langsam an uns vorbei.


Vulkan Pacaya mit seinem kochenden Nebenkrater

Beeindruckt und immer wieder staunend stand ich vor diesem gewaltigen Naturschauspiel. Es war zwar eine Schinderei, mit meinem Film Equipment übers heiße und brüchige Gestein zu laufen, aber dafür wurde ich mit einem einmaligen Erlebnis belohnt.


Freddy holte sich verbrannte Schuhsohlen bei Aufnahmen auf dem Vulkan Pacaya


Glühendes, zähfließendes Magma, bewegte sich talwärts.

Am frühen Nachmittag machten wir uns dann auf den Abstieg und erreichten gerade noch unseren Ausgangsbereich, als ein heftiger tropischer Regen niederging und unseren Übernachtungsplatz unter Wasser setzte.

Auf der CA1 nahmen wir wieder Asphalt unter unsere Räder und fuhren hinein in ein wolkenverhangenes Gebirge mit tiefen Schluchten, dessen Gipfel bis über 2000 Meter hinausragten. Nach vielen engen und steilen Kurven kamen wir zu den rostig-roten Ziegeldächer von Chichicastenango.

Chichicastenango ist ein Pilgerziel für viele Touristen, die an indianischer Kultur interessiert sind und hier vor allem am Sonntagsmarkt alles in unglaublicher Farbenpracht vorfinden. Schon früh am Morgen begannen die Hochlandindianer ihre typischen Stoffe und Schnitzarbeiten auszupacken. Wir gingen vorbei an den Holzständen auf denen die Waren angeboten wurden.


Buntes Markttreiben in Chichicastenango


Auch wir deckten uns mit kleinen "Mitbringsel" ein


Eine Quiché-Indio-Frau


Frauen mit bunt gewobenen Trachten in Chichicastenango


Männer und Frauen bleiben in der Öffentlichkeit meist unter sich.

Auf den Treppenstufen vor der über 400 Jahre alten Santo Tomas Kirche, die auf den Resten eines Maya- Heiligtums erbaut ist, wurden Unmengen von Blumen verkauft. Dazwischen flackerte auf einer Plattform ein Feuer, an dem sich alte Maya-Riten versteckt abspielten.

Glauben an Geister und Dämonen, vermischten sich auch hier mit dem Glauben der katholischen Kirche. Männer trugen eine Statue des hl. Thomas mit Trommelschlägen aus der Kirche, wobei ein Gefäß mit dem Weihrauch des Kopal-Holzes in alle vier Himmelsrichtungen geschwenkt wurde, um die dort wohnenden Götter zu huldigen. Auch dem christlichen Gott wurde gedankt, indem sie das Gefäß im Kreuzzeichen bewegten. Sie trugen nun die Statue über den Markt. Gewaltige Böllerschüsse wurden zwischen den Marktbesuchern gezündet, die ängstlich auseinander rannten. Mit dem Glockengeläute reichte man dann zwischen den Marktständen den Klingelbeutel umher.


Frauen mit ihrer Tracht aus dem Gebiet von Huehuetenango

Auf einer weiteren Rundreise über Santa Cruz del Quiché nach Aguacatán bei Huehuetenango erlebten wir Märkte ohne touristischem Rummel, die wesentlich interessanter, und vor allem filmfreundlicher waren.


Ein buntes Markttreiben auch in Aguacatán bei Huehuetenango

Auf den Märkten und Dorffesten waren die Frauen steht's dicht beieinander. Jeder Stamm trug eine andere, bunte Tracht, die in einer ganz bestimmten Art und Farbe gewoben war. Mütter, Töchter, Nichten und Tanten betrieben auch die provisorisch hergerichteten Garküchen. Wir wurden dort ebenso freundlich bedient wie die einheimischen Marktbesucher und stärkten uns öfters an dampfenden Gerichten.

Ein malerischer Anblick ist er schon, der Lago Atitlan, wenn man von Sololá die Kurven hinabfährt nach Panajachel. Aber gleich vom schönsten See der Welt zu sprechen, wie ihn einst Alexander von Humbold bezeichnete, dürfte etwas übertrieben sein. Der kalte und 300 Meter tiefe See wird umrandet von den 3 schönen Vulkankegel Tolimàn, Atitlan und San Pedro.


Lago Atitlan

Der kleine Touristenort Panajachel wird auch ironischerweise "Gringotenango" genannt. Gleich am Anfang des Ortes verlangte man an einer provisorischen Schranke Straßengeld, eine kleine Unverschämtheit, die wir nicht unterstützten. Ich fuhr einfach weiter, die sollen unsere Straßengebühr beim deutschen Honorarkonsul anfordern, der im Zentrum ansässig ist. Alles sehr touristisch aufgebaut mit Restaurant, Shops, Klamottenläden, "Kunstgalerien" Internetcafes, und eine starke Backpackerszene. Einige Hippiegestalten, gealtert unterm Stirnband, begegneten uns auf der Ufer-Promenade und erinnerten an die "bewusstseinserweiterte" Drogenszene der 70er Jahre. Der überteuerte und künstlich hochgezogen Ort gefiel uns überhaupt nicht und wir kehrten ihm den Rücken.


Panajachel am Ufer des Atitlansees


Nette, freundliche Begegnungen unterwegs

Über die Landstrasse nach Norden verließen wir den Lago Atitlan und fuhren tiefer hinein in das guatemaltekische Hochland. Unterwegs besuchten wir noch die Ruinen von Iximche wo wir an einer rituellen Maya Taufe teilnehmen durften.

Dabei bildete ein Feuer mit brennendem Kopal-Harz den Mittelpunkt des Festes. Der Opa führte den Reigen an und schüttete dem kleinen Kind das Taufwasser über das Gesicht. Das arme Kerlchen wurde mit dem Wasser aus einem alten Mayabrunnen fast ertränkt. Blärrend wurde der kleine dann von Opa wieder beruhigt, indem er stampfend, mit dem Kind im Arm, nach einer spirituellen Musik aus dem Kassetten Recorder, um das Feuer lief. Dann war der nächste dran, so folgten 12 weitere Familienmitglieder mit dem Taufwasser und Opa lief und lief und lief....


Das Taufritual, mit dem Feuer des Harzes vom Kopal-Holz als Mittelpunkt des Festes


Aufnahmen bei einer traditionellen und Ritualen Maya-Taufe
zwischen den Ruinen von Iximche (gespr. Ichimche)

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So. 22.06.08 - Di. 01.07.08

Eindrücke durch Guatemala

Was auf unserer Straßenkarte wie eine kurze Strecke ausgesehen hatte, war in Wirklichkeit eine gewaltige Distanz, die wir in den letzten Tagen zurückgelegt hatten. Schlechte Erdpisten, Erdrutsche, Baustellen und ein ständiges steiles auf und ab, erschwerten unsere Reise auf der Landstrasse Nr.5 in Richtung Norden. Stellenweise war ein Vorwärtskommen nur mit Geländeuntersetzung und eingeschaltetem Allrad möglich.


Blechhütten neben unserer Piste


Wir treffen immer wieder auf liebenswürdige Indigenas


Sie weiß, dass sie hübsch ist.....

Landschaftlich war es eine wunderbare Strecke mit Fichten- und Regenwald, breiten Flusstäler und kleinen verstreuten Ansiedlungen mit neugierig, zurückhaltenden Menschen.

Kleine Gastgeschenke überwanden die sprachlichen Hürden und oft folgten uns Einladungen in ihre Hütten.

Gegenüber dem Süden, hat sich nun die Landschaft und das Klima geändert, es wurde grüner, feuchter und wesentlich wärmer. Wir sind auf der CA 14 kurz vor Copán und blieben für eine Nacht auf dem schön angelegten Campingplatz Cantry Delight. Ein gutes Essen, ein verlorenes Fußballspiel (Deutschland gegen Spanien: 0:1) und ein heftiges nächtliches Gewitter mit tropischem Regenguss hatte keinen Einfluss auf unseren gemeinsamen netten Abend.


Camping Cantry Delight auf der CA 14 kurz vor Copán.


Rita an den Wurzeln eines gewaltigen 80 Meter hohen Ceiba Baumes

Heute passierten wir auf der Ruta 5 Copán und San Pedro und kamen schließlich auf einem Pistenabzweig zu den "Grutas de Lanquin".

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Mi. 02.07.08 - So. 06.07.08

In der Höhle der 100 000 Fledermäuse

Etwa einen Kilometer vor Lanquin zweigt ein Weg etwa 200 Meter auf einen gebührenpflichtigen Parkplatz ab. Wir erkundigten uns an der kleinen Eingangs-Hütte über das Höhlensystem und dessen Bewohner, den Fledermäusen. Die gesamte Höhle soll ein Labyrinth von über 30 Km sein und ist auf einer Strecke von fast 500 Meter für Besucher freigegeben. Nach der Bezahlung von 30 Q pro Person, gingen wir vorbei an großen Stalaktiten und Stalagmiten, bis zum Ende des beleuchteten Pfades. Gutes Schuhwerk und größte Vorsicht sind beim Gang auf den abgesicherten und glitschigen Wegen unablässig. Der unterirdisch durch die Kalkseinfelsen durchfließende Lanquin-Fluss, gibt der Tropfsteinhöhle noch seinen eigenen akustischen Charakter. Wir waren die letzten Besucher bevor um 18 Uhr die Innenbeleuchtung abgeschalten wurde.

Vor dem Höhleneingang begann dann nach den letzten Sonnenstrahlen ein fantastisches Spektakel. Zuerst waren es Hunderte, dann Tausende, dann Zehntausende von Fledermäusen die neben und über uns, ohne Berührung, nach draußen strömten, um auf ihre nächtliche Beutejagd zu gehen. Wir nahmen uns vor, am nächsten Abend dieses Naturschauspiel zu filmen. Die Nacht verbrachten wir mit Erlaubnis, alleine auf dem bewachten Parkplatz.

Am nächsten Morgen gab es dann ein kleines Problem mit dem Filmen. Zuerst sollte ich 500.-Q bezahlen und dann wollten sie noch, dass ich mir beim Ministerium-X eine Film-Sondergenehmigung besorgen sollte. Irgendwie habe ich es über den Tag hinweg dann doch geschafft, dass ich letztendlich am Abend kostenlos und ohne "Sondergenehmigung" mein Equipment aufbauen konnte. Wir schleppten bei strömendem Regen den Generator, die dazugehörende Beleuchtung und die Filmtaschen an den Höhleneingang, legten unsere Kabel und warteten die Dämmerung ab.


Filmaufnahmen in der Fledermaushöhle von Lanquin

Trotz Scheinwerferlicht und Generatorlärm kamen sie lautlos aus dem Höhlenlabyrinth angeflogen. Erst einzeln dann in Scharen und schließlich in einem einzigen Schwall, ein unglaubliches, spektakuläres Ereignis, das sich umgekehrt, in der Morgendämmerung wiederholte.

Weitere Höhlenbewohner sind vor allem Mäuse und Spinnen, Beute für die nachtaktive Tarantel (Vogelspinne) die regungslos zwischen den Felsenritzen lauerte.


Eine Nachtaktive Tarantel (Vogelspinne),
Vorsicht vor den roten Haaren am Hinterleib, sie können starke Allergien auslösen

Ein Gebirgsfluss der in der Erde verschwindet, das ist der Rio Cahabon bei Semuc Chamey, den wir nach einer Pistenfahrt von 12 Km erreichten. Der Fluss floss zuerst durch einen schmalen Canyon, dann verschwand er donnernd unter meinen Füssen um nach 400 Meter wieder hinter einer Felsenwand "aufzutauchen". Dabei bildet er eine natürliche Brücke aus Kalkstein, die immer weiter ausgewaschen wird und in geraumer Zeit einbrechen wird. Über Jahrhunderte haben sich auf der Brückenfläche natürliche Pools gebildet, die zum Baden einladen.


Ein mächtiger Bergfluss in Semuc Chamey verschwindet donnernd
vor meinen Füßen in einer Erdhöhle.


Die Kaskaden von Semuc Chamey mit den natürlichen Pools

zu fahren, denn auf dieser Strecke drohen zur Zeit Überfälle mit Schusswaffengebrauch. Diese Warnung nahmen wir ernst und fuhren weiter auf der 5er über Sebol zur CA 13, dann ging's mit dem Boot auf den Rio Dulce.

Auf dem Rio Dulce nach Livingston
Die Bootsfahrt begann Flusseinwerts des Castillo San Felipe, einer spanischen Festung, die zum Schutz der Küste vor Piratenangriffen errichtet wurde. Schön ist die 36 Km lange Fahrt vom Lago Izabal zum kleinen Ort Livingston, der nur per Boot erreicht werden kann.


Seeräuberfestung Castillo San Felipe am Rio Dulce

Die mehrheitlich schwarze Bevölkerung, "Rastafaris" und "Garifunas" genannt, geben dem Ort einen karibischen Flair, der sich deutlich vom lateinamerikanischen unterscheidet. So und ähnlich lauten Werbeanzeigen in den Medien, um Kunden nach Livingston zu schleusen. Die Wirklichkeit ist zwar tropisch aber sonst reinster Schrott! Einladende Esslokale verlässt man schon vor der Bestellung wieder wegen unfreundlichem Personal. Fotografieren ist mit eindeutigen Gesten nicht erwünscht und die paar schwarze Einwohner die wir am Strand trafen hingen schon morgens besoffen in den Hängematten.


Auf dem Rio Dulce

Der Strand ein einziger Saustall. Nein Danke, das hat mit karibischem Touch nichts zu tun. Lohnenswert war nur die Fahrt bis zum Bootssteg von Livingston, alles andere kann man abhacken. Eine Buchung nicht empfehlenswert!

Hunde klagen an in Livingston! Weitere Bilder und einen Bericht erspare ich mir an dieser Stelle.


Abfall bekommen die Schweine, was übrig bleibt die Hunde

b>Die Moskitos und die winzigen, scheußlichen "Black-Flies, hatten nun Hochsaison und kein Tag verging ohne Blutverlust.

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Mo. 07.07.08 - So. 20.07.08

Von der Finca Ixobel zu den Ruinas von Tikal

Auf der Reise durch Guatemala nach Belize und Mexico, kommt man an der Finca Ixobel (gesp. Ichobel) nicht vorbei. Ob als Backpacker im strohgedeckten Stelzen Bungalow, in einem Tarzan-Baumhaus, oder mit dem eigenen Fahrzeug unter schattenspendenden Bäumen, man fühlt sich hier wohl. Nach unseren Erfahrungen der schönste Trailerpark in ganz Mittelamerika. Die Finca wurde von einem amerikanischen Ehepaar aufgebaut und ständig erweitert, bis der Mann unter mysteriösen umständen ermordet wurde. Zu unserer Zeit befand sich die Frau gerade in den Staaten und die gepflegte Anlage wurde vom deutschen Manager "Robert" weitergeführt. Ein Restaurant mit einem reichhaltigen Büffet machte das eigene Kochen unnötig. Eine kostenlose kleine Bibliothek, Internetanschluss und ein Touren-Programm in die nähere Umgebung wurden zusätzlich Angeboten. Hier blieben wir einige Tage und machten unseren Fahrzeugservice. Besorgungen erledigten wir mit unserem Quad in dem netten Ort Poptún.


Freddy macht seinen Kfz-Service auf Camp Ixobel


Chicas in einer Bar in Poptún


Straßenszene in Poptún: Zuckersüße Ananas von der Pritsche: 3 Stck 1.-€

Unser vorerst letztes Besuchsziel in Guatemala war Tikal.

Über die CA 13 ging's nach Flores und Santa Elena wo wir an einer Texaco Tanke übernachten um am nächsten Morgen frühzeitig zu den Ruinen von Tikal zu fahren. Am Eingang zum Nationalpark war dann für uns erst mal Schluss. Ein Hinweisschild zeigte, dass Hunde keinen Zutritt hatten.


Himmelwärts strebt der Tempel IV des Königs

Wir wussten das, parkten neben der Strasse unser Fahrzeug, holten unser Quad heraus und fuhren die restlichen 12 Km bis zu den archäologischen Maya-Stätten. Simba hatte in der Zwischenzeit Bereitschaftsdienst bei Moula Moula.

Die Pyramiden von Tikal befinden sich im Zentrum eines großen Nationalparks. Die Mayas haben sich in dieser Region, gegen 700 v.Chr. angesiedelt und erreichten 250 n. Chr. ihren religiösen, wirtschaftlichen und kulturellen Höhepunkt. Über wackelige Leitern und haarsträubenden Holzkonstruktionen erklimmt man den Gipfel der Pyramide IV, die mit ihren 65 Metern die höchste bekannte Pyramide der Maya-Kultur ist. Aus dieser Perspektive erschien der Regenwald wie ein endloses grünes Meer, aus dem die höchsten Spitzen der Tempel herausragten. Dieser Ort diente auch als Kulisse für den Film: "Krieg der Sterne".


Die Spitzen der Pyramiden von Tikal ragen weit aus dem Dschungel heraus

Müde, abgekämpft und verschwitzt, aber überwältigt von der Vielfalt des gesehenen, kehrten wir am späten Nachmittag zurück zu unserem Moula Moula und zu Simba.


Wir sind auf dem Weg nach Belize.

Nicht nur Tikalwar für uns ein Höhepunkte in Guatemala, sondern auch die wunderschöne Landschaft, in der sprachliche und kulturelle Hürden noch mit ursprünglicher Gastfreundschaft, Neugier und Improvisation aus dem Wege geräumt wurden.

Guatemala ist sicherlich ein Land für Individualisten, Abendteuerer und Reisende, die auf der Suche sind, nach dem "Besonderen".

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Mo. 21. 07.08

Ausreise

Am heutigen Morgen fuhren wir die restlichen 80 Km zur Grenze nach Belize und dann im Transit nach Mexiko.

Die Ausreise Guatemala kostete 10.- Q pro Person und 40.-Q Brückengeld. Unser Fahrzeug wurde aus meinem Pass "ausgetragen".

Wir Reisen nach Yucatan, (Mex.)
zu Mayastätten, Valaderos und Cenotes

Unser Lebenstraum Weltreise geht weiter.
© by Reckfilm

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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