54 Thailand Teil 3

Besuch der ersten Affenschule

Abschied von unserem treuen Begleiter Simba




Reiseroute Thailand (+ neun Tage Kambodscha) 5330 Km

Reiseroute
Grenze Malaysia, nach Phuket, Surat Thani, Bangkok, Kambodscha, Bat Dambang, Kampong Chhnang, Phnom Penh, Kampot, Krong Preah Sihanouk, zurück nach Phnom Penh, Bat Dambang, Bangkok, Surat Thani zur Affenschule, Ausreise Malaysia.

Einreisebestimmungen und weitere Informationen zu Thailand siehe Reisebericht Thailand Teil 1

Dieselpreis (20.10.10):
1 Liter 28.09 Bath = ca. 0,61.- €
Benzin:
1 Liter 34.64 Bath = ca. 0,80.- €

KM Stand bei Einreise Thailand: 231 890 Km
KM Stand bei Ausreise nach Malaysia: 241 145 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise: 213 168 Km
Aufenthaltsdauer in Thailand Teil 3 (Mit neun Tagen Aufenthalt in Kambodscha):
06.05.10 - 26.10.10


KFZ-Schild von Surat Thani

Rückblick Malaysia

Auf der 3 monatigen Rundreise durch die Peninsula Malaysia, erlebten wir Höhen und Tiefen. Auf der einen Seite die wunderschönen Moscheen, Höhlentempel, Sultanspaläste und die Stadt Kuala Lumpur mit seinen weltberühmten Zwillingstürmen, dem Petronastower… Auf der anderen Seite unsere Sorgen um Simba, der eine undefinierbare Erkrankung hatte, die selbst im renommierten Veterinar Universiti Hospital (Uni Putra Malaysia) in Serdang, (Selangor) nicht erkannt wurde (siehe Reisebericht und Bilder Malaysia Teil 1).

 

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Sa. 05.06.2010

Grenze nach Thailand


Wir kehrten wieder nach Thailand zurück, um Simba auf Phuket in einem guten Animal- Hospital untersuchen zu lassen.

An der Grenze war Markt, dort mussten wir erst mal mit den Grenzbeamten Platz schaffen, um den Weg nach Thailand passieren zu können.

In dem besten Tier-Hospital auf Phuket konnte man nach einer Blutuntersuchung keine nennenswerten Abweichungen der Blutwerte bei Simba feststellen. Wir wussten dass er unter einer schweren Erkrankung litt und niemand konnte ihm helfen. Außer einer Maulreinigung und Zahnstein Reinigung, brachte uns dieser Besuch nicht weiter.

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Mo. 14.06.2010

Phuket


Wir unternahmen nochmals eine zweite Rundreise auf Phuket und blieben am Strand von Rawi einige Tage hängen, denn da liefen in einer nahen Fischerkneipe die ersten Fußballspiele der WM 2010 in Südafrika.


Der morgendliche Blick aus unserem Fenster, Sonnenaufgang am südlichen Ende von Phuket

Doch ich musste weiter, weiter zu einer vor langen Jahren vorbestimmten Stelle. Es war wie eine Berufung.

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Sa 20.06.2010

Am Affentempel Wat Suwan Khuha,


der auf dem Weg nach Surat Thani lag machten wir einen Stopp. Der Platz davor eignete sich hervorragend für eine ruhige Übernachtung, aber vorher ging's in den Höhlentempel. Am Vorplatz zum Höhleneingang waren einige Verkaufsstände, die Futterbananen für die Affen an die Besucher verkauften.

Die Verkäuferinnen hatten nicht nur zu tun um ihre Bananen an den Mann / Frau zu bringen, sonder sie mussten immer wieder neue Abwehrstrategien entwickeln um die riesen Meute an cleveren Affen von ihren Bananenständen fern zu halten.


Affenpflege vor dem Höhlentempel

Einige Touristen versuchten ihre Bananen an die Äffchen zu verteilen, aber dazu kamen die meistens gar nicht. Bananen, Plastiktüten, Taschen oder andere nach Futter aussehende Behältnisse waren in den Händen nicht mehr sicher. Mit einer "Affengeschwindigkeit" entrissen sie den Besuchern die leckeren Bananen, ließen Plastiktüten irgendwo am Baum hängen, oder in der Felsenwand. Ein Affe muss wohl mit meinen Filmaufnahmen nicht einverstanden gewesen sein und biss mir beim vorbeirennen kurz in meinen rechten Wadenmuskel, nicht tragisch, eben eine kleine Biss- und Kratzwunde, der ich weiterhin keine große Bedeutung gab. Dieser Kontakt hatte noch Spätfolgen. Im Höhleninneren bewunderten wir die riesige liegende und vergoldete Buddhafigur In einigen Höhlennieschen die man über Treppen erreichte, waren noch andere Gottheiten zu sehen.


Der imposante Innenraum der Affenhöhle Wat Suwan Khuha mit dem liegenden vergoldeten Buddha.

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Di. 22.06.2010

Wir erreichten das erste Monkey College der Welt


in Surat Thani, das liegt im südlichen Thailand, hier lernen die Affen die hohe Kunst der Kokosnuss-Ernte.
Dieser Ort ist mit einer unglaublichen Geschichte verbunden, die ich versuche, hier niederzuschreiben. Vor etwa 18 Jahren las ich in einem renommierten Journalheft ein Bericht über diese Affenschule. Ich war begeistert vom Lehrmeister Somporn Saekhow, mit seinem berühmten Affen Kai Nui, sie ließen mich nicht mehr los. Es war wie eine Berufung, diesen Platz auf unserer Weltreise aufzusuchen. Damals wusste ich noch nicht warum!!!

Kaum waren wir angekommen, begrüßte ich eine zierliche junge Frau, zeigte ihr den Bericht aus dem Journal Heft und fragte sie, ob ich den Affentrainer Khun Somporn sprechen könnte. Sie sagte mir, dass sie die Tochter Somjai währe und ihr Vater schon 6 Jahre Tod sei. Mir blieben weitere Worte fast im Munde stecken. Plötzlich bekam ich über meinen ganzen Körper eine irre "Gänsehaut", ich konnte den Platz nicht mehr verlassen, er zog mich magisch an, so etwas hab ich in meinem Leben noch nicht erlebt.

Wir lernten Arjen kennen, es ist Somjai's Ehemann und als Holländer sprach er auch ein sehr gutes Deutsch. Ich erzählte ihnen unsere Absichten, hier eine Film-Dokumentation zu drehen, für uns, für unsere Freunde in Deutschland und für unsere späteren Reisefilm Vorführungen. Ich erfuhr, dass schon meine "Konkurrenz", BBC, ARD, ZDF, Tokio TV , China TV…. schon vor mir hier waren und immer wieder vorbei kommen, um neues aufzunehmen. Warum sollte ich nicht? Aber diese Tagessätze an Money….. Dann kam aber alles ganz anders. Unsere gegenseitigen Sympathien brachten uns näher.


Die "firstmonkeyschool"

 

Neben ihrem Haus stellten wir unseren Moula Moula ab, bekamen Stromanschluss, Internetzugang und konnten ihren privaten Duschraum und die Waschmaschine benützen, welch ein Komfort nach so langer Reise. Auch Simba fühlte sich hier sehr wohl, fand an Somjais Lieblingshund "Tiger" zwar keinen neuen Freund, aber sie akzeptierten sich gegenseitig. Gleich am nächsten Tag begleitete ich Somjai Saekhow, bei ihrer liebevollen Arbeit. Ich filmte und fotografierte die gelehrigen Makaken- Affen die hier spielerisch eine mehrmonatige Ausbildung als Kokosnuss - Pflücker bekommen.

Beiläufig fragte ich Arjen ob die Affen auch gelegentlich beißen und ob sie auch geimpft sind. Ich erzählte ihm vom Affenbiss an der Affenhöhle, Arjen wurde hellhörig, denn wilde Affen die angreifen, könnten Tollwut haben, ohne Schutzimpfung eine fast immer tödliche Gefahr. Wir schauten nach unseren Impfpässen und stellten fest, dass unser Impfschutz schon einige Zeit abgelaufen ist, wir brauchten dringendst eine Auffrischungs- Impfungen die wir uns im Stadt-Hospital geben ließen.

Somjai zeigt uns was die Jungen Äffchen so alles gelernt haben und lernen müssen. Im ersten Semester beginnen die jungen Macacas sich mit dem Mensch vertraut zu machen, auf einfache Kommandos zu reagieren und das aufrechte gehen als Baumbewohner zu lernen, das stärkt die Bein- und Brustmuskulatur.

Der erste Arbeitsschritt beginnt an einem Holzrahmen, in dem auf einer drehbaren Achse eine Nuss gedreht wird. Hier zeigt sich schon der Intelligenzgrad eines jeden einzelnen "Schülers".

Zweites Semester:
Der wichtigste Lern- und Arbeitsschritt, das Abdrehen der reifen Kokosnüsse an ihrem Stiel. Dazu wird eine Kokosnuss eingekerbt, daraus zieht Somjai die Kokosfaser, die zu einer Schnur zusammengedreht wird. Die Frucht hebt die Lehrerin dann mit ausgestrecktem Arm in die Höhe.

 

Nun muss die Kokosnuss mit den Pfoten solange rotiert werden bis die Frucht vom Stiel abgedreht ist. Ein langwieriges und hartes Training, nicht nur für die Affen. Dabei wird immer wieder das Gelernte vom ersten Semester wiederholt.

Mit einer Hand und einem Fuß beginnt das Äffchen die Nuss zu drehen, immer weiter weiter… "Aou, Nui, Aou!"- " Los, Kleiner, los!" ruft die Lehrmeisterin immer wieder zu und macht ihm auf spielerische Art und Weise dabei Mut. Die Affen üben nur an reifen braunen Früchten, erklärt Somjai," dann lassen sie später die grünen einfach auf der Palme hängen. Obwohl sie jeden einzelnen ihrer Schüler genau kennt, mit all seinen Fähigkeiten, Besonderheiten und Marotten, bekommt keiner der Zöglinge einen eigenen Namen. Jeder wird "Nui" genannt, also "Kleiner".

Drittes Semester:
Nun geht's vom ausgestreckten Arm der Meisterin zum späteren Arbeitsplatz in die Höhe. Zuerst noch an einer Übungsstange dann an einem Stamm bis schließlich ihre spätere Arbeitshöhe erreicht ist, aber bis sie an einer langen Leine hoch oben in der Palmkrone ihre Arbeit aufnehmen können, kommt noch ein wichtiger Lernprozess.
Das Lösen von Knoten.

Fast unglaublich, in welcher Geschwindigkeit die kleine Kluey "Banane", den mehrfachen festen Knoten gelöst hatte. Dieses entknoten müssen alle Erntehelfer beherrschen, meint Somjai, denn wenn sich ein Affe an der langen Leine im Baumwipfel verstrickt, muss er sich selbst wieder befreien können.


Kluey die kleine Chefassistentin auf dem Sozius


Ein perfekter Erntehelfer bringt es am Tag auf über 500 Nüsse die er aus den Palmkronen pflückt


Nach der Arbeit ein kühler Drink…

Zutrauen schafft Vertrauen…das zeigt sich am deutlichsten bei Kluey, die als Chefassistentin und Vorturnerin als einzige einen eigenen Namen bekam. Kluey ist auf dem besten Weg in Thailand, mit ihrer Lehrmeisterin Somjai Saekhow, auch so ein berühmter Affe zu werden wie zu Zeiten von Somjai's Vater, "Kai Nui" es wurde.

 

Nach getaner Arbeit saßen wir zusammen, Somjai kochte fantastisches Thaifood und danach zeigte sie uns verstaubte Bilder, zusammengerollte Zeitungen voll mit Berichten ihres Vaters mit seinem Kai Nui.

Somjai erzählt von ihrem Vater Somporn Saekhow, der 1957 als Kokosnussfarmer die Monkey-School gegründet hatte. Er verstand es damals, die Ernteaffen nicht wie alle anderen Farmer mit Stockschlägen auf die Palmen zu jagen sondern mit viel Geduld und Zuneigung machte er sie spielerisch zu sehr gelehrigen Plantagenhelfer und Pflückaffen in den Kronen der Kokospalmen. Kai Nui, Somporns gelehrigster Affenschüler, brachte es zu nationalen Ehrungen, trat in Fernsehspots auf und selbst die Königstochter Thailands besuchte das Monkey Training Center. Kai Nui und sein Lehrmeister wurden zu einem Vorbild einer ganzen Nation, in der ein liebevoller Umgang mit Tieren keine sonderliche Beachtung findet.

 


Kai Nui und Somporn, einmal auf Leinwand und einmal auf eine Blechtafel gemalt.

 


Der Lehrmeister, Somporn Saekhow, Somjai's Vater, mit seinem berühmten Affen Kai Nui,

 

Fragt man heute in der letzten Ecke Thailands, wer Kai Nui war, bekommt man sogleich die Antwort: das war der Affe aus der Monkeyschool in Surat Thani. Immer wieder wenn ich die verstaubten und aufgerollten Bilder sah, durchfuhr mich ein Schaudern, ein eigenartiges Gefühl hier bleiben zu müssen. Mit den schon fast vergilbten Bilder und Zeitungsausschnitten von Kai Nui und seinem Lehrmeister musste etwas geschehen. Es sind Historische Erinnerungen, die muss man erhalten, teilweise Reproduzieren, digitalisieren und neu Drucken , oder so….

Dann kamen mir einige spinnige Ideen. Die Besuchshalle, in der teilweise ganze Schulklassen und Besucher eintreffen um Somjai bei ihrer Demonstration mit den Äffchen zuzusehen, muss umgestaltet werden. Auf einer Seite des großen Schuppens die saubere Vorführplattform für die Besucher, auf der anderen Seite verstaubte Bretterverschläge und Baumaterialien aus vergangenen Tagen. Das wäre ein idealer Platz für unser Vorhaben. Ich machte Arjen und Somjai den Vorschlag, eine Bildergalerie aufzubauen und im unbenützten Teil der Halle zu integrieren.

Kaum ausgesprochen fingen wir schon an aufzuräumen, sauber zu machen. Nun mussten Wandtafeln aufgehängt werden. Ich machte eine Handskizze, wie ich mir alles so vorstellte und eine Materialliste. Arjen kaufte Bretter, die wir zwischen den Holzpfeilern des Schuppens anschraubten und die gerahmte Sperrholzplatten daran auf hingen. Nach getaner Arbeit ergänzten sich Rita und Somjai wieder vorzüglich in der Küche, danach war "Feierabend"……

 


Während ich am Laptop an den Bildkompositionen arbeitete, wahren Somja, Rita und Arjen am Schrauben und Streichen.

 


Die werdende Bildergalerie, "Tiger" interessierte sich wenig dafür.

Was nun noch fehlten, waren Bilder von den Affen bei ihrem täglichen Training mit ihrer Lehrmeisterin Somjai Saekhow , die seit 2002 das Erbe ihres Vaters, mit all ihren Erfahrungen und mit einer großen "Affenliebe" übernahm. "Pai, Nui, pai!" - "Komm, Kleiner, komm!" so hörten wir schon am frühen Morgen Somjai rufen, wenn sie auf dem großen Gelände spielerisch mit dem Training begann. Ich begleitete sie und es dauerte nicht lange bis mich die ganzen "Semester Studenten" voll integrierten. Na ja, einige Zugaben und Lockmittel waren am Anfang schon dabei. Mit Bananenschnitten, und vor allem mit Rambutan, eine rot grüne Frucht mit weichem Stachelpelz, schmeckt super gut, süß und ähnelt der Lynche Frucht, hatte ich schnell ihre Zuneigung gefunden.

 


Meine Kamera-Assistenten, eine Collage für die Galerie

Ich reproduzierte sämtliche Bilder und Zeitungen aus vergangenen Zeiten der "firstmonkeyschool", stellte 18 Bildkompositionen mit "Photoshop" auf einer Größe von je 30 x 70 cm auf meinem Läpi zusammen.

 


Zur Belohnung gab's auch mal Milch aus der Tüte mit Strohhalm

 


Besucher auf der firstmonkeyschool"….

 


Eine Collage von 3x1 Meter, Somjai mit Lieblingsaffe Kluey ("Banane")

Allein an einer Bildkomposition mit Somjai und ihrem Lieblingsaffen "Banane" in der Größe von 3 x 1 Meter, beschäftigte ich mich 3 Tage lang. Ich hatte eine riesen Freude an dieser unentgeltlichen, freien gestalterischen Arbeit. Über Tage hinweg machte ich immer wieder neue Bilder von Somjai bei ihren Affen, bei ihrer Arbeit, und mit den Besuchern.

Wir bekamen Kontakt mit Somjai's Onkel Asum, ein sehr einflussreicher Geschäftsmann in Surat Thani, der über 20 eigene Hunde hat, die ihm teilweise zugelaufen sind. Asum Seakhow, lud uns zum Dinner mit seiner Familie ein. Es gab Thaifood vom feinsten, viel zu erzählen und zu lachen. Es war ein gelungener und schöner Tag dem viele folgten.

 


Ein fürstliches Essen bei Asum, Somjai's Onkel.

Unsere Stimmung trübte sich, Simbas Zustand wurde wieder schlechter. Sein dunkler Urin ließ nichts Gutes erahnen. Somjai rief ihren Onkel Asum an, der uns zu seinem Tierarzt brachte. Als er Simba's dunklen Urin im Glas sah, (Blut im Urin) konnte er nicht mehr weiter helfen. Es gab nur noch eine Möglichkeit und eine kleine Hoffnung Simba zu retten, das wäre in der Animal Spezial Klinik Thongl in Bangkok.

 

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So. 04. 07. 2010


Eine Stunde danach saß ich neben Arjen in seinem Isuzu und 6 Stunden später waren wir im 700 Km entfernten Bangkok. Nachts um 11 Uhr wurde Simba gründlich untersucht, Blut wurde entnommen, danach stand die Diagnose fest: Ehrlichiose im fortgeschrittenen Stadium, eine Unterordnung des Evan's Syndrome. Es ist eine Blutkrankheit (Anämie), wahrscheinlich schon vor einem Jahr, oder länger, durch einen Zeckenbiss hervorgerufen. Es wird auch "Zeckenfieber" genannt und ist eine akute bis chronische Infektionskrankheit.


Das Thongl Animal Hospital (das beste in Asien) für Hunde und Katzen in Bangkok.

Ich blieb 3 Tage mit Simba zusammen im Hospital in einem Einzelzimmer. Arjen übernachtete in einem nahen Hotel. Nach dem 3. Tag ließ ich Simba im Hospital alleine zurück, um nach Surat Tani zurückzufahren. Es tat verdammt weh in meinem Herzen, wie unser "Löffelohr" mich hilflos anschaute, ich konnte all seine "Worte" verstehen, begreifen, fühlen, ….aber nicht helfen. Ich musste mit Arjen wieder zurück fahren, um mit Rita und Moula Moula für eine längere Zeit zu Simba wieder hierher zu kommen.

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Fr. 09.07.2010

Wir fuhren mit Moula Moula zu Simba nach Bangkok


Tage der Hoffnung folgten wieder. Wir nahmen Simba aus dem Hospital, wollten nochmals nach Kambodscha und nach Laos. Simba erholte sich, aber nur kurzfristig, er konnte die starken Medikamente nicht mehr verarbeiten, wir mussten umkehren ins Hospital. Zwischendurch versuchten wir uns abzulenken, besuchten den Königspalast und andere Sehenswürdigkeiten.


Auf dem Areal des Königpalastes in Bangkok


Aufmarsch der Palastwache

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Mi. 21.07.2010

Heute war Simbas 10. Geburtstag,


wir mußten ihn im Hospital zurück lassen, denn wir hatten nur noch zwei Tage Zeit, um nach Kambodscha auszureisen und ein neues Visa für einen weiteren drei monatigen Aufenthalt für Thailand zu beantragen. nach oben

 

Fr. 23.07.2010

Einreise Kambodscha



1000.- Riel entsprechen etwa 0,16.- Euro!


Mit dem Holzpflug übers Reisfeld


Reispflanzung unter Aufsicht

Rechts im Bild hinten, im rosaroten Hemd ein Arbeits-Aufpasser, im Bild links mit weißem Hut ebenfalls ein Aufpasser. Als die Tagelöhner sich erhoben um mir beim Filmen zuzuwinken, wurden sie gleich strengstens von den Aufpassern ermahnt, sofort weiter zu arbeiten. Es ist menschenunwürdig wie hier die Menschen geknechtet werden.


Ein Sammeltaxi…


Ein "fliegender" Händler


Bei diesem fahrenden Händler konnte eigentlich nichts schief gehen: er fuhr im Doppel- Airback und oben drauf saß auch noch seine lachende Frau.


Logistik-Transport in Cambodia


Ausgelegte Maiskolben


Mit dem Schulbus nach Hause


Trotz großer Armut treffen wir überall nur freundliche Menschen


Übernachtung bei den Mönchen in einer Tempelanlage

Bei der Durchfahrt eines Dorfes dröhnte schon am frühen Morgen laute Musik aus einem Hofgelände. Die Einfahrt war mit einem großen Zelt überspannt und den Eingang schmückten Blumen und Girlanden. Es fanden Vorbereitungen für eine Hochzeit statt, bei der wir sehr herzlich eingeladen wurden. Gegen Mittag erschien dann das Brautpaar mit seinen Gästen. Es folgte eine Zeremonie, in deren Mittelpunkt die Elternteile des Brautpaares waren. Geschenke wurden dem Hochzeitspaar überreicht und im Gegenzug bekamen auch die Gäste ihre Geschenke.


Das Hochzeitspaar

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Mo. 26.07.2010

Der Weg zur Thailändischen Botschaft in Phnom Penh


war heute umsonst, sie war wegen eines Feiertages geschlossen, aber nicht umsonst war der morgendliche Besuch des Königpalastet in der Hauptstadt.


Die Silberpagode, neben dem Königspalast. In ihr ist der Fußboden mit über 5000 Silberfliesen ausgelegt.


Eine Stupa auf dem Gelände der Silberpagode

Das größte tragische Ereignis des Landes fanden wir im Killing Fild. In weitem Umfeld wurden Millionen Menschen vom Pol Pot Regime hingerichtet. Zwischen 1975 und 1978 wurden allein in Choeung Ek, der Ort liegt 20 km vor Phnom Phen, 17.000 Menschen erschlagen, ertränkt, aufgehängt oder sonst wie zu Tode gebracht und in insgesamt 129 Massengräbern verscharrt. Läuft man heute über das Gelände der Hinrichtungsstätten tritt man überall auf die Überreste von weißen Menschenknochen. Die sterblichen Überreste von 9000 Opfern wurden 1980 exhumiert. Viele Gräber aber sind bis heute unberührt. Die Knochen wurden in einer Gedenkstupa aufgeschichtet. Überall im Land mahnen heute Beinhäuser mit den übereinander geschichteten Totenschädeln der Opfer, doch die meisten Schuldigen blieben bis heute unbehelligt.


Mahnende Zeitdokumente


Wie erstarrt blieben wir an einem Baum stehen an dem tausende von Babys und Kleinkinder an den Füssen gepackt und gegen den Baum geschmettert wurden. Im nahen Museum wurden Zeichnungen von Überlebenden ausgestellt, die dieses Massaker in ihrer ganzen unmenschlichen Brutalität versucht haben darzustellen.


Der Baum an dem Kleinkinder erschlagen wurden.

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Di. 27.07.2010

Die Beantragung einer neuen Aufenthaltsgenehmigung


für Thailand war in deren Botschaft in Phnom Penh problemlos zu bekommen und es hieß, dass wir unsere Pässe am nächsten Tag wieder abholen könnten. Gegenüber der Botschaft haben wir einen sicheren Übernachtungsplatz eingenommen.

Plötzlich, innerhalb von zwei Stunden bekam ich starke Schmerzen im rechten Bein in Verbindung mit hohem Fieber. Ich war schon halb im Delirium als Rita vom nahen Hotel-Restaurant Hilfe holte. Ich habe alles nicht mehr richtig mitbekommen. Auf der Terrasse des Hotels legten sie mich auf eine Liege und Rita senkte mein Fieber mit kalten Umschlägen bis mich ein Krankenwagen ins Hospital brachte.


Mein Fuß war hart geschwollen, dick und rot, hatte 40 Fieber und keiner wusste die Ursache…

Meine Blutuntersuchungen ergaben keinerlei Aufschluss über meinen desolaten Zustand. In der Zwischenzeit fuhr Rita mit dem Taxi zur Botschaft und holte unsere Pässe mit unseren Visa bei der Botschaft ab. Wir konnten wieder nach Thailand. Mein behandelnder Arzt meinte dass es eine Allergie wäre, dem ich absolut widersprochen habe In meinem Leben hatte ich noch nie ein allergisches Problem und zumal mein rotes Bein von innen her sehr heiß war vermutete ich eher eine Entzündung.

Jetzt erinnerte ich mich wieder an die Affenhöhle. Obwohl wir gegen Tetanus, Wundstarrkrampf und Tollwut geimpft sind, könnte es sein, dass der Affenbiss am Affentempel Wat Suwan Khuha, am 20.06.2010 , nachhaltig die Ursache meiner Infektion war. Ich sollte nun einige Tage zur Beobachtung im Hospital bleiben, aber dazu hatte ich weder Lust noch Zeit. Ich ließ mir noch Antibiotika Tabletten geben, dann verließen wir gegen Mitternacht auf eigene Verantwortung das Krankenhaus.

Nach kurzem Schlaf in unserem Fahrzeug auf dem Hospitalparkplatz dann am frühen Morgen die hoffnungslose Nachricht aus Simbas Krankenhaus: Simba geht es sehr schlecht, er hat Heimweh nach uns…. Wir starteten durch. In der Nacht stieg mein Fieber wieder an, mein Allgemeinzustand verschlechterte sich. In diesem Zustand fuhr ich in 2 Tagen (und Nächten) 1400 Kilometer von Kambodscha nach Bangkok und anschließend mit Simba nach Surat Thani.

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Mo. 02.08.2010

Um 16 Uhr kamen wir bei Simba im Hospital in Bangkok an,


wir erschraken, waren geschockt, sein hilfsloser Blick war kaum mehr auszuhalten. Obwohl uns die junge Ärztin Dr. Kwantathai noch sehr viel Hoffnung machte, wusste sie genau, dass es keine Genesung mehr gab. Es ging nur noch um den täglichen "Profit" auf Kosten von weiteren stressigen Tagen mit Simba. Wir haben die Therapie mit unserem "Löffelohr" in aussichtsloser Lage abgebrochen.

Wir ließen Simba noch eine Beruhigungsspritze geben und fuhren über Nacht mit ihm 700 Km zurück nach Surat Tani, zu Somjai und Arjen. Es waren die schlimmsten Kilometer auf unserer Reise um die Welt.

Am Nachmittag kam dann der Tierarzt, Simba ist in unseren Händen sanft und schmerzlos eingeschlafen… Siehe Bericht: Memory of Simba.


Asimba von Mompani (Simba), unser treuer Wegbegleiter ist Tod.

Ich schaute auf dem großen Gelände nach einer Begräbnisstätte, nach einem ruhigen Platz und dann das unglaubliche, Somjai wollte es, dass Simba auf dem kleinen Familien-Friedhof seine letzte Ruhestätte finden sollte. Nun liegt unser treuer Freund und Begleiter neben dem großen Affen- Lehrmeister Khun Somporn Saekhow, seiner Frau und seinem berühmten Affen Kai Nui, die mich schon vor 18 Jahren so begeisterten. Es war meine Berufung, diesen Platz auf unserer Weltreise aufzusuchen.
Jetzt weiß ich warum!!!

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Fr. 20. 08.2010

Ritas Heimflug


von Bangkok aus war nicht von großer Freude begleitet. Es begann gerade eine kleine Regenzeit in der es jeden Nachmittag für einige Stunden kübelweise vom Himmel schüttete, gerade recht mich irgendwo zurückzuziehen. Ich fuhr nach Ratchaburi in eine sichere Tempelanlage, schrieb dort an meinen Berichten, sortierte Bilder und meine Asienfilme.

In der Tempelanlage des schwarzen Mönches in Samut-Songkhram blieb ich eine Woche stehen, konnte auch Wäsche waschen, hatte meine Ruhe und auf dem Gelände der Mönche sehr gutes Thaifood.

Nach einer kleinen Rundreise nach Kanchanaburi (Brücke am Kwai) verabredete ich mich mit Andy und Marc, Freunde aus Münchingen, die gerade auf einem Trip durch Thailand waren. Es war ein freudiges Wiedersehen.

Zusammen besuchten wir die schwimmenden Märkte von

Damnoen Saduak (Mehr darüber in unserem Bericht 52 Thailand Teil 2)


Bootsfrauen bieten auf den Kanälen des Float Market von Damnoen Saduak Waren und vor allem leckere Früchte an.

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Mo. 27. 09. 2010

Nach Ritas Rückflug


fuhren wir wieder in den Süden von Thailand, zu Somjai und Arjen, zur "first monkey school" nach Surat Thani, dort wollten wir noch eine Woche bleiben, Abschied von Simba nehmen, bevor es nach Malaysia weitergehen sollte, doch daraus sind wieder 3 Wochen geworden.

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Mi. 29.09.2010

Mit Andy und Marc,


die ich schon auf dem Demnoen Saduak Floatmarket getroffen habe, vereinbarte ich nach Ritas Rückkehr einen Termin auf der "first monkey school". In einer kleinen idyllischen Strohhütte neben der Affenschule fanden die beiden "Backpacker" eine nette Unterkunft mit Toil. und Dusche, die man auf dem Gelände mieten kann. Mit Getränken und exotischen Früchten waren wir gut versorgt. Gegessen wurde gemeinsam aus Somjais Thai-Küche. Es waren sehr schöne gemeinsame Tage die wieder einmal viel zu schnell vergingen.

Wer sich für die Ausbildung der Affen interessiert kann sich auf dem Gelände diese kleinen idyllischen Hütte mieten, Kontakt unter 'www.firstmonkeyschool.com' (man spricht Thai, Englisch, Holländisch und Deutsch) Schaut mal auf die Web….


Sie hatten viel Spaß mit den Äffchen… Andy und Marc

"Kaaa…, Kaaa…, Kaaa…rief Arjen," dann bekam man aus irgendeiner Ecke des großen Geländes dieselbe Antwort zurück. Nach kurzer Zeit kam er angewatschelt, ein stolzer Gänserich, total fixiert auf Arjen, auch mich hat er nach einigen Tagen akzeptier, aber Frauen, nein Frauen konnte er nicht ausstehen und selbst Somjai, obwohl sie ihn fütterte, wurde von ihm so manches Mal attackiert. Wenn Arjen das Gelände mit seinem Fahrzeug verließ, versuchte Kaa ihm ständig fliegerisch zu folgen, aber zum Glück konnte er sich nicht in die Lüfte erheben.


Arjen mit seinem total verrückten Gänserich Kaaaa….


Mit den letzten aktuellen aufgezogenen Fotos war die Bilder-Galerie gestalterisch fertiggestellt und wir waren alle stolz auf unsere gemeinsame Arbeit.

 


Somjai und Rita in der neuen Bilder-Galerie. Schaut mal rein bei (www.firstmonkeyschool.com)

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Mi. 06.10.2010

Unser Anlasser wollte nicht mehr,


ich baute ihn aus und sah, dass die Buchsen ausgeschlagen waren und der Magnetbolzen (Keul) nicht mehr richtig funktionierte. Arjen kannte sich bestens in der Stadt aus und wir brachten den Anlasser in eine kleine 1 Mann Werkstätte. Die Ersatzteile in Bangkok zu besorgen dauerte eine Woche, dann bauten wir den Anlasser wieder ein. Wir waren Startbereit. Tags zuvor bildete sich in Ritas Wadenmuskel ein dickes "Ei", wir dachten schon an Thrombose, gingen ins Krankenhaus. In 3,5 cm tiefe wucherte ein Golfball großer Abszess, hervorgerufen durch einen Insektenstich, der gleich herausgeschnitten wurde. Diese tiefe Schnittwunde musste täglich im Krankenhaus ausgespült und desinfiziert werden, das dauerte 2 Wochen.

In der Zwischenzeit meldete sich das ARD und der BR in der Monkeyschool. Auch Sie wollen eine Filmdokumentation über die Affen drehen. Ich machte ihnen im Namen von Somjai ein Angebot, gab ihnen Tipps. Ich nahm Kontakt auf mit der Regisseurin und Filmemacherin beim BR in München. Danach wurde meine ausgearbeitete Offerte akzeptiert, beim Dreh in der Affenschule wäre ich gerne dabei gewesen, doch unsere Aufenthaltszeit in Thailand ging zu Ende unser Visa hatte nur noch eine Gültigkeit von zwei Tagen. Es wurde Zeit nach Malaysia auszureisen.

Eine Collage in der Bildergallerie

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So. 24.10.2010

As strangers we arrived, as friends we left,
(Als Fremde sind wir gekommen, als Freunde sind wir gegangen)


Mit schwerem Herzen und feuchten Augen nahmen wir auf dem Gelände der "first monkey school" Abschied von Simba an seinem Grab, von Somjai und Arjen die uns so ans Herz gewachsen sind. Ihnen gilt unser innigster Dank! Wir sehen uns bald wieder!!!
Auf direktem Weg ging's nach Kuala Lumpur, besser gesagt zwischen Kuala Lumpur und Shah Alam, ins Industriegebiet Glenmarie, zur Mersk und Damco Agentur, wegen unserer Verschiffung nach Indien. Den ersten Kontakt hatten wir schon vor 5 Monaten. Aber alles kam ganz anders als geplant.

Wegen der vorgeschrittenen Tageszeit suchten wir einen Nachtplatz, den wir im Industriegebiet Glenmarie, zwischen der Fa. Porsche und der Fa. Häfele, in "schwäbischer Obhut", auf der Straße eingenommen haben.
Was sich daraus ergab?
im Reisebericht 56 Malaysia Teil 2 nachzulesen.

Unser Lebenstraum Weltreise geht weiter.
mit Simba im Herzen
© by Reckfilm


Our life dream world goes on. withs Simba in the heart.
© by Reckfilm


Nuestra vida va en mundo de ensueño. con Simba en el corazõn.
© por Reckfilm

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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