Mittelmerika: Honduras 14.05.08 bis 09.06.08)

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Honduras, Bananen, Palmöl und Garifunas



Reiseroute:
Grenzübertritt von Nicaragua in El Espino, Choluteca, San Lorenzo, La Venta, Tegucigalpa, Talanga, Cedros, El Porvenir, Minas de Oros, (Goldminen), Yoro, San Jose, Olanchito, Saba, Jutiapa, La Ceiba, San Francisco, Esparta, Tela, La Lima, Canoa, La Entrada, Copán Ruinas , Ausreise bei El Florido, Einreise Guatemala.
Sprache:
Amtssprache Spanisch,
Einreise Honduras:
Einreisestempel war nicht nötig, hatte 90 Tage Gültigkeit aus Nicaragua. Kosten pro Person 3 US$. (90Tage beinhalten den Reiseaufenthalt für Nicaragua, Honduras und Guatemala und werden an deren Grenze nicht mehr neu eingestempelt.)
Einreise für Simba:
Für Simba interessierte man sich, aber keiner fragte nach einem Gesundheitszertifikat oder nach seinem Impfpass. Ein Transitpermit war auch nicht nötig.

 

Für Moula Moula:
Nach einer KFZ Versicherung fragte niemand, wir fuhren ohne.

KFZ-Zollpapiere:
Für die Zollvereinigung der Länder Nicaragua, Honduras und Guatemala bekommt man für das Fahrzeug pro Land nur eine Aufenthaltsgenehmigung von 4 Wochen. Das Fahrzeug wurde in meinen Pass eingetragen. Kosten 57.-US$ Man erhält eine Einfuhrbescheinigung die bei Verlangen an Polizeikontrollen vorzuzeigen ist. Bei der Ausreise wird das Fahrzeug aus dem Pass wieder "ausgetragen" und die Einfuhrgenehmigung wird abgegeben.

Zahlungsmittel:
Die offizielle Währung von Honduras ist der Lempira.
Wechselkurs:
1.- € ca. 27.- Lempira
1.- US$ ca. 19.- Lempira
Wir wechseln einen geringen Betrag (20.-US$) an der Grenze (schlechter Kurs) besser auf der Bank, oder Bargeld mit Karte.


100 Lempiras entsprechen etwa 3,7.- Euro

 

KM Stand bei Einreise Nicaragua 168.780 Km
KM Stand Bei Ausreise Nicaragua 169.810 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise 141.833 Km

Dieselpreis/ Juni 08:1 Liter 20,21 Lempira = 0,72.- €
Super:1 Liter 25,35 Lempira = 0,93.- €

Aufenthaltsdauer:14.05.08 - 08.06.08

KM Stand bei Einreise Honduras: 169.810 Km
KM Stand bei Ausreise Honduras: 171.295 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise: 143.318 Km

Honduras, das kleine mittelamerikanische Land zwischen Nicaragua und Guatemala hat mehr zu bieten als nur Kaffee und Bananen. Wir erlebten einen farbenfrohen Karneval im Juni, die Energiegewinnung aus den Früchten der Ölpalme und hatten erste Kontakte mit der Mayakultur bei den Ruinen von Copán, die liegen an der Grenze zu Guatemala und zählen zum Weltkulturerbe der Menschheit.
Ein KFZ Schild von Honduras

 

Mi. 14.05.08

Einreise Honduras

In der "Bananenrepublik" Honduras schien uns die Zeit stillzustehen. Nachdem wir im Zollhaus "Terrestre", Baujahr 1945, unseren Deutschen Pass vorzeigten, stand der diensthabende Beamte auf, schloss die Hacken, holte zum "Gruß" aus und rief "Heil Hitler". Ich klärte ihn erst mal auf, dass wir seit langer Zeit in Alemania eine Demokratie haben und Hitler schon längst Tod ist. Er nickte mit dem Kopf, gab sich zufrieden und erledigte unsere Einreiseformalitäten.

Unser Fahrzeug wurde in meinen Reisepass eingetragen, zahlten unsere Gebühren von 57.- US$ und nach 20 Minuten wünschte man uns guten Aufenthalt in Honduras, das war's. Ein Grenzübergang der Easy Klasse.


Zollhaus an der Grenze

Die ersten 100 km auf einer "guten" asphaltierten Straße nach Choluteca schafften wir heute noch. An der ersten Kreuzung vor der Stadt führten viele Strassen und Wege aus allen Richtungen zusammen, richtungsweisende Schilder gab es nicht, nur die untergehende Sonne zeigte uns den richtigen Weg nach Westen. An einer Tanke außerhalb der Stadt verbrachten wir unsere erste Nacht. Neben uns ein Brummifahrer, der unter dem Trailer seine Hängematte spannte, den 6-schüssigen Revolver immer griffbereit.

Autofahren ist in Honduras eigentlich sehr entspannt - wenn man von fehlenden Gullydeckel und tiefen Schlaglöchern auf den Schnellstrassen" einmal absieht und vor allem keine Nachtfahrten unternimmt, denn der Honduraner fährt sehr defensiv, oft nervend langsam tuckert er vor einem her, vor allem nachts ohne Beleuchtung.

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Do. 15.05.08 - So. 18.05.08


Wir besuchten Ortschaften, in der die Häuser, Kirchen, Brunnen und Reste von Befestigungen noch aus der Zeit der Kolonisten stammten. Spanische Impressionen, als sei man im südlichen Andalusien und nicht in Mittelamerika. Freundlich waren die Menschen, denen wir begegneten.


Kolonial Kirche


Umringt von einer "Großfamilie".


Weit ist der Weg....

Einträchtig mit dem silbern glänzenden Band des Rio Nacaome nahm die Strasse ihren Lauf in Richtung Norden. Unter Stroh gedeckten Hütten boten die Bauern am Rande des Weges ihre geernteten Früchte an, Papayas, Ananas, Bananen, Avocados, Melonen, und Gewürzpflanzen. Je weiter wir uns der Hauptstadt Tegucigalpa näherten, desto mehr nahm der Müll in der Landschaft zu.


Ein Farmerknecht mit seinem Monatslohn unterm Arm.

Die Metropole selbst war ein chaotisches Durcheinader in Bergen von Müll. Die Abwässer flossen aus gebrochenen Kanalschächten auf der Strasse entlang, es stank zum Himmel. Müllfrauen und Männer schleppten sackweise die recyclebaren Plastikflaschen, Metallteile und sonstigen Müll zu einzelnen riesigen Haufen zusammen, die dann auf LKWs verladen wurden. Die Stadt ist nahe an einem Kollaps, nichts wie weg aus dieser Gegend.


Schlangengewächs, eine Schmarotzerpflanze
an einem Baum

Kuriose Schlangengewächse an den Bäumen zierten den morgendlichen Weg durch eine Hügellandschaft zu den Minen de Oro. Es sind schwer bewachte Goldminen in denen vollautomatisch das Gold aus dem Gestein gewaschen wird. Das Betreten des Geländes ist für Fremde untersagt und das Filmen oder Fotografieren in weitem Umkreis streng verboten hieß es, als ich um einen Minenbesuch bat.

Einige Kilometer weiter waren die Menschen wesentlich freundlicher, z.B. in dem Dorf El Porvenir, dort wurden wir herzlich aufgenommen und übernachteten vor der kleinen Kirche. Eine scheppernde, unmusikalisch singende Frauenstimme, aus übersteuerten Straßen-Lautsprechern weckte uns schon um 6 Uhr zum sonntäglichen Morgengebet. Ich ging dieser außergewöhnlichen "Ruhestörung" mit der Kamera nach und traf eine europäisch aussehende Frau in ihrem kleinen Vorgarten, wie sie dirigierend vor ihrem Pult stand und die Bibelworte in "Gesangsform" über das pfeifende Mikrophon verkündete.

Als sie mich sah unterbrach sie ihre Vorstellung und wir kamen gleich ins Gespräch. Sie ist eine ausgewanderte Schweizerin, die in dieser verlassenen Gegend schon seit über 30 Jahren lebt. Sie erteilt den Kindern im Dorf Schulunterricht und am Sonntag, da es zur Zeit keinen Pfarrer gibt, übernimmt sie pastorale Lesungen aus der Bibelschrift. Ich habe ihr gesagt, dass man über die Dorflautsprecher ihre Stimme kaum verstehen kann, und die Leute sich zum Teil die Ohren zuhalten, vor lauter pfeifender Rückkopplung. Nach einer halben Stunde hatte ich ihre 30 Jahre alte "Stereo Verstärker-Anlage" neu eingestellt und ihre krächzende Stimme war jetzt wesentlich deutlicher und lauter zu hören, fragt sich nur was ich jetzt mit meiner Geräteeinstellung besser gemacht habe. Ich denke ihr fehlen die Schweizer Berge, damit sie sich mal mit dem Echo selbst hören könnte. Es war eine liebenswerte Begegnung und ich wünschte ihr eine weitere gute Zeit in El Porvenir.

Trocken und heiß war die verrauchte Luft auf unserem weiteren Weg zur Karibik. Die Hitze hatte dem Boden die letzte Feuchtigkeit entzogen und die lehmige Wegstrecke hat sich in eine ausgewaschene, knochenharte und holprige Piste verwandelt.

Mit Allrad und der Geländeuntersetzung ging es teilweise auf extrem steilen und engen Wegen über die Hügelketten.

Wir begegneten bewaffneten Farmern die mit ihren abgemagerten Rinderherden auf der Suche nach Wasser und grünem Weidegras waren.


Ein Farmer mit seinem Revolver

In dieser Gegend schützen sich die Farmer selbst gegen Viehdiebe und halten das Schießeisen steht's griffbereit in ihrem Hosengürtel.

Entlang unserer Route sahen wir nur dorniges Gestrüpp und dürre Maisfelder, statt Bananenstauden, Palmen und einer grünen Landschaft. In der Ferne stiegen flächenartige Rauchschwaden in den Himmel.


Brandrodung im Nationalpark Pico

Brandrodung ist auch in Honduras die übliche Art der "landwirtschaftlichen Nutzbarmachung".

In der extremen Trockenzeit fraßen sich die Flammen durch die Bergwälder des wunderschönen Pico Nationalparks und haben schon längst das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Zentralamerikas unwiderruflich zerstört.

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Mo. 19.05.08 - Sa. 24.05.08

Schwarz Afrika am Strand von Honduras?

Nach einer uns endlos vorkommenden Fahrt kamen wir durchgeschüttelt und staubig endlich in La Ceiba an. Entlang am weißen Karibikstrand, hatten wir gleich eine interessante Begegnung mit den Garifunas.


Der Besitzer meldet ernsthafte Verkaufsabsichten an

Es sind schwarze afrikanische Einwanderer, die etwa vor 200 Jahren der Sklaverei entkamen und heute dieser Region ein einzigartiges kulturelles Bild verleihen. Es vergeht kein Tag ohne dass man ihrer Punta Musik begegnet. Wir hatten bei einer Familie einen Einblick über den Trommelbau und selbst die jüngsten, vermittelten einem den Rhythmus der afrikanischen Buschtrommel.


Bei einem Garifuna Trommelbauer

In der Umgebung von La Ceiba präsentierte sich die Landschaft mit einem langen weißen Sandstrand, Lagunen, einer Tiefebene mit Ananas und Bananenplantagen und dahinter lag eine Bergkette mit tropischem Regenwald. Im Zentrum der Stadt stellte man gerade Tribünen für ein bevorstehendes Fest auf. Nach meinem erfragen welcher Anlass denn gefeiert wird, bekam ich immer dieselbe Antwort: "Am Wochenende ist Karneval", und das im Sommer? Warten wir ab.


Immer auf Draht sein und nie den Überblick verlieren
auf den Strassen von La Ceiba

Bei der Weiterfahrt durch die Strassen ging mein Blick ständig nach oben, überall hingen Kabel herunter. Hier kannte sich absolut niemand mehr aus, mit den Stromleitungen über den Strassen der Stadt.

Ist eine Leitung defekt, wird sie abgeklemmt, irgendwo hängen gelassen und neu verlegt. So kommen immer neue Leitungen hinzu und bilden ein gewaltiges Kabelgewirr vor den Häuserfronten in La Ceiba. Ein Albtraum für (unsere) Elektriker.


Kirche in La Ceiba, ohne Kabel geht kein Foto.

Entlang der Panamerikana, gleich nach Ceiba sehen wir ein Schild " Camping Playa", der richtige Platz, um uns einige Tage zu erholen.

La Ceiba, "Hauptstadt der Freude". Wir treffen George Levidis, der Campingbesitzer mit seiner Lebensgefährtin Theresa und seinen beiden Hunden.

Georg ist Grieche, der einige Jahre in Deutschland verbrachte, dann in die USA ausgewandert ist und heute in La Ceiba lebt.

Wir blieben ein paar Tage auf seinem Platz und fanden unter einer Stroh gedeckten Hütte etwas Schatten vor der brütend heißen Mittagssonne.


Abendstimmung an Georges Campsite, am Kilometer weiten Karibikstrand

Als Georg uns in einem perfekten Deutsch erzählte, dass jedes Jahr um diese Zeit ein farbenfroher Karibischer Festumzug stattfindet, waren wir gleich dabei, um uns dieses Spektakel anzusehen.


Straßenszene in La Ceiba

Georg warnte uns noch vor eventuellen Taschendieben, und wir sollten nur das Nötigste bei uns haben. Also packten wir unsere Videokamera, den Foto und etwas Kleingeld in den Taschen verteilt ein und fuhren gemeinsam in die von Tausenden von Menschen wimmelnde Stadt.

Lebhaft und farbenfroh zogen die Festwagen mit den hübschen Mädchen und Tanzgruppen an uns vorbei.


Hübsche Frauen in farbenfrohen Kostümen


Garifunas in ihrem Element


GarifunaTrommler und Muschelbläser


Garifunas tanzen mit Weihnachtsschmuck zum Klang
ihrer tropischen Musik

Punta Musik auf der gesamten Länge der Avenida San Isidro abspielte.

Perfekt aufeinander abgespielt waren auch einige Taschendiebe die es auf Georgs weiter Sommerhose abgesehen hatten. Im Menschengedränge hat sich wohl eine falsche Hand in Georgs Hosentasche verirrt. Als er uns einen Trink ausgeben wollte, bemerkte er, dass seine gesamte Barschaft von umgerechnet 150.- US$ fehlte. Das war wohl Pech, oder Leichtsinn? Oder....?

Georg und Theresa waren nun unsere Gäste und wir hatten noch einen schönen gemeinsamen Abend auf diesem Fest erlebt.

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So. 25.05.08 - Sa. 31.05.08


Von der Hitze am Strand ausgelaugt verzogen wir uns noch einige Tage ins kühlere bergige Hinterland, in den Pico Nationalpark.


Der Rio Canarejal

Gegen Abend kamen immer wieder Düstere Wolken auf, die ihre Fracht Kübelweise über den Regenwald abschütteten. Der Beginn einer dreimonatigen kleinen Regenperiode. In dieser Zeit ist mit den Flüssen nicht zu spaßen, denn innerhalb weniger Stunden kann sich ein lieblich dahinfließendes Gewässer in einen zerstörerischen, gewaltig dahinrauschenden Strom verwandeln. Auf einer sicheren Anhöhen am Flussbett bezogen wir heute unseren Standplatz.

Während das diffuse Licht der Dämmerung, immer mehr die harten Konturen des Regenwaldes verwischte, knisterte unser Lagerfeuer vor einer stimmungsvollen Dschungelkulisse.


Übernachtung im sicheren Flussbett


Einer der vielen nächtlichen Besucher


Auch ein Nachtjäger


Eine Battschneiderameise

Durch Kaffee- und Kakaoplantagen fahren wir am wunderschöne Flusstal entlang. Der Kakaobaum gedeiht hier am naturnahen Regenwald am besten. Direkt am blattlosen Stamm, oder an starken Seitenästen wachsen die bis zu 1,5 Kg schweren Kakaofrüchte in einer Reifezeit von 5-8 Monaten heran und färben sich in diesem Zeitraum von weiß zu rotbraun.

Aus den Kakaobohnen, die sich im inneren der Frucht befinden, wird dann in einem arbeitsintensiven Prozess, die begehrte Kakaomasse gewonnen.


Kakao, die Speise der Götter


Ein Arapärchen in freier Natur, sie bleiben ein Leben lang zusammen.


Affen durchstreiften die Baumwipfel

Wir begegneten krächzenden frei fliegenden Aras, Tukane, Papageienvögel, Affenherden und einer vegetationsreichen Urwaldfauna. So z.B dem Kanonenkugelbaum, der fast 50 Meter hoch werden kann und an dessen Stamm kokosnussgroße 1,5 Kg schwere "Kanonenkugeln" heranwachsen.


Kanonenkugelbaum

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So. 01.06.08 - Do. 05.06.08

Palmöl für den "Energiedurst"

Schon eine ganze Zeit folgten wir einem Lieferwagen, der vor uns fuhr und mit den Früchten der Ölpalme total überladen war. Er war auf dem Weg zu einer Ölpresse, irgendwo in den riesig angelegten Palmöl-Plantagen. Seit Costa Rica interessierten wir uns über die Herstellung und Verarbeitung von Palmöl, doch nirgends bekamen wir bisher eine Filmerlaubnis. Dieses mal hatte unsere Ausdauer Erfolg.


Ölpalmen - Plantage

Durch die älteste und größte Ölmühle Zentralamerikas führte uns der Betriebs- Ingenieur Manuel Perez und erläuterte uns die verschiedenen Prozessabläufe. Die gesamte Anlage stand schon seit Tagen wegen eines Schadens an einem Förderband still und wird voraussichtlich erst am späten Abend wieder in Betrieb genommen.


Palmöl Verarbeitungsanlage

Gerade die richtige Zeit für mich um in der naheliegenden Plantage den Männern mit den langen Messern zu folgen. Es sind Plantagenarbeiter mit langen, aufeinander steckbaren Aluminiumrohren, die am Ende der Stange ein langes gekrümmtes Messer haben. Mit diesem Stangenmesser erreichen sie die Fruchtstände in den bis zu 35 Meter hohen Palmsitzen. Eine diffizile und gefährliche Arbeit, wie ich es selbst miterlebte. Zuerst schneiden sie die umstehenden Palmwedel ab, dann folgt der Schnitt an der Fruchtstaude. Das zentnerschwere Traubenbüschel schlug dumpf aus 35 Meter Höhe auf dem weichen Erdboden auf. Bauern mit ihren nachfolgende Ochsenkarren sammeln die Früchte auf, häuften sie am Wegesrand und wurden dann von Traktor gezogenen Gespannen abgeholt. Die großen schweren "Trauben" mit ihren Einzelfrüchten sind schnell verderblich und müssen sofort nach der Ernte verarbeitet werden.


Palmöl- Früchte

Palmöl kann nicht nur für Nahrungsmittel (Palmin) und als Inhaltsstoff für Waschmittel, sondern auch als Kraftstoff für Motoren oder als Brennstoff zur Strom- und Wärmegewinnung verwendet werden.

Große Regenwaldflächen in Mittelamerika werden zur Zeit in Palmöl-Plantagen verwandelt, angeheizt durch den "Energiedurst" in den Industriestaaten auf "billigeren" Agrardiesel. Auf über 100 Quadrat Kilometer legte man um La Ceiba schachbrettartig große Monokulturen mit der Ölpalme an. Als nachwachsender Rohstoff könnte Palmöl die Weltenergie-Probleme lösen helfen, heißt es. Bis 2030 sollen, laut eines EU-Beschlusses 20% Agro-Sprit dem herkömmlichen Treibstoff zugeführt werden.

Der Boom hat in diesen Ländern katastrophale Konsequenzen. Brandrodung und illegale Abholzung für neue Palmöl-Plantagen lassen den Regenwald verschwinden. (Auch im großen Umfang in Asien)

Am späten Abend hat nun die Anlage ihre Produktion aufgenommen und ich konnte mit meinen Aufnahmen beginnen.


Zentnerschwere Fruchtstände der Ölpalme

Auf langen Transportbändern gelangten die Früchte in eiserne Wagen, (Loren) die dann auf Schienen in 30 Meter lange Dampfkessel gefahren wurden. Mit Höllenlärm und Gezische erfolgt darin die Zerstörung von fettspaltenden Enzyme.

Die Luft war heiß, feucht und ölhaltig und die begehbaren Plattformen durch die 20 Meter hohe Anlage waren glitschig und schmierig. Ich hangelte mich an der "Reling" entlang zu den verschiedenen Verarbeitungsprozessen. An der großen Presse hat man die Früchte anschließend gequetscht und in einer großen Zentrifuge die Steinkerne vom Fruchtfleisch abgetrennt. Das orangefarbige Fruchtfleisch liefert dann das Palmöl, das zu Margarine und Kochfett verarbeitet wird. Das Palm-Kernöl wird vorwiegend zur Herstellung von Seife (Palmolive) verwendet. Für Heizkraftwerke kommt das reine Pflanzenöl zum Einsatz. Zur Verwendung für Biodiesel wird das Öl noch in Raffinerien weiter verarbeitet.

Nach Beendigung meiner Filmaufnahmen sah ich aus wie eine eingelegte Ölsardine und dementsprechend auch mein Kamera- Equipment.

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Fr. 06.06.08 - So. 08.06.08

Copán, erste Kontakte mit der Maya Kultur

Der klebrige und penetrante Geruch des Palmöls begleitete uns noch einige Tage auf unserem letzten Reiseabschnitt durch Honduras. Die Fahrt führte vorbei an Bananen und Kaffeeplantagen und durch kleine Orte mit runden Lehmhütten, dann standen wir am späten Nachmittag am Eingang zu den archäologischen Maya Ausgrabungsstätte von Copán.

Der kleine Ort Copán selbst liegt etwa drei Kilometer entfernt und war einst das Maya Zentrum mit über 20 000 Einwohner. Heute ist das Bergdorf für die Touristen Ausgangspunkt zur Ruinentour. Nur hundert Meter vom Haupteingang entfernt, bekamen wir gegen eine kleine Gebühr an der Tankstelle unseren gesicherten Nachtstellplatz.

Gleich am frühen Morgen waren wir auf der Zeitreise in das antike Copán. Im Licht der aufgehenden Sonne strahlten die Ruinen der Mayastätte eine geheimnisvolle Ruhe und Stille aus.


Blick auf den Ballspielplatz

Die Hieroglyphentreppe, das bekannteste und größte in Stein gehauene Schriftstück der Maya, der Ballspielplatz und die vielen andere antike Tempelanlagen mit ihren Reliefs, erzählten uns stumm, die Geschichte des Mayavolkes, das vor etwa 200 bis 800 Jahre nach Christus ihre Blütezeit hatte. Ihre Hochkultur in Copán endete im 9. Jahrhundert nach Christi mit dem Verlassen ihrer Bewohner, warum, ist immer noch ein Rätsel und Geheimnis eines hochentwickelten Volkes.

Wir blieben noch bis zum Nachmittag auf "Ruinen-Erkundung" und waren beeindruckt von der Mayakultur und ihren Lebensformen in Copán, die sich hier vor über 1500 Jahren abgespielt hatten. Am nächsten Tag ging's zur Grenzabfertigung nach El Florido.

Die Ausreise Honduras kostete pro Person 2.- US$, unsere Fahrzeuge waren kostenfrei und wurden aus meinem Reisepass ausgestempelt.

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Mo. 09.06.08

Einreise Guatemala

Unser Lebenstraum Weltreise geht weiter.
© by Reckfilm
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Unser Fahrzeug Moula Moula, ein vollwertiger, geländegängiger LKW mit großer Nutzlast und hoher Bodenfreiheit für den extremen Geländeeinsatz. Auf-und Ausbau durch Woelcke Reisemobile.

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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