42 Mexiko Teil 1

Wo die Götter wohnen

 



Reiseroute durch Mexico (1.Teilabschnitt,
Grenze Belize bis Oaxaca 6.770 Km) mit nochmals 12 Tagen Guatemala.

Reiseroute Mexico Teil 1:
Grenzübertritt von Belize bei Chetumal, auf der Mex 307 nach Tulúm, Trailerpark Paamul, Cancún, Ruinas von Cobá, Valladolid, Mex 295 Ek Balam, Tizimín, Río Lagartos (Flamingos), Ruinas Chichén Itzá, Sotuta, Homun zu den Cenotes, Mérida, Ruinas Uxmal und Kabáh, Ruta Puuc, Campeche, Mex 180 nach Ciudad del Carmen, Frontera, Villahermosa, Macuspana, Ruinas von Palenque, Cascada Misol-Ha, Ocosingo, San Cristobal de la Casas, Comitan de Dominguez, Lagunas Montebello, bei Ciudad Cuauhtemoc nochmals für 12 Tage nach Guatemala. Am gleichen Grenzübergang wieder Einreise Mexico, San Cristóbal de la Casas, Tuxtla, Cañón del Sumidero, Cintalapa, Juchitan de Zaragoza, Sa. Dom. Tehuantepec, Mex 190 nach Oaxaca. Rita fliegt nach Alemania.

Sprache: Amtssprache Spanisch
Einreise Mexico: Kein Visa notwendig, Stempel an der Grenze für 180 Tage in Reisepass
Einreise für Simba: Für Simba interessierte man sich, aber keiner fragte nach einem Gesundheitszertifikat oder nach seinem Impfpass. Ein Transitpermit war auch nicht nötig.

 

Für Moula Moula:
Beim Zoll erhält man an der Grenze ein PERMISO DE

KFZ-Zollpapiere:
IMPORTACION TEMPORAL DE CASA MOVIL. Also eine Einfuhrerlaubnis für das Wohnmobil. Für ein Reisemobil bekommt man normalerweise eine Einreisegenehmigung von 10 Jahren, hat man 2 Fahrzeuge wie wir, erhält man nur 180 Tage. Kosten 50.- US$. (Auf richtige Eintragung achten) Den Sticker den man erhält klebt man von innen an die Windschutzscheibe, das Dokument gut und sicher aufbewahren, vorzuzeigen bei Polizeikontrollen. Nach einer KFZ Versicherung fragte niemand, wir fuhren ohne.

Zahlungsmittel: Die offizielle Währung von Mexiko ist der Peso.

Wechselkurs:
1.- € ca. 14,80 - 15,42 Peso
1.- US$ ca . 9,20 - 9,92.- Peso
Wechselkurs: (28.12.08)
1.- € ca. 18.- Peso
1.- US$ ca. 12,80 - 13,30.- Peso
Wir wechseln einen geringen Betrag (20.-US$) an der Grenze (schlechter Kurs) besser auf der Bank, oder Bargeld mit Karte.

 


100 Peso entsprechen etwa 6,0.- Euro

 

KM Stand bei Einreise Mexiko 174.290 Km
KM Stand in Oaxaca (Mex.) 181.060 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise 153.083 Km

Dieselpreis(10.9.08)1 Liter 6,58 Peso = ca. 0,43.- €
Dieselpreis(31.12.08) 1 Liter 7,33 Peso
Benzin: 1 Liter 7,38 Peso = ca. 0,49.- €

Aufenthaltsdauer: 26.07.08 - 25.09.08 / 07.10.08 - Anfang April 2009

Mexiko, das geheimnisvolle Land der Mayas und Azteken, der Götter, Pyramiden und Ruinen, der Mythen und Legenden. Mit eindrucksvollen Tempelanlagen und Palästen, Kalender und Bilderschriften, haben die Mayas vor allem in Yucatán ein einzigartiges kulturelles Erbe hinterlassen. Wir bestaunten in den Maya-Siedlungen die einstige Hochkultur und besuchten abgelegene Dörfer und Städte mit bunten Märkten die seit Jahrhunderten ihren kolonialen Charakter bewahrt haben. Nicht nur die Natur, mit seinen menschenleeren Traumstränden, seiner einzigartigen Flora und Fauna, seiner schneebedeckten Vulkane und Wüstenlandschaften ist sehr vielfältig, sondern auch der einzigartige Kontrast zwischen modernem und traditionellem Leben. Bei Fiestas mischen sich Lebensfreude, altindianische Riten und christliches Brauchtum zu einem farbigen Schauspiel. Im Laufe unserer Reise, durch das Land der Götter, das sechs mal größer ist als Deutschland, begegneten wir nicht nur freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Auf den Strassen der Großstädte scheint die Devise, jeder gegen jeden zu gelten. Verkehrsschilder betrachtet man als unnütze Zierart am Straßenrand und Ampeln werden oft ignoriert. Über weite Strecken fährt man oft auf ausgezeichnetem Asphalt und plötzlich tauchen kratertiefe Schlaglöcher auf, die uns aus allen Träumen reißen.

In Ortsdurchfahrten fehlen oft die Kanaldeckel auf der Fahrbahn und die Topes, das sind die "schlafenden Polizisten" nerven jeden Autofahrer. Es handelt sich um bis zu 30 cm hohe Betonhügel, die quer über die Fahrbahn verlaufen und einen bis in den ersten Gang zwingen. Am einprägsamsten sind die, die nicht angekündigt sind und die man bei einer Nachtfahrt übersieht. Dazu lästige Straßenkontrollen durch Polizei und Militär, Konfrontation mit Armut und Elend machen Mexiko beileibe nicht zu einem einfachen Reiseland für Individualisten. Doch bei entsprechender Vorbereitung und Auswahl der Reiseroute ist es ein außergewöhnliches Land voller Naturschönheiten und mit einer faszinierenden Kultur, die wir auf einer 8 monatigen Rundreise erleben.


KFZ- Schild von der Peninsula Yucatán mit der Maya-Pyramide von Chichén Itzá

 

Sa. 26.07.08 -

Einreise Mexiko


Nachdem wir an der Grenze in Belize nochmals bei unserer Ausreise abgezockt wurden, erreichten wir mit der Überquerung des Rio Hondo, bei Chetumal, den Mexikanischen Bundesstaat Quantana Roo auf der großen Halbinsel Yucatán.

Wir bekamen den Einreisestempel für 180 Tage in unsere Pässe eingedrückt, machten für die Zollabfertigung von unseren Dokumenten Kopien, bezahlten 50.-US $ Zollgebühren fürs Fahrzeug, das war's. Die Fahrzeug- Röntgenabteilung war noch nicht besetzt und auf eine Fahrzeuginspektion hat man wegen Simba "verzichtet". Mit den letzten Dieseltropfen steuerten wir die erste Mexikanische Tanke an und stillten Moula Moulas ersten Durst mit 0,43 € pro Liter Diesel.


Kurz nach der Grenze von Belize nach Tulum.

Traumstrände an der Karibik von Mexiko gibt es genügend, doch nach einsamen, feinsandigen Stränden unter Palmen am türkisgrünen Wasser sucht man heute auf der Halbinsel Yucatán fast schon vergebens. Auf der 125 Km langen Nationalstrasse Mex. 307 von Tulúm nach Cancún, denen die dollarsüchtigen mexikanischen Touri- Strategen den Namen "Riviera Maya" gaben, findet man so gut wie keine Anfahrtswege an den paradiesischen Küstenabschnitt. Alle Wege führen zu gigantischen All-inclusive Hotelanlagen der Pauschaltouris und wunderschöne Naturstrände wurden in "ökologische" Vergnügungsparks a la Disneyland umgewandelt. Nichts für uns, wir kehrten um, ließen die Tourismus-Hochburg Cancún hinter uns und suchten weiter südlich einen geeigneten Standplatz.

 

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29.07.08 - 28.08.08

Trailer Park Paamul


Direkt am Karibik-Strand fanden wir dann für die nächsten Wochen einen ausgezeichneten Stellplatz, gleich neben einem palmengesäumten Strand mit weißem Korallensand, um mal richtig abzuhängen. Mit einigen amerikanischen Dauercamper, mit ihren überdachten und eingemauerten Wohnmobilen, teilten wir die ruhige und saubere Anlage.


Ein entspannter Ort


Unser Schattenplatz auf dem Trailer Park in Paamul


Karibikflair, weißer Palmenstrand


und ein Swimmingpool........, schöne Ferien!


Unsere ständigen Nachbarn, die Leguane.

Nach 4 Wochen verlassen wir unseren fast schon heimatlichen Trailerpark von Paamul.

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29.08.08 - 03.09.08

Mayastätten, Voladores und Cenotes


Schon früh am Morgen beginnen wir, wie so viele Touristen, unsere kulturelle Maya - Rundfahrt in Tulúm.

Um den Parkplatz gruppierten sich zahlreiche überteuerte Imbiss-Buden, Cafes und Souvenir-Shops. Nach etwa 700 Meter standen wir mit Kamera und Stativ am Ruineneingang. Ein Hinweisschild erlaubte nur die Mitnahme eines kleinen Hand-Camcorders zu einem Zusatzpreis von 35 Pesos. Unfreundlich und patzig wurde ich darauf hingewiesen, dass professionelle Aufnahmen nur mit einem kostenpflichtigen Genehmigungsschreiben vom Kulturministerium in Mexiko City erlaubt seien. Alle Argumente nutzten nichts, ich durfte mit meiner Kamera nicht in die Ruinenanlagen. Am liebsten hätten wir diesen Ort verlassen, aber nicht ohne die Aufnahmen.

Ich brachte Stativ und Kameratasche ins Fahrzeug zurück, nahm meine Kleine (HV30) in die Brusttasche, löste das Ticket zu je 48.-Peso und wir waren drin. Keiner hat den "Kamerawechsel" bemerkt und die 2. Kamera-Kontrollstelle war noch nicht besetzt.

Eine 4 Meter hohe und 600 Meter lange Mauer umschließt das Areal in dem sich über 50 Häuser, Tempel und Palastreste befanden. Tulúm's erste Siedlungsspuren gehen auf das Jahr 564 n. Chr. zurück und hatte ihre Blütezeit zwischen 1200-1400 n.Chr.


El Castillo thront in Tulúm über der Karibik


Das Castillo vom Land aus.

Wir beeilten uns, nutzten das Morgenlicht für unsere Aufnahmen und waren beeindruckt von der einmaligen Lage der Ruinenstätte, direkt über dem türkisfarbenen Meer.

In den ersten 2 Frühstunden hatten wir die Anlage fast für uns alleine, danach rollten die Touri-Busse an und ganze Karawanen zogen über das Gelände. Nun verzogen sich nicht nur die Leguane (Iguanas) die sich auf den Mauerresten erwärmten, sonder auch wir.

Voladores,
Schwebende "heilige Vögel".

Zurück auf dem Parkplatz von Tulúm, begann gerade auf dem Ehrenplatz die Vorführung der Voladores, der "fliegenden Menschen". Auf einer Plattform, auf der ein 25 Meter hoher kahler Baumstamm unter altindianischen Riten aufgerichtet wurde, gaben die Voladores in ihrer traditionellen Kleidung ihre Darbietung: In roter Hose, weißem Hemd, einem bunten Band um die Schulter und mit einem Federkopfschmuck stampften sie nach dem Takt einer kleinen Trommel und einem monotonen Flötenspiel.

Das Zeremoniell, das zwischenzeitlich an vielen Touristischen orten als Attraktion vorgeführt wird, geht auf eine kultische Handlung der Totonaken zurück, zu Ehren der Götter der Fruchtbarkeit und um Erbittung von Regen für ihren angebauten Mais. (Heute geht es um Dollares) Nachdem von den Zuschauern genügend Geld gesammelt wurde, kletterten die Voladores an dem Mast nach oben. Je einer von ihnen setzte sich auf eine Stange des Rahmens, der fünfte spielte unentwegt auf seiner Bambusflöte und schlug dabei auf seiner handtellergroßen Trommel den Tanzrhythmus. Zum Höhepunkt begann er einen atemberaubenden Tanz, stehend auf der gefährlich kleinen Tanzfläche am oberen Ende des Mastens. (40 x 40 cm)


Die "heiligen Vögel" auf dem Palo

Inzwischen schlang jeder der vier anderen Voladores ein Strickende um die Taille. Plötzlich ließen sie sich gleichzeitig nach hinten ins Leere fallen. Während sich die Seile über den Holzrahmen vom Mast abspulten, schwebten die "heiligen Vögel" in immer größer werdenden Kreisen zu Boden.

Auf dem Flug in die Tiefe begleitete sie stets die beschwörende Flötenmelodie an die Götter. Genau nach 13 Umdrehungen haben sich die Seile abgewickelt. In der Totonaken und Maya - Zahlensymbolik war die 52 eine heilige Zahl die sich aus 4x13 (vier Männer x 13 Umdrehungen) ergibt, also die Zahl in Wochen eines Jahres.


Voladores umkreisen 13 mal den Stamm

Tulúm ist eine der meistbesuchten Ruinenanlagen neben Teotihuacán und Chichén Itzá. In Cobá hingegen waren wir am nächsten Tag fast allein.

 

Ruinas von Cobá
Auf den Seitenwegen des weitverzweigten Geländes erlebten wir die Einsamkeit des dschungelartigen Buschwerkes mit seiner vielseitigen Geräuschkulisse.


Die freigelegte Tempel Pyramide von Cobá,
ein Heiligtum im Schutz der grünen Hölle.


Viele Stufen führen in die Geschichte der Mayas.

In der ausgedehntesten Maya-Siedlung bilden zahlreiche Pyramiden, Tempel, Hofanlagen, Wohngebäude, Stelen und ein Ballspielplatz, mit den zwei Zielringen, den Kern von Cobá, Die Pyramide "Nohoch Mul" (großer Berg) ist mit 42 m die höchste der nördlichen Yucatán Halbinsel. Für die Aussicht haben wir 120 Stufen erklommen und wurden mit einer weiten Sicht über Topfebenes Buschland belohnt.

Ballspiel und Krieg,
sind in der Mayakultur untrennbar miteinander verbunden, das zeigen viele Steinabbildungen an ihren Bauwerken.

Das Spiel mit einem Kautschukball wurde anlässlich großer Zeremonien ausgetragen, und dabei ging es jedes Mal um Kopf und Kragen. Dabei durfte der Ball nur mit dem Kopf, der Hüfte und den Knien gespielt werden, nicht mit Händen oder Füßen.


Ballspielplatz mit den seitlichen Ballringen

Man ist sich heute noch nicht sicher, ob der Verlierer geopfert wurde, oder die Siegermannschaft, denn damals war der Opfertod eine große Ehre. Opferreliefs zeigen, dass die Totonaken den Opfertod durch herausschneiden des Herzens vollzogen haben. Bei den Mayas wurde geköpft.
Ballring, durch den der Kautschukball gespielt wurde

Ruinas von Ek Balam
Auf der Strasse zu den Lagunen von Rio Lagartos liegt abseits die 300 v. Chr. erbaute Maya Stadt Ek Balam. Gerade die richtige Zeit, um sich einwenig die Füße zu vertreten. Nicht viel ist über diese eindrucksvolle Stätte bekannt und macht sie deswegen um so interessanter.


Ruinas in Ek Balam


Ruinenstätte von Ek Balam

Vor wenigen Jahren wurde an der Akropolis eine großartige und bis ins Detail erhaltene Skulptur entdeckt, die den Haupteingang eines Saales schmückte. Auf diesem Stuckfries ist ein auf einem Thron sitzender König abgebildet, umgeben von seinem Gefolge.


Ein Teilausschnitt der grandiosen Stuckfassade an der Hauptpyramide


Kalendertafeln

Nach einem Rundgang von 3 Stunden hatten wir heute genug von Steinen, Ruinen und deren Geschichte. Wir suchten Abwechslung von den Maya-Städten und fanden sie an dem nördlichsten Punkt der Halbinsel, bei den Mangroven und Salzlagunen.

 

Flamingos, Pelikane und Polizisten
Ein Naturschutzgebiet der besonderen Art ist der Nationalpark rund um das kleine gleichnamige Fischerdorf Río Lagartos. Insbesondere Ornithologen kommen hierher, um sich den Vogelreichtum anzusehen, vor allem die Flamingo- und Pelikankolonien.

An der Mole boten einheimische Fischer Bootsfahrten durch die Mangrovensümpfe, und zu den Aufenthaltsplätzen der Flamingos an, natürlich zu überzogenen Preisen. Verhandeln war angesagt, wir trafen uns beim halben Preis und verabredeten uns auf den nächsten frühen Morgen. Im nahen einheimischen Restaurant, vor dem wir nächtigten, stimmten wir uns noch am Abend mit einer hervorragenden Fischplatte ein.


Morgenstimmung in der Lagune Rio Lagartos, am Golf von Mexico

Ein wunderschöner Morgen, Jose unser Bootsmann war pünktlich und steuerte bei aufgehender Sonne durch die schmale, tief in das Land eindringende Meeresbucht. Diese ausgedehnte, sumpfige Lagunen- und Mangrovenlandschaft ist das Brut- und Überwinterungsgebiet unzähliger Wasservögel, wie Reiher, Kormorane, Fregattvögel u.v.a. mehr.


Mit Jose in die Lagunenwelt von Rio Lagartos


Mangroven, blaues Meer und rosarote Flamingos

Bald tauchten die ersten Flamingos auf und in der Ferne sahen wir einzelnen Kolonien. Jose machte den Außenborder aus und in der Stille genossen wir das tolle Schauspiel der stelzenden, rosaroten Langbeiner. Verantwortlich für die lachsrote Gefiederfärbung sind Farbstoffe, die in ihrer Nahrung, den kleinen Krebstieren und Kieselalgen enthalten sind, die sie hier in großen Mengen vorfinden.


Startende Flamingos, immer eine imposante Darstellung.

Jedes mal, wenn wir ihre Fluchtdistanz von etwa 80 Meter unterschritten hatten, wichen die scheuen Vögel aus, oder sie rannten mit großen Schritten über das seichte Wasser, bis sie sich elegant in die Lüfte erhoben.

Die Einwohner Río Lagartos arbeiten größtenteils im Fischfang bzw. in einer der Salzminen, die hier schon in der vorkolumbianischen Zeit von den alten Maya betrieben wurden.


Ein fantastisches Spiel der Farben, an der Salzlagune des Río Lagartos


Pelikankolonie in der Laguna


Fahrt durch die sumpfige Mangrovenlandschaft

Nach einer halbtägigen Bootsfahrt ging's mit Moula Moula durch die Mangrovensümpfe bis zum Dorfplatz des Ortes Las Coloradas. Ein Ort am Ende der Strasse, mit vielen Fischerbooten am Strand, einer kleinen Kapelle, einem Schulhaus und einem Dorfplatz auf dem Hühner und Schweine herumliefen, Simbas "Spielgefährten". Einige Jugendliche waren sehr neugierig wegen Simba, wir stellten uns vor und ich erzählte ihnen vom afrikanischen Löwenhund. Es war eine lustige Begegnung.

Nachts gegen ein Uhr war es in unserem Fahrzeug plötzlich taghell, wir standen auf dem Dorfplatz im Rampenlicht von 3 Polizeifahrzeugen. Nach lautem Rufen und Klopfen an unserem Fahrzeug und Simbas Gebell öffnete ich die Türe.

Neun Mann umstellten unser Fahrzeug, einige mit Sturmgewehr und Gesichtsmaske, die anderen mit Pistole im Anschlag. Ich dachte ich bin in einem schlechten Film, oder ist Krieg ausgebrochen? Ein Polizist kam auf mich zu und entschuldigte sich erst mal für seinen nächtlichen Einsatz. Neben dem Uniformierten ganz verängstigt der Ortsvorsteher in weißem langen Gewand, sah aus wie im Nachthemd, der hat diesen ganzen Zirkus eingefädelt.

Ich wurde nicht nach meinem Pass gefragt, sondern nur nach meinem Namen und unserem Herkunftsland, das auch notiert wurde. Nach meinem genaueren hinschauen, war es nur ein Gekritzel, unlesbar. Um die Sachlage nun korrekt, a la Alemania, aufzunehmen, zeigte ich meinen Ausweis und die Lage entspannte sich.

Die Ballermänner und "Einzelkämpfer" nahmen ihre "Gefechtsstellung" wieder auf ihren Pritschenwagen ein und warteten geduldig, bis ich dem neugierigen Hauptmann und dem "Nachthemd" unsere lange und spannende Reise durch Afrika erzählte. Mit vielen Entschuldigungen und Händeschütteln wünschten sie uns eine gute Nacht, die wir dann auch anschließend hatten.

Chichén Itzá, ist die bekannteste und meist besuchte archäologische Maya-Stätte Yucatáns. Wir waren an diesem Morgen die ersten auf dem großen Parkplatz, wollten für Simba einen schattigen Platz für den heißen Vormittag.

Auf der rechten Seite ein riesiger schattenloser Parkplatz für die klimatisierten Omnibusse der Pauschaltouristen, links viele Parkplätze unter Bäumen für Pkws, da passen auch wir drunter, es war ja noch niemand da. Aber laut unserem "Kondukteur" ging das nicht, wir mussten auf den freien Platz unter die mörderische Sonne. Das wollte ich nun wissen, ging ins Office zum Chefe, der wusste aber schon Bescheid, vom "Kassenhäuschen". Alles betteln, bitten und beschweren hatte keinen Sinn, wir sollten mit Simba in der prallen Sonne stehen. Das kam aber keinesfalls in Frage, wir zogen ab und bekamen nicht einmal unser Geld für den schon bezahlten Tagesparkplatz zurück. Meinen schwäbischen Fluch hat man verstanden.

Es ist in Chichén Itzá eine Massenabzocke wie wir sie noch nirgends auf unserer Reise erlebten, der Einzelreisende zählt hier nichts, ist lästig, nur die tausende Organisierten, die täglich hier durchgeschleust werden, sind des Dollares wegen erwünscht.

Nachdem wir diesen "hitzigen" Ort verlassen hatten suchten wir ein erfrischendes Bad in einer Cenote.

 

04.09.08 - 15.09.08

Cenote, eine Naturschönheit in der Unterwelt


Auf der Halbinsel Yucatán, die im nördlichen Bereich von felsiger, poröser und durchlässiger Beschaffenheit ist, befinden sich im Kalkboden unzählige Unterwasserhöhlen mit Einsturz-Dolinen (Deckeneinbrüche), die man Cenote nennt.

Im Gelände fanden wir einen Höhleneingang, hinter dem sich eine wunderschöne verzauberte Höhlenwelt auftat. Durch ein Deckenloch einfallende Sonnenstrahlen erleuchteten das kristallklare Wasser von blau bis türkis. Erfrischend war die Abkühlung im etwa 20 Grad warmen Wasser, auch Simba hatte an diesem heißen Tag viel Freude im kühlen Nass.


Im inneren einer Cenote, nehmen wir ein erfrischendes Bad

Unterwegs erfuhren wir von einer verlassenen Hacienda auf der einst Sisal-Agaven angepflanzt und verarbeitet wurden. Heute stehen dort nur noch einige verfallene Schuppen mit den alten Transmissions-Maschinen, ein Eldorado für Maschinenfreaks.

Was noch intakt war, waren die Gleise und Transportwagen zu den Feldern der Agaven, aber nicht um die geernteten Pflanzen aufzuladen, sondern um Touristen auf den uralten eisernen Loren, die von einem Pferd gezogen wurden, zu drei wunderschönen Cenotes zu karren.

Schon die Anfahrt war ein Erlebnis. Kam eine Pferdelore auf dem Gleis entgegen, musste derjenige, der auf der Rückfahrt war, jedes Mal das Pferd ausspannen, und die Lore vom Gleis herunterheben. Diese 3 Cenotes die wir besuchten waren 10-15 Meter tiefe Wasserlöcher, in die wir über eine Leiter hinabgestiegen sind.


nur ein Sonnenstrahl durch die Höhlendecke verzaubert die Höhlenwelt

Stierkampf in Sotuta ist nichts für schwache Nerven! Wir verließen die Hauptverbindungsstrasse und fuhren auf schmalen Strassen durch ausgetrocknetes Buschland und kamen rein zufällig nach Sotuta, wo an einem Freitagnachmittag gerade eine Arena für ein bevorstehendes Wochenend - Rodeo aufgebaut wurde.


Nachi Cocom, eine Symbolfigur aus Sotuta

Das Interessante dabei war, dass bei der Holzkonstruktion der zweistöckigen Tribüne, für über tausend Menschen, kein einziger Nagel verwendet wurde, alle Verbindungen wurden mit Seilen und Stricken zusammengezurrt. Sicherheitsfragen gab es keine. Zelte mit allerlei gebräuchlichen Gegenständen, Losbuden und Grillständen wurden aufgebaut.


Für den Bau der Tribüne, für tausende von Zuschauern,
wurde kein einziger Nagel verwendet. Alle Verbindungen wurden verschnürt.

Dann begannen am Samstag die Charreadas, das sind mexikanische Reiterspiele, deren Ursprung auf die Zeiten der großen Haciendas zurückzuführen sind. Mit Wettbewerbsvorführungen zeigten verschiedene Gruppen ihre Reit- und Lassokunststücke mit jungen Rindern. Lustige Clowns sorgten dazwischen für eine heitere Stimmung.

Doch im Mittelpunkt stand der Stierkampf, den die Spanier ins Land brachten. Die Stiere sollten nach einem festgelegten Ritual getötet werden, aber hier auf dem Land läuft alles etwas anders ab. Am Eingangstor der Holzarena ging es sehr turbulent zu. Die Reiter, mit ihren temperamentvollen Pferden, drängten sich um die besten Ausgangsplätze für die erste Stierkampfrunde. Aus einem seitlichen Pferch öffnete sich das Gatter und schnauben stand ein wunderschöner Stier in der Arena, der die hereinreitenden Pferde beobachtete. Nach deren "Ehrenrunde" war das Tier mit den Capeadores allein.


Stierkampf Fiesta in Sotuta

Die Capeadores, das sind die mit den roten Tüchern, sie reizten den Stier bis er erschöpft war und das ging bei der brütenden Nachmittagssonne relativ schnell. Triefend und schnaubend stand er da, bis ihm die Picadores die Lanzen unter Beifall des Publikums in den Nacken stießen. Das war aber noch nicht genug, dann kamen die Banderilleros, sie setzten ihre, mit Wiederhacken versehenen Spieße, in die Nackenmuskeln, bis diese zerrissen waren und der Stier nicht mehr in der Lage war, seinen Kopf zu heben, Es war für uns ein grausames Spiel mit der Kreatur........ für die zuschauende Menge, ein Volksvergnügen.

Der Matador, der den Stier mit seinem Degen erlösen sollte kam nicht mehr zum Einsatz. Erschöpft und blutüberströmt sackte das leidende Tier zusammen. Lange Seile wurden dem Stier an Hörner und Fesseln angelegt, dann begannen die Peiniger mit Schlägen, Fußtritten und Qualen, um das im Koma liegende Tier wieder zum Aufstehen zu zwingen. Dieses Drama anzuschauen, drückte mir die Tränen aus den Augen. Ich stand unmittelbar neben dem gepeinigten Stier, als er schwankend und benommen am Eingangsbereich auf den Pritschenwagen gezerrt und auf dem Rasen des Festplatzes mit dem "Aderlass" von seinen Peinigern erlöst wurde. Das Fleisch landete noch im warmen Zustand auf den bereitstehenden Kohlegrills.

So erging es am Nachmittag noch 3 weiteren Stieren um die Menschenmenge mit Asado (Grillfleisch) zu versorgen. Uns verging der Appetit.

Ab 19 Uhr war es uns dann nicht mehr möglich mit Kamera über den Festplatz zu gehen, ohne von pöbelnden und total besoffenen "Cowboys" angemacht zu werden. Wir schwangen uns auf unser Quad und fuhren 12 Km auf einem Dschungelweg zurück zu unserem Moula Moula, den wir auf einem Fußballplatz in einem kleinen Dorf sicher abgestellt hatten.

Noch sehr "beeindruckt" vom gestrigen Tag, besuchten wir die archäologische Stätten auf der Ruta Puuc
Uxmal,
(gespr. Uschmall), heißt; "Die drei mal Errichtete" und war einst die Hauptstätte des Nordens. Heute ist sie das Tor zur Puuc- Route, an der sehr schöne Maya-Anlagen vorzufinden sind. Wir besichtigten den Tempel des Wahrsagers, die feine Ornamentik des Gouverneurspalastes und das Nonnenviereck. Erste Ansiedlungen von Uxmal gehen ins Jahr 500 v.Chr. zurück und erlebte ihren Höhepunkt zwischen 600 und 1000 n.Chr.


Uxmal, die Pyramide des Zauberers


Übersicht Uxmal


Gouverneur Palast


Sie überlebten die Mayas (Leguan)

Auf unserer Weiterfahrt von Uxmal zu der Maya-Stadt Kabáh kamen wir in Santa Elena vorbei und besuchten die 1779 erbaute und mit einer gruseligen und unaufgeklärten Geschichte behafteten Francisco-Kirche. 1980 fand man im Erdreich unter der Kirche
12 Särge mit mumifizierten jungen Mädchenleichen aus dem 19. Jahrhundert, die im angeschlossenen kleinen Museo de las Momias offen ausgestellt sind und noch immer ein dunkles Kapitel des Ortes bewahren.


Die Francisco-Kirche, 1779 auf einem Hügel über dem Ort errichtet.


Makabre offene Mädchensärge

Die alten Maya-Städte Kabáh und Labná
haben uns am meisten wegen der Einsamkeit, der unmittelbare Nähe zum Urwald und der Unberührtheit von den Touristenscharen, beeindruckt. Um die Ausgrabungen standen große Hügel mit überwuchertem Buschwerk, darunter immer noch unbekannte Tempelanlagen aus vergangenen Zeiten.


Der zweigeschossige el Palacio von Kabáh

Der mit über 250 Masken des Regengottes Chaac reich verzierte Codz-Poop-Palast gab uns eine Vorstellung über die Bedeutsamkeit dieses Ortes, der seine Blütezeit um 800-900 n. Chr. erlangte. Kabáh war nach Uxmal eine der größten Maya-Städte. Auf dem Parkplatz vor dem Eingang verbrachten wir anschließend eine kostenlose und ruhige Nacht.


Tempelfassade mit den Masken des Regengottes Chaak in Kabáh

Die Ruinen von Labná erreichten wir nach 40 Km und standen am frühen morgen am kleinen Kartenhäuschen, an dem sich der Parkwächter Zeit nahm, um uns einige Details der Anlage auf einem Lageplan zu erklären. "Also ihr geht zuerst über den Schotterweg in Richtung Süden, dann seht ihr hinter einer Baumreihe verborgen den 40 Meter langen Templo de las Columnas, achtet an der Gebäudeecke auf den Krokodilsrachen mit dem Kopf des Schöpfergottes Itzamná . Von dort aus könnt ihr um die hohe Pyramide gehen die auf einer Geröllhalde zu erkennen ist, dann steht ihr vor Labnás architektonischer Glanzleistung: dem Arco de Labná. Nach einer Stunde standen wir dann staunend davor, ließen uns viel Zeit für die Umgebung und um das Meisterstück des schönsten Maya-Torbogens der gesamten Puuc-Region zu bestaunen.


Der Arco de Labná ( Der Torbogen von Labná )

Den ganzen Vormittag waren wir alleine, in den Ruinen von Labná und hatten immer noch nicht genügend gesehen von der beeindruckenden Maya Kultur und wollen noch in das etwa 800 Km entfernte politische Machtzentrum: Nach Palenque.

Entlang am Golf von Mexico kommen wir nach Campeche. Für die Spanier war der einstige Hafen der Halbinsel Yucatán das Einfallstor für ihre Eroberungszüge. Die zur Verschiffung lagernden Güter wie: Silber, Kakao, Gewürze und Jade, lockten aber auch im 16. und 17. Jh. die Piraten wie Henry Morgan und William Parker magisch an, die die Hafenstadt auch häufig plünderten.


Catedral de la Concepción, Grundsteinlegung 1540 in Campeche


Spanische Kanonen gegen die Piraten von gestern, am Ufer von Campeche

Nach mehreren Überfällen bauten die Spanier eine gewaltige Ringmauer, die auch noch heute die Stadt prägen. Nach einem kurzen Stadtbummel zog es uns weiter über die Isla del Carmen zu den "Kollosalköpfen"

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16.09.08 - 21.09.08

Von den Omleken nach Palenque


Von Villahermosa, die übersetzt "schöne Stadt" heißt, sollte man sich nicht zuviel versprechen, außer man interessiert sich für den Museumspark la Venta, so wie wir. Das schön angelegte Freiluftmuseum präsentiert rätselhafte Funde der Olmeken-Kultur, vor allem mit den gewaltigen Kollosalköpfen, Steinmonumenten, Altäre und Bildwerken. Ein 2 stüdiger Rundgang genügte, um das zu sehen, was die Olmeken mit glashartem Vulkangestein, aus dem mexikanischen Hochland, in Stein gehauen haben. Metall, oder gar Metallwerkzeuge waren zur damaligen Zeit unbekannt.


Omlekenkopf von Villahermosa


Vor Jahrtausenden in Stein gemeißelt.

Palenque
Auf der Mex 186 kommen wir schließlich in den landschaftlich und kulturell sehr abwechslungsreichen Bundesstaat Chiapas. Die tropische Vegetation des Regenwaldes nahm ständig zu und präsentierte sich um Palenque äußerst üppig. Nach der regenreichen Nacht verzog sich am frühen Morgen langsam der Nebel und vor der Kulisse des Regenwaldes der Chiapa- Berge wirkten die über tausend Jahre alten Bauten wie verwunschene Märchenschlösser. Ihr war nur eine kurze Blüte gegönnt: ca. 200 Jahre, zwischen 600 und 800 n. Chr. bildete sie das Machtzentrum der Region.

Das imposanteste Bauwerk ist die etwa 20 Meter hohe Stufenpyramide mit einer begehbaren Grabkammer. Wir saßen auf den Stufen des Kreuztempels und ließen uns von der magischen Stimmung und dem nicht enden wollenden Konzert der Zikaden aus dem Urwald beeindrucken. Müde von der Tagestour kehrten wir Heim, zu Moula Moula und Simba.


Das imposanteste Bauwerk von Palenque: "Der Tempel der Inschriften"


Der Dschungel greift nach den Ruinen von Paleque

Die Morgensonne warf lange Schatten auf die bergige Landschaft und in das Tal des donnernden Misol-Ha Wasserfalls, an dem wir eine erfrischende Pause einlegten.


Cascada Misol-Ha

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22.09.08 - 25.09.08

San Cristóbal de la Casas


San Cristóbal de la Casas ist durch das gut erhaltene Stadtbild mit dem parkähnlichen Zócalo, seinen umliegenden Gebäuden und Kirchen eine der sehenswertesten Städte des Landes Chiapas. Wir ließen das Fahrzeug sicher an der Tanke zurück und fuhren mit einem kleinen Bustaxi für 0,50€ in die 6Km entfernte Innenstadt.

Frühmorgens kamen aus den umliegenden Dörfern die Tzotziles und Tsetales und noch andere Indigene Volksgruppen, um ihre landwirtschaftlichen Produkte auf dem Mercado Municipal zu verkaufen. Um den Zócalo flanierten gut gekleidete Einheimische und Touristen an den mit bunten Planen überspannten Marktständen der Indios vorbei, die barfüßig auf den kalten Pflastersteinen ihre Handarbeiten, es waren überwiegend Webarbeiten, anboten. Ein Vormittag genügte, um das bunte Treiben auf der neu eingerichteten Fußgängerstrasse zu erleben.


Die Kathedrale Nuestra Señiora de la Asunción in San Cristóbal de las Casas


Maya Kreuze

Unterwegs zu den Indigena-Dörfer, kamen wir immer wieder an großen Kreuze vorbei, die mit Pinienzweigen geschmückt waren. Hierbei handelt es sich nicht um christliche Kreuze, sondern versinnbildlichen den kreuzförmigen Weltenbaum der Maya. Die Pinien sind Symbole des Lebens und verbinden die Erde mit der übernatürlichen Sphäre. Durch seine Ähnlichkeit mit dem christlichen Kreuz, verbindet auch der Indio, mit seiner Glaubensvorstellung, beide Religionen.

Um unsere Einreise in die USA bis Anfang April 2009 hinausziehen zu können, (Sommer in Alaska) brauchten wir eine neue, 6 monatige Aufenthaltsgenehmigung für Mexiko und fuhren deswegen nochmals für einige Tage nach Guatemala.

Eine untypische Landschaft für Mexiko erlebten wir im Grenzgebiet von Guatemala. Ein Gebirgsregenwald mit vielen Koniferen, von Epiphiten bewachsene Eichen, Farnen und Sträuchern inmitten von 16 größeren und kleineren Seen. Sie sind Das Seengebiet von Montebello entstand durch Verkarstungsprozesse und bei einfallendem Sonnenschein schimmern sie in allerlei Farben, von Dunkelgrün, Türkis und Blau, bis hin zu Kupferfarben und Schwarz.


Ein See in Montebello

An einem der Seen haben wir übernachtet und am nächsten Morgen von einheimischen erfahren, dass hier im nahen Grenzgebiet des öfteren Reisende mit Waffengewalt ausgeraubt wurden und es deshalb nicht ratsam sei, sich nach Einbruch der Dunkelheit in dieser Gegend des Nationalparks aufzuhalten.

Über steile Strassen und einem ausgewaschenen Feldweg ging's bei Ciudad Cuahutémoc zur Grenze. Im heilloses Durcheinader von Marktständen, Grenzgeschäften, Händlern, und Pendlern besorgen wir uns die notwendigen Stempel und Fahrzeugdokumente, dann ging's nochmals für 12 Tage nach Guatemala.

Am 2.Okt. gönnten wir unserem Moula Moula eine kurze Verschnaufpause und uns ein Gläschen vom besten, denn heute sprang unser Tacho auf 150 000 gefahrene Kilometer, seit Beginn unserer Weltreise! nach oben

07.10.08 - 12.10.08

Erneute Einreise in Mexiko


Man kannte uns noch bei der Einreise und wir bekamen anstandslos eine Aufenthaltsgenehmigung für ein weiteres halbes Jahr und können nun den kommenden Winter im warmen Mexiko verbringen, um dann im Frühling mit der Jahreszeit in Richtung Norden, nach Alaska zu reisen.

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13.10.08 - 19.10.08

Die Schlucht von Sumidero


Wir nehmen wieder die Mex 190 unter die Räder und kommen bei Tuxtla in die Schlucht von Sumidero

Für die 23 Km lange Strasse, durch den tropischen Trockenwald, nördlich von Tuxtla, der uns mit seinen Aussichtspunkten immer wieder einen Blick in die bis zu 1000 m abfallende Sumidero-Schlucht frei gab, brauchten wir einen ganzen Vormittag. In Chiapa de Corzo liegen die Speed-Boote, mit denen man in Gruppen von 8-13 Personen den 20 Km langen Cañón in zweieinhalb Stunden durchfährt. Ich schloss mich einer Gruppe an und hatte ein schönes Erlebnis


Panoramablick in den Cañón del Sumidero


Mit dem Speed-Boot durch Cañón del Sumidero

Auf dem Weg nach Oaxaca
Was wieder einmal auf unserer Straßenkarte wie eine kurze Strecke ausgesehen hatte, war in Wirklichkeit ein langer Weg, den wir innerhalb 3 Tagen zurückgelegt hatten. Von der subtropischen Küstenregion um Salina Cruz ging es auf der Mex 190 auf Kurvenreicher Strecke bergauf in eine trockene, wüstenartige Hochebene mit vielen Kakteen in Richtung Oaxaca.

Bei Mitla verlassen wir die Hauptstraße und kommen auf einer 28 Km langen Schüttelpiste nach zwei Stunden an die Sinterterrassen von "Hierve del Agua" den versteinerten Wasserfällen. Wir gehen einige hundert Meter den Abhang hinunter und stehen vor einem natürlichen Becken mit 25 Grad warmem Wasser. Kleine Wasserfontänen springen blubbernd in die Höhe und bilden gelblichweiße Krusten und Terrassen.

Über Jahrtausende versinterten die im Wasser enthaltenen Mineralien und bildeten an den Felswänden zwei versteinerte "Wasserfälle" die sich eindrucksvoll und strahlend weiß von der braungrünen Berglandschaft hervorheben.


Der versteinerte Wasserfall "Hierve el Agua", Sinterterrassen bei Oaxaca

Kurz vor Oaxaca machen wir noch einen Abstecher zum Baum von Tule (Arbol del Tule). In über 2000 Jahren ist diese 42 Meter hohe Sabino-Zypresse mehr in die Breite, als in die Höhe gewachsen. 30 erwachsene Personen werden benötigt, um den mächtigen Stamm mit Händen zu umfassen.


Arbol del Tule (Der gewaltige Baum von Tule, über 2000 Jahre alt), Freddy im Bild rechts.

Mit einem mittleren Durchmesser von 14 Meter und einem Umfang von 52 Metern hat sie eine eigentümliche Form angenommen, die zu phantasievollen Interpretationen anregen. Löwen, Schildkröten und andere Tiere sind im Ast- und Blätterwerk zu erkennen.

Mit einer Fülle von wunderschönen Erlebnissen, Eindrücken und Begegnungen haben wir den ersten Reiseabschnitt durch Mexiko geschafft und kommen in die Stadt

Oaxaca, in der man viele Tage verbringen kann und immer wieder neues entdeckt. Was diesen Ort so reizvoll und interessant macht ist seine landschaftliche Lage und die Mischung von indianischen und kolonialen Elementen im Stadtbild.


Die Catedral von Oaxaca


Ein Seitenaltar

Auf dem Zócalo, dem schattigen Park im Stadtinnern und dem Mercado Municipal spielt sich das typisch mexikanische Leben ab. Unter den Arkaden reihen sich Straßencafes, Restaurants und Souvenirgeschäfte. Interessant und abwechslungsreich sind vor allem die Waren der traditionell gekleideten Indio-Frauen.

Stände mit nopalitos (entstachelte und gekochte Kaktusblätter), Tortas, Tacos, und gerösteten Heuschrecken, lassen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen. Vor allem die Heuschrecken sind eine Herausforderung für den Gaumen und sollen kurz angebraten und gewürzt, mit einer scharfen Chili Würzsoße angereichert, eine Delikatesse sein. "buen provecho!"


Eine Mexikanische Delikatesse: Geröstete Heuschrecken


Man beginnt den Tag entspannt in Oaxaca


Buntes Treiben um den Zócalo

In den malerischen Dörfer rund um Oaxaca leben noch viele Traditionen der Mixteken und Zapoteken weiter, denen wir mit der Kamera in den nächsten Wochen folgen weden. Mehr über Mexiko, den Webern vom Valle del Teotitlán, der Gewinnung des mexikanischen Nationalschnapses Mezcal, aus stahlblauen Agavenherzen, den Felsenspringer von Acapulco, von dem einzigartigen Naturwunder der Monarch Schmetterlinge und von unserem Reifenproblem im nächsten Bericht.
Mexiko Teil 2
Ritas notwendiger Heimflug
Für 5 Wochen nach Ludwigsburg


Rita über den Wolken nach Alemania.

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23.11.08

Rita's Rückkehr,


Unser Lebenstraum Weltreise geht weiter.
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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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