Indien Teil 3

 

Von Goa nach Nepal 

 



Reiseroute Indien Teil 3: Von Goa nach Nepal Km 5560

 

 

Reiseroute:
Goa, Koppal, Hampi, Badami, Bijapur, Solapur, Pune, Aurangabad, Ellora, Dhule, Indore, Ujjain, Ratlam, Banswara, Udaipur, Rajsamand, Pali, Jodpur, Pokaran, Jaisalmer, Sanddünen von Sam, zurück nach Pokaran dann nach Bikaner, Deshnok (Rattentempel), Nagaur, Pushkar, Ajmer, Jaipur, Agra, Delhi, Gurgoan, auf der 24er nach Moradabad, Bareily, Lucknow, Kanpur, Allahabad, Varanasi, Ghazipur, Gorakhpur, Nautanwa, Sunauli Border nach Nepal.

Sprache:
Hauptsprache Hindi, Amtssprache Englisch. Ca. 24 weitere selbständige Sprachen und über 800 Dialekte. Auf der indischen Banknote sind allein 14 verschiedene Schriften zu lesen.

Einreisebestimmungen:
Für Deutsche: Visum notwendig. Aus Deutschland kein Problem, aber aus dem Ausland seit neustem nur sehr schwer zu bekommen. Entweder benötigt man ein Arbeitsvisa in dem Land, aus dem man ein India Visa beantragt, oder eine Residenz, oder gute Beziehungen. z.B. über die Verschiffungs-Spedition. So war es von Malaysia nach Indien (Chennai). Von Nepal nach Indien bekamen wir innerhalb eines Tages das Transitvisa nach Pakistan von der Idischen Botschaft in Kathmandu.

Zahlungsmittel:
Indien Rupie Stand 25.4.2011 
1.-€ ca. 62,80.- INR


100.- Rupien, entsprechen etwa 1,6.- Euro

Dieselpreis (28.04.2011): 1 Liter 39,59.- Rupie ca. 0,63.- € 
Benzin / Super: 1 Liter 61.83.- Rupie ca. 0,98.- €
Gefahrene Km insgesamt in Indien: 10 477 Km
KM Stand bei Abreise Goa 247 610 Km
KM Stand bei Grenze Sunauli-Nepal: 253 170 Km
Gefahrene Km seit Beginn unserer Weltreise: 225 193 Km

Einreise Indien: 27.11.2010
Aufenthaltsdauer in Indien: voraussichtlich bis Ende April 2011
Reisedauer: von Goa, Wüste Thar, nach Nepal: 08.03.2011 - 28.04.2011


KFZ Schild vom Bundesstaat Rajasthan, im Nordwesten Indiens.

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Mi. 2.03.2011

Die Strände von Goa,


an dem sich Junge Leute teilweise mit Drogen selbst verwirklichen wollen, haben wir innerhalb einer Woche in Richtung Osten wieder verlassen. Nach dem Distrikt Goa kamen wir in Karnataka auf eine der schlimmsten Schlaglochpisten unserer Indienreise. Auf einer Strecke von 60 km haben tausende!!! (wir haben sie gezählt) von Eisenerzlaster die Fahrspur regelrecht zerbröselt. Wenn es die Reifen durchhalten und man nach einer staubigen Tagesfahrt die NH4 bei Dharwad erreicht hat, ist das Dorf Hampi mit seinen Tempel- und Ruinenstätten nicht mehr weit. Eingebettet in eine Gold - braune Felsenlandschaft liegen die Überreste der riesigen Tempelstadt Vijayanagar, in der im 14 Jh. über eine halbe Mill. Menschen gelebt haben sollen. Hier verbrachten wir 3 Tage um die auf 26 qkm verteilten Ruinen im Wechsel des Tageslichts zu bestaunen.

Schon früh am Morgen hörten wir das Geläut der Virupaksha-Tempelglocken, das sich mit den Gesängen und Gebeten der Gläubigen vermischte. Das Heiligtum, das Shiva in seiner Inkarnation als Herr und Meister geweiht wurde, liegt im Centrum der Stadt und ist mit einer dicken Umfassungsmauer umgeben. Vor dem Tempel auf der Hampi Bazaar Road reihen sich Läden, Gasthäuser, Restaurants und Souvenirshops. Uns interessierten die weit verstreuten Tempelanlagen um das Königliche Zentrum, wofür wir uns einen halben Tag ein Tuck Tuck mit Fahrer mieteten.


Der Virupaksha Tempel in Hampi Bazaar, mit den umliegenden Steinruinen.


Ein Ausläufer des ehemaligen Säulen Bazaars mit schönem Felsengarten.


Das Bad der Königin mit dem großen Schwimmbecken und dem umlaufenden Korridor


Das Lotus Mahal, ein eleganter zweistöckiger Pavillon, der hinduistische und muslimische Stilelemente harmonisch verbindet.


Im Hof des Vittal-Svami-Tempels steht ein 8 m hoher Streitwagen der aus einem Felsen gehauen wurde. Seine steinernen Räder wurden an durchgehenden Steinachsen fixiert


Die durchgehende Steinachse mit dem "ausgeschlagenen" Radlager


Ehemalige Opferstätte auf der Matanga Hill. Für die aufsteigenden Mühen wird man mit einem grandiosen Rundblick über die weit verstreuten Ruinenstätten belohnt.

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Sa. 12.03.2011

Moula Moula wurde verprügelt


Von Hampi fuhren wir zurück nach Hospet. Kaum waren wir auf der N 13 in Richtung Bijapur unterwegs, kam eine kurze aber dafür heftige Schlaglochpiste die nur im ersten Gang befahrbar war, das wurde schamlos ausgenutzt. Beidseitig der Strecke Lehmhütten, zerfetzte Zeltunterkünfte, Slum Viertel. Von weitem sahen wir schon wie Frauen in 3er Gruppen, mit Bambusprügeln bewaffnet, um die LKWs tanzten um sie zu stoppen. Nachdem die Fahrer etwas aus ihren Fenstern herausgaben, konnten sie weiterfahren.

Nun waren wir an der Reihe. Kaum bei den Frauen angekommen stellten sie sich in den Weg und schrien nach Money, Money. Eine rechts eine links und eine vor dem Fahrzeug. Ich fuhr weiter und schob die vor uns stehende mit der Stoßstange vor mir her, während die beiden anderen mit den Bambusknüppeln auf Moula Moulas Führerhaus prügelten. Es dröhnte fürchterlich im Führerhaus und ich dachte dass jeder Schlag eine Delle hinterlassen würde. Das war zu viel für mich, ich hielt an, stieg aus, schrie sie an, hob Steine auf und wollte nach ihnen werfen, aber dazu kam ich nicht. Weitere Frauen rannten mit erhobenen Prügel auf mich zu. Ich ließ die Steine fallen, wollte mit ihnen verhandeln, aber es entstand nur ein lautes Geschrei mit erhobenen Knüppeln und der Aufforderung nach Money.


So sahen sie aus; Ihre Stammes Gefährtinnen "verprügelten" Moula Moula. (Ihr "Markenzeichen"; Die Gewänder sind kunstvoll mit eingenähten kleinen Spiegeln versehen)

Ein Truckfahrer rief mir zu schnellstens zu verschwinden. Dem aufgebrachten Frauen-Mopp machte ich klar, dass ich beabsichtige ihnen etwas zu schenken. Ich stieg ein und Rita gab mir eine Tüte mit altem Toastbrot, das wir für die streunende Hunde parat legten. Ich hielt es aus dem Fenster und während die aufgebrachte Meute von Frauen sich gegenseitig die Brote aus der Hand rissen gab ich Vollgas, wir waren durch! Es waren mit Drogen aufgeputschte Wegelagerinnen der übelsten Art. Moula Moula und wir haben's schadlos überstanden. Wir geben gerne, aber nicht auf diese Art und Weise.

Auf einer teils gut ausgebauten Straße fuhren wir weiter gen Norden.


Wo wir in Indien hinkamen, man staunte über uns und wir über sie.

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So. 13.03.2011

Die Höhlen von Badami


liegen in einer wunderschönen Landschaft am Fuße von roten Sandsteinfelsen. Der gesamte Höhlenkomplex der einstigen Hauptstadt besteht aus vier Höhlentempeln die zwischen dem 4. Und 8.Jh in die Felswand getrieben wurden. Gegen einen kleinen Eintrittspreis machten wir einen Rundgang. In den Felsmauern sind Bildnisse von Shiva, Vishnu und anderen Gottheiten zu sehen. Die oberen Enden der Säulen, die aus dem Fels gehauen wurden, sind meist mit mythischen Löwen und Stierkopf Figuren verziert. Eine Frau die die Tempel ständig auskehrte und sauber hielt erklärte uns einige Symbolfiguren.


Blick auf den Ort Badami mit seinem künstlich angelegten See


Ein aus dem Sandstein-Fels gehauener Tempel


Alles aus einem "Guss"

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Di. 15.03.11

Indien war für uns teilweise der absolute Horror.


Zum einen kamen wir in Gegenden in denen wir uns vorkamen, als hätten wir gerade den "Schalter" ins Steinzeitalter umgelegt. Zum anderen sahen wir in Pune, das liegt östlich von Bombay, unzählige Deutsche Firmen mit der neusten Technology, die sich hier angesiedelt haben. Rein zufällig hat es sich ergeben, dass unser Sohn Thomas gerade geschäftlich, für seine Firma aus Ludwigsburg, hier einige Wochen zu tun hatte. Es war ein sehr freudiges Wiedesehen auf unserem langen Weg "Lebenstraum Weltreise". Auf der bewachten Parkanlage des Hotels Sayaji konnten wir ungestört einige Tage stehen bleiben.

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Mi. 16 03.11

Es war schon über zwei Wochen her,


als wir per Internet unser Visa für den Iran beantragten. Heute kam endlich die erleichternde Nachricht von der Iranischen Botschaft, dass wir unser Visa bekommen, abzuholen auf der Iranischen Botschaft in New Delhi. Hier das Original Schreiben:

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Do. 17.03.11

Wir verabschiedeten uns von unserem Sohn Thomas


im Hotel Sayaji in Pune und fuhren weiter in Richtung Delhi, aber zuerst ging's noch zu den Höhlentempel von Ellora.


Hi Moula Moula, schön dich zu treffen, grüß mir meine Kollegen in Afrika"….

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Fr. 18.03.11

Die Höhlentempel von Ellora,


sie sind etwa 30 km von Aurangabad entfernt und gehören zum Weltkulturerbe. Eigentlich ist der Begriff "Höhle" in diesem Fall irreführend, denn es handelt sich hierbei um einzigartige Bauwerke die aus dunklem Vulkangestein gehauen wurden. Über fünf Jahrhunderte lang haben Generationen von Mönchen, Buddisten, Hindu und Jainisten an einem 2 km langen Felsenhang Klöster, Kapellen Tempel und Kornkammern heraus gemeißelt. Insgesamt hat Ellora 34 Höhlen von denen zwölf buddhistische, 17 hinduistische und fünf jainistische Anlagen sind, sie wurden zwischen den Jahren 400 - 1000 n.Chr. erbaut. Dieses Nebeneinader der verschiedenen Glaubensrichtungen beweist eine lang andauernde religiöse Toleranz. Wir begannen unseren Rundgang im buddhistischen Bereich, der 12 Höhlen umfasste. Es waren teilweise sehr einfache Kornkammern, große Versammlungshallen mit vielen Steinbänken und schmucklose zum Teil unvollendete Komplexe.


Ellora, Tempelanlage in den Fels gehauen


Höhlentempel Nr. 11

Dagegen sind die Höhlen 10 - 12 wahre architektonische Kunstwerke die über zwei und drei Stockwerke verfügen. Balkone und Galerien geben einen wunderschönen Blick auf die Decken, Friese und Wandreliefs, auf denen liebende Paare dargestellt sind.


Die Viswakarma- oder Zimmermannshöhle, ist eine der schönsten in ganz Indien. Ihr Name stammt von den in die Felsdecke "gezimmerten" Rippen, die an Holzbalken erinnern sollten.

Wow! 
Der Kailash-Tempel in Ellora,
 war neben dem Taj Mahal das wohl beeindruckendste Bauwerk das wir in Indien sahen. Dieser größte monolithische Tempel- Höhlenbau der Welt ist ein unglaubliches Meisterstück. Mehr als 7000 Arbeiter schlugen ihn in über 150 Jahren aus dem Fels. Mit dem Bau des Tempels wurde von oben begonnen somit wurden keine Gerüste benötigt. Zuerst wurden drei riesige Schneisen in die Felswand gehauen, danach hat man mit Hilfe von einfachen Werkzeugen die gigantische Form herausgearbeitet. Die Steinmetze begannen am Dach und arbeiteten sich bis zum Fußboden durch. Bei diesem unglaublichen Projekt wurden über 200 000 Tonnen Gestein bewegt. Großartige Wand- Fries- und Deckenskulpturen zeigen Szenen der verschiedenen Gottheiten, wobei die abenteuerlichen Bildnisse von Shiva im Vordergrund liegen.


Der Kailash-Tempel: Höhle Nr.16 wurde Shiva gewidmet.


Der ganze Tempel besteht aus einem einzigen zusammenhängenden Bergfelsen


Einmalig in der Welt und fast unglaublich, dass dieser Tempelkomplex von oben herab aus dem Felsgestein heraus gemeißelt wurde.

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Mo. 21.03.11

 


Auf der neuen Nationalstraße N3 kamen wir in den westlichen Bezirk von Madhya Pradesh. Überbeladene LKWs kamen mit dem neuen Zustand der Straßenverhältnisse nicht zurecht, sie fuhren einfach zu schnell, waren überbeladen, kippten um oder landeten im Graben.


Ein LKW raste nur knapp an gefüllten Gas Tanklastern vorbei

Es gab Zeiten auf vielen Fahrstrecken durch Indien, da kamen wir uns vor, als wären wir auf einem anderen Planeten. Dass ich noch keinen fahrenden Inder umgebracht habe lag wahrscheinlich daran, dass sie mich auch nach abartigen Überholmanövern nur angelacht haben…. Ich hatte zeitweise kein Blut mehr in den Adern, nur noch pures Adrenalin….. Ich bin jetzt 220 000 Km um die Welt gefahren, Indien ist, was das Fahren angeht, die reinste Hölle. So viele umgekippte Trucks und LKW- Frontalzusammenstöße hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Und sie lachen, freuen sich, rasen, rasen…., hupen hupen… weiter , bis zum nächsten Crash.


Der tägliche Normalfall….keinen interessiert's… keine Zuschauer…und das in Indien?…


Das kommt davon, wenn man vom Ochsenkarren als Driver auf einen LKW umsteigt, keinen interessierts.


Eine von vielen Innenstädten Indiens, nur Dreck und Gestank

In der Pilgerstadt Ujjain

 war um diese Jahreszeit nicht viel los und wir besuchten nur das erste wissenschaftliche Observatorium Indiens. Auf dem Gelände sind Instrumente zu sehen, mit denen man seit dem 4.Jh. v. Chr für astrologische Vorhersagen die Lage der Himmelskörper bestimmen kann.


Die Sternwarte von Ujjain

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Di. 22.03.11

Wir erreichen Rajasthan, das Land der stolzen Rajputen (Königssöhne)


Hier beginnen die Märchen von 1001 Nacht Udaipur,Jodhpur, Jaipur, und die legendäre Wüstenfestung Jaisalmer sind die schönsten Städte des zweitgrößten Bundesstaates Indiens die wir besuchten.

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Mi. 23.03.11

Udaipur die Stadt der Seen und Paläste,


ist auch eine der romantischten Orte in Rajasthan. Wie aufgereihte weiße Perlen stehen die Häuserfronten dieser herrlichen Stadt zwischen zwei künstlich angelegten Seen. Im unteren Bild am dunkelblauen kleinen Nebensee fanden wir einen schattigen Platz für Moula Moula, an dem wir für zwei Tage geblieben sind.


Der ruhige Pichola See: Links die Jagmandir Insel, in der Mitte auf dem Berg der Monsoon Palace und rechts das weiße Lake Palace Hotel. In dieser herrlichen Umgebung wurde der James Bond Film "Octopussy" gedreht.


Links der Lake Palace, rechts der imposante City Palace


Traumhaft, wie ein schwimmendes Schiff inmitten des Pichola Sees gelegen, das Lake Palace Hotel. Es ist einzigartig und gehört mit 80 Räumen und Suiten zu den luxuriösesten Hotels der Welt. Ein Teilbereich wird noch heute von einer Maharaja-Familie bewohnt.


Der City Palace


Im Innenhof des City Palace


Ein Straßen-Laden in der Innenstadt


Eine mit Henna geschmückte Hand


Straßenszene


Ein freundlicher Gruß eines Sadhu (hl. Mann)


Abendstimmung am Pichola See, der Palast auf der Jagmandir Insel wurde 1620 von einem Maharaja gebaut. Direkt am See verbrachten wir eine ruhige Nacht.

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So. 27.03.11

Wie eine staubige Decke


breitet sich die gelbe Thar Wüste vor den Toren Jodhpur aus. Hoch auf einem Felsen thront die Palastfestung die seit über 500 Jahren dem Herrscherhaus als Residenz dient. Je näher wir kamen desto gewaltiger und faszinierender wirkten die Mauern der Festung auf uns. Für dieses beeindruckende Monument ließen wir uns zwei Besuchstage Zeit. Auf breitem Steinpflaster gingen wir zunächst durch mehrere Tore. Am zweiten sieht man einige Kanoneneinschläge, die teilweise das dicke hölzerne Tor durchschlugen. Dagegen sind die farbig markierten Einschläge an der Grundmauer kaum sichtbar. Es sind Spuren einer ereignisreichen Geschichte.


Hoch über den Basaren der Stadt thront das Mehrangarh Fort


Die märchenhafte Palastanlage scheint aus dem Felsen herauszuwachsen


Jodhpur die blaue Stadt am Rande der Wüste unterhalb von Mehrangarh Fort


Hinter diesen blauen Hausfassaden leben Brahmanen. Die blaue Farbe ist nicht nur kühlend im Sommer sondern auch noch ein wirksamer Insektenschutz. Die Brahmanen sind die Kaste der Priester und Gelehrten, die Höchste der Hindu Gesellschaft.


Am oberen Lohapol Eingangstor sind beidseitig 32 kleine Handabdrücke mit tragischem Hintergrund zu sehen. Es sind die Zeichen der Ehefrauen von ihrem Herrscher Maharaja Man Singh. Nach seinem Tod im Jahre 1843 ließen sich die Witwen, trotz Verbot der britischen Besatzer, auf seinem Scheiterhaufen bei lebendigem Leib mit verbrennen. Die Gedenkstätte wird heute noch mit Ehrfurcht betrachtet. Noch im Jahr 1953 soll sich die letzte Sati des Königshauses selbst mit ihrem verstorbenen Mann verbrannt haben.


Im Innenhof überhängende Erker, Balkone und Galerien mit filigranen Steinmetzarbeiten


Die königliche Audienzhalle im Fort Meherangarh

In den einzelnen Räumen des Palastes sind antike Möbel, Elefantensänfte (Elefantensitze) Kostüme, Kinderwiegen, Schmuck und Waffen ausgestellt. An der "Korbtrage", auf dem oberen Bild links, haftet eine besondere Geschichte: Diese Korbsänfte gehörte der Großmutter des jetzigen Maharajas. Sie besuchte im Jahr 1925 als erste Rajput-Königin, England, wobei sie in dieser Sänfte von und zu ihrem Rolls Royce transportiert wurde, der extra mit Vorhängen ausgestattet war. Ihr striktes einhalten der Verschleierung schürte die unermüdliche Neugier der Londoner Boulevard Presse, jeder wollte einen Blick auf sie werfen. Als sie eines Tages aus dem Auto stieg, kam es nur zu einem Foto ihrer unbedeckten Knöchel. Das Foto erschien gleich am nächsten Tag in der Zeitung. Die Indische Reisegesellschaft aus Jodhpur war empört und kaufte alle Exemplare der Zeitung auf, bevor sie nach Indien gelangten. Das waren noch Sitten….


Von ihm erhielten wir hochinteressante Hintergrundinformationen über den Gebrauch von Opium und dem Sati Kult.


Ein "Aufpasser" in Ruhestellung.


Ganz in der Nähe der Festung; Jaswant Thada, das Grabmal der letzten Maharajas von Jodhpur


Blick vom Fort zum Uhrenturm


Um den Uhrenturm ein lebhaftes Marktgeschehen


Der Moscheepalast in Jodhpur

Bevor wir weiter fuhren, noch ein kurzer Besuch im Internet. Über eine wacklige Wendeltreppe kam ich in einen winzigen, stickigen Raum mit 10 Kabinen. Geht man in Indien in ein Cyper Cafe, muss man sich in ein "Gästebuch" mit Name, Herkunft, und Passportnummer eintragen. Danach verlangt man noch den Pass, um eine Kopie zu machen. Alles unverständlich, Angst vor Terrorismus? Ich gab immer einen falschen Name und eine falsche Passnummer an, sagte dass mein Pass im Hotel währe und alles war in bester Ordnung. Was soll dann diese ganze Prozedur? Einfach unverständlich wie so vieles in Indien. Ich zwängte mich zwischen zwei "Kabinen" und saß beengt und zusammengekauert vor einem verschmierten Monitor. Mit den Ellbogen am Körper war ich kaum in der Lage die staubige und verdreckte Tastatur zu bedienen. Was soll's, das Wichtigste war erledigt.

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Di. 29.04.11

Nach Jaisalmer in die Wüste Thar.


Schon nach dem Verlassen der blauen Stadt Jodhpur nach Jaisalmer begegnete uns auffallend viel Militär die Panzer, Kanonen und schwere Geräte hin und her transportierten. Die Grenze nach Pakistan war nicht mehr weit. Die Thar Wüste bis Jaisalmer ist eigentlich keine typische Sandwüste mit Dünen und Sand, sondern eher eine karge Savanne mit verstreuten, aber immergrünen kleineren Bäumen, Büschen und teilweise auch grünen Flächen auf denen Schaf- und Ziegenherden gehalten werden. In der heißen Mittagssonne suchten auch einige Antilopen den kühlen Schatten der Bäume. Allmählich verschwand das Buschwerk und kleine Wanderdünen säumen beidseitig die Straße.


Ein stolzer Pfau, der Königsvogel in der Wüstenlandschaft


Unterwegs mal wieder ein platter Pneu, der XXX te Reifenwechsel


Ein Rajasthanie auf dem Weg in die Wüstenstadt

>Schon von weitem sahen wir die Felsenfestung mit seinen 99 Bastionen über der flirrenden Ebene aufragen. Und dann erreichten wir Jaisalmer, die Stadt mit seinem klangvollen Namen. Sie ist ein Gesamtkunstwerk von außergewöhnlicher Gestalt, mit Tempeln, Palästen und Kaufmannshäusern.


Vom Fort aus hatten wir einen fantastischen Blick auf die Sandsteinstadt Jaisalmer


Einige der 99 Bastionen


Ein Blick auf die Bastionen

Das Fort ist die einzige Festung Rajasthans die heute noch von etwa 3500 Menschen bewohnt wird. Durch enge Gassen konnten wir ungestört das Leben der Menschen beobachten.


Die Menschen in der Festung leben überwiegend vom Tourismus


Sieht man Kamelreiter, dann ist man in den Dünen von Sam

In den "Sandhügeln" von Sam ist man nicht alleine. Der Ort ist eine große Touristenattraktion geworden, an dem man leider einen Sonnenuntergang nicht ungestört genießen kann. Unschön sind auch die Massen von Schutt und Plastikflaschen die von den Dünenbegeisterten hinterlassen wurden. (Wie traumhaft schön, einsam und unvergessen ist für uns doch die Sahara in Algerien und Libyen).

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Fr. 01.04.11

Der Tempel der Bettelmönche in Kolayat,


ein wunderschöner verschlafener Ort liegt an einem stillen See südlich von Bikaner. Wir waren die einzigen die an diesem sonnigen Morgen am Wasser entlang schlenderten. Aus den Tempeln und Schreinen kamen uns die bekifften Sadhus entgegen (Bettelmönche).


Der Tempelsee, ein idyllischer ruhiger Platz

Vor dem Tempel lagen auf dem Kopfsteinpflaster einige Decken, es waren die Schlafplätze der Bettelmönche. Wie angewurzelt standen wir vor einem der Schlafplätze, als zwei Mönche einen steifen Sadhu unter seiner Decke hervorzogen.

Er war Tod, über Nacht auf dem Gehweg gestorben. Noch in der Totenstarre, legten sie ihn unter einen Baum. Sein ganzes Hab und Gut wurde neben ihm auf ein Häufchen zusammengelegt. Seine letzte Reise machte er dann mit einem Boot zum Verbrennungsort.


Der Tod kam über Nacht


Ein weiser Sadhu (hl. Mann) gibt für einen kleinen Obolus, Ratschläge fürs Leben.

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Fr. 1.4.2011

Außer Kühe


gelten in Indien auch Ratten zu den heiligen Tieren. Im Rattentempel von Deshnok erlebten wir ein besonderes "Welt Kuriosum". Es handelt sich um Geschichteerzähler, die anscheinend im Tempel Karni- Mata als Ratten "wiedergeboren" wurden. Wir befanden uns nicht am Ort eines Zoos oder einer Unterhaltungsshow, sondern an einem Ort der Anbetung. Bevor wir also den Tempel der Ratten betraten, wie immer, Schuhe ausziehen. Hinter den Silbertüren kamen wir in einen Innenhof in dem uns regelrecht die "heiligen" Nager über die Füße liefen. Man musste aufpassen, dass man nicht auf den mit Rattenkot verdreckten Bodenfliesen ausrutschte. In den Schlafecken der Ratten stank es fürchterlich. Im inneren des Tempels saß ein Priester der sich mit den Ratten "unterhielt" sie streichelte und fütterte.

Sie bekamen Milch, Wasser, Früchte , Nüsse und wurden auch noch zusätzlich von den Besuchern mit allerlei feinsten Leckerbissen versorgt. Nüsse und angeknabberte Nahrungsreste die mit Rattenspeichel benetzt waren, wurden von Gläubigen zum Teil gegessen und gelten den Pilgern, in ihrem demütigen Glauben, als Heilmittel und Glücksbringer.


Obwohl Ratten eigentlich Nachttiere sind, sind sie im Tempel von Deshnok auch tagsüber sehr lebendig.


Ein monotoner Gesang von Geschichteerzählungen wird mit einem Harmonium und einer Trommel begleitet.


Im ganzen Tempel tausende von Ratten.


Die Ratten werden mit Milch, Joghurt, Früchten und Nüssen gefüttert.

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Sa. 2.04.11

Pushkar,


ein friedlich-beschauliches Städtchen liegt malerisch an einem kleinen See, nur elf Kilometer nördlich von Ajmer. Der Ort ist Wallfahrtsziel der Hindus, denn hier soll Brahma, der Schöpfer, einen Dämon mit einer Lotusblüte besiegt haben. Die Stadt hat selbst über 400 ! Tempel und der hl. See ist über 52 Ghats (breite Ufertreppen) erreichbar. Fleisch, Alkohol und Drogen sind hier tabu, wobei Joints anscheinend nicht zu den verbotenen Freuden gehören. Auch auf alkoholische Getränke braucht man nicht verzichten denn die gibt's in den Shops vor der Stadt. Hinter den Türen wird dann reichlich gequalmt, getrunken und relaxt bis zur Selbstverwirklichung.

Im Gegensatz zu anderen touristischen Orten wird man hier in Pushkar kaum von Händlern und Souvenir Verkäufer bedrängt und das in Indien? Das machte mich stutzig!

Ich stand an einem Ghat (Ufertreppe) und ging einige Stufen hinab um Video-Aufnahmen zu machen. Nachdem ich einige Einstellungen hatte, kam ein Inder auf mich zu. Jetzt dachte ich, jetzt biste dran, jetzt kostet es eine "Geldspende", denn es steht überall geschrieben dass das Fotografieren und Filmen bei Gebetswaschungen und Zeremonien verboten ist.


Die Treppenstufen (Ghats) rings um den See

Aber nein, der Inder stellte sich als Brahmane vor ( Priester) und lud mich ein ihm zu folgen, um bessere Aufnahmen machen zu können. Ich war überrascht und fragte ihn gleich was das den kostet. Nein nein, meinte er, an diesem Ort macht man keine Geschäfte. "Komm auf diese Seite, hier bekommst Du die besten Aufnahmen".


Am See von Pushkar kann sich jeder selbst verwirklichen.

Nachdem ich wieder einige Male abgedrückt hatte, folgte ich ihm weiter auf die unterste Stufe des Ghats, auf die wir uns setzten. Der Brahmane drückte mir einige Rosenblätter in die Hand und deutete auf den See, wohin ich die Rosenblätter werfen sollte. Aber Hallo!!! Jetzt hat's geklingelt!

Aus unserem Reiseführer wusste ich was mein "Priester" mit mir nun vor hatte. Er witterte ein Geschäft, wollte an mein Geld. Ich spielte noch ein Weilchen mit. Nun sollte ich an einen lieben und sehr engen verstorbenen Menschen denken, dem ich zu Ehren eine großzügige Spende zukommen lassen sollte. Als er mit seiner Gebetszeremonie beginnen wollte, legte ich die Blätter auf den Steinboden und ging einige Stufen nach oben. Entsetzt und fragend schaute er mich an, wie konnte ich nur dieses Ritual unterbrechen, der verstorbene wird es mir nie verzeihen, höchstens ich spende gleich die Summe an die ich gedacht hätte! In diesem Moment galt die Sitzung für mich beendet. Ich hörte ihn noch schimpfen bis ich die oberen Stufen des Ghats erreichte.


Durch den Ort Pushkar wurde ein Wagen mit hl. Männern gezogen, die dann den Menschen ihren Segen gaben.


Sonnenuntergang am hl. See von Pushkar

Die meiste Zeit des Jahres ist Pushkar eine verschlafene, aber immer religiös aktive Stadt. Wenn jedoch vor dem Novembervollmond für 12 Tage der Pushkar-Markt stattfindet, dann erwacht eine nahezu biblische Szenerie zum Leben. Dorfbewohner aus ganz Rajasthan kommen dann hierher, zum größten Kamelmarkt der Welt. Leider konnten wir nicht solange warten und fuhren weiter nachJaipur.

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Di. 5.4.2011

Jaipur, die rosarote Stadt, genannt "Pink City"


Diesen Anstrich bekam Rajasthans Metropole zu Ehren des Prinzen von Wales, der 1876 Jaipur besuchte. Seitdem wird die Farbe in der Altstadt immer wieder neu aufgefrischt. Wir nahmen uns für einen halben Tag ein Tuck Tuck um die weit verstreuten Sehenswürdigkeiten schneller erreichen zu können.


Im Stadtpalast ist auch das Museum untergebracht


Der Jal Mahal (Wasserpalast) etwas außerhalb von Jaipur


Der schöne Amber Fort Palast erhebt sich von einem Felsigen Berghang ca. 11 Km nördlich von Jaipur.


Hawa Mahal, der Palast der Winde ist das Wahrzeichen von Jaipur und hat 924 glaslose Fenster.


Die Königlichen Kenotaphen der Maharanis von Jaipur. Ausnahmsweise war hier der Eintritt frei.

Unverschämt und schon fast diskriminierend fanden wir die Eintrittspreise. Wieder einmal muss der Westliche Touri das 10 Fache an Eintrittsgelder für die Besuche von Palästen, Museen und Sakralbauten bezahlen, als die Inder. Hierher kommen keine armen Inder, hier trifft man die Mittel- und Oberschicht, die gut betuchten mit ihren neusten Fahrzeugen. Man stelle sich das mal in Deutschland vor! Für Foto und vor allem für Video-Aufnahmen verlangten sie horrende Gebühren für die ich keinerlei Verständnis hatte. Diesen Ort der Touristen-Abzocke verließen wir noch am selben Tag um einen weiteren Höhepunkt unserer Indienreise zu besuchen: Der Taj Mahal in Agra.

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Mi. 6.04.11

Der Mythos Taj Mahal


ist das berühmteste Bauwerk des Subkontinents, das Symbol einer großen Liebe in der Millionenstadt Agra, etwa 200 km südlich von New Delhi gelegen. Das unglaubliche Denkmal wurde von Shah Jahan für seine zweite Frau Mumtaz Mahal errichtet, die bei der Geburt ihres vierzehnten Kindes im Jahr 1631 gestorben war. Der Tod seiner geliebten Frau brach dem Herrscher das Herz und bewegte ihn, ihrem Andenken ein Mausoleum von beispielloser Schönheit zu weihen. Außergewöhnliche Künstler und 20 000 Arbeiter bauten über 22 Jahre an diesem Grabmal.


Der Taj in der Morgendämmerung


Der Taj Mahal, ein faszinierendes Bauwerk


Das innere Grabmal aus fleckenlosem weißem Marmor, ausgelegt mit Edelsteinen….


Rita am "Ort" ihres Jugendtraumes. Eine Inderin wollte mit Rita fotografiert werden.


Eine fantastische Architektur, wobei die 4 Minaretts eine leichte Neigung nach außen haben, um bei einem eventuellen Erdbeben das Grabmal in der Mitte nicht zu beschädigen.


Die Moschee aus rotem Sandstein neben der Taj Mahal. Aus symmetriegründen wurde gegenüber dem Hauptgebäude das gleiche Bauwerk errichtet.

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Fr. 8.04.11

In einer Seitenstraße, neben der Taj, verbrachten wir eine sehr unruhige Nacht.


Bis in den frühen Morgen dröhnte übersteuerte Musik aus Straßenlautsprechern. Um Mitternacht lud neben uns ein LKW Steine ab. Getöse, Lärm und Staub. Ich fuhr 50 Meter weiter, da war schon wieder der nächste Lautsprecher am Laternenmast, der uns die Nachtruhe raubte. Früh am Morgen, wir waren gerade an unserem Frühstück, da dröhnten nicht nur die Lautsprecher, sonder auch einige Inder. Sie saßen neben uns am Weg mit ihren Wasserflaschen und waren am Kacken, und rumpinkeln. Nur weg von hier, weit weit weg…… Gleich nach der Abreise von Agra wurde es wieder sehr hecktisch auf der Straße nach New Delhi.


Getreidetransport einmal von vorn…


…einmal von hinten.


Und da geht doch noch mehr…..


Unterwegs immer wieder unzählige umgekippte LKWs.

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So. 10.4.2011

New Delhi war anders,


als wir es je erwartet hätten. Keine Kühe auf den Straßen, sauber, geordnet und vor allem hervorragend ausgeschildet. Mit einem kleinen Stadtplan fanden wir uns super zurecht. Es gab auch keinerlei Probleme an der breiten, kaum befahrenen Akbar Route einen ruhigen Nachtplatz in dieser Millionenstadt zu finden.

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Mo. 11.4.2011

Nach genau 4 Monaten,


ununterbrochen blauer Himmel, wenn er gerade nicht versmogt war, hatten wir heute den ersten bewölkten Tag und gleich am frühen Morgen den ersten kurzen Regenguss, der aber kaum für Abkühlung sorgte. Auf der Iranischen Botschaft füllten wir unsere Datenblätter aus und gaben sie zusammen mit unseren Reisepässen und dem ausgedruckten Schreiben von der Botschaft ab. Normalerweise hätten wir das Visa am nächsten Tag bekommen, aber da war mal wieder ein Feiertag. Kein Problem, nach einem kurzen Einkauf bezogen wir wieder Stellung auf der Akbar Route.

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Di. 12.4.2011

 


Heute war Feiertag, an einer militärisch bewachten Einfahrt zur Militärsiedlung verbrachten wir in angenehmer Ruhe unsere zweite Übernachtung. Auf der Suche nach einem Markt hielt neben uns ein BMW und was hörten wir? Nach langer Zeit wieder einmal eine Deutsche Stimme. Es war Stephan und Peta aus München die hier in der Nähe wohnten und für BMW arbeiteten. Es war eine kurze aber sehr nette Begegnung. Wir tauschten unsere Visitenkarten und Stephan meinte, wenn wir Probleme hätten, könnten wir uns jederzeit bei ihm melden. Er fuhr uns noch ein Stück voraus um uns den Weg zum Marktkomplex zu zeigen. Hier deckten wir uns wieder mit frischem Obst und Gemüse ein.

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Mi. 13.4.2011

Wir erhielten unsere Pässe


mit einem 30 Tage Aufenthalt im Iran, mit einer Gültigkeit von drei Monaten. Das hätten wir mal geschafft. Jetzt schnell zur Pakistanischen Botschaft und hoffen, dass wir auch hier ein Visa bekommen. Unsere Bemühungen waren heute umsonst, alles war geschlossen, erst Morgen um 9 Uhr ist wieder geöffnet. Heute war ein Islamischer Feiertag.

Am Urban Park, gegenüber der Pakistan Botschaft befindet sich ein Parkplatz an dem wir übernachten konnten. Einige 100 Meter nördlich bietet ebenfalls ein Parkplatz für 100.- Rupien (1,6 €) saubere Toiletten und Duschräume an.

Nun hatten wir Zeit, 
uns um unseren blinden Passagier zu kümmern

Aus mit der Maus, 

die uns schon seit über 3 Wochen auf Trapp hielt! Den ersten Verdacht hatten wir, als eine Banane und eine Mohrrübe angeknappert waren. Dann am nächsten Abend der erste Blickkontakt. Im Bett lief mir doch das kleine Mäuschen beim Lesen direkt vor der Nase herum, der Anblick war so köstlich, dass ich nicht reagieren wollte: wie sie kam, war sie verschwunden. Das niedliche Knappertierchen legte tags darauf ein Ladekabel und das Kabel meines Skype Kopfhörer lahm. Jetzt wurde es ernst, Die Jagd begann!

Aber wie fang ich eine Maus im Womo? Tagelanges suchen in den Shops nach einer Mausefalle war erfolglos. Rattengift gab's an jeder Ecke, aber das ist für uns eine unfaire "Fangmethode". Eine Idee musste her und da war die Coca Cola Flasche. Anleitung der Coca Falle: Man schneidet die Cola Flasche am Boden bis auf 2 cm auf, somit hat man schon mal eine Klappe. Mit einem langen Gummi, den man mit dem Schraubdeckel der Cola Flasche fixiert und über den Bodendeckel legt, hat man schon eine verschließbare Klappe. Nun nimmt man eine (15-20 cm) lange Schraube oder Gewindestange und legt sie in die Cola Flasche.

Ein Stäbchen oder einen kleinem Kaffeelöffel nimmt man dann als "verstellbares" Spannelement zwischen Gewindestange der Schraube und dem weit geöffneten Boden der Cola Flasche. Man achte darauf, dass der Kaffeelöffel oder das Stäbchen sehr sensibel an der Schraube angelegt wird. Dann legt man kleine Bananenschnitten und eine Scheibe Mohrrübe in die Flasche. Dem Duft kann keine Maus wiederstehen. Bei der geringsten Berührung des Stäbchens im Innenraum, bricht dann die innere Konstruktion, Gewindestange, Stäbchen, Cola Bodendeckel zusammen. Der Gummizug hält den Bodendeckel zu.

Aus mit der Maus!
Unsere 3 wöchige Begleiterin bekam nach dem Fang ihre Freiheit in der Natur wieder zurück. Eine zweite Maus, die sich bei uns ebenfalls im gleichen Zeitraum eingenistet hatte und sich wohl fühlte, fingen wir am nächsten Tag erfolgreich mit der gleichen Methode.


Unsere 3 wöchige Begleiterin haben wir gefangen, sie bekam wieder ihre Freiheit…

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Do. 14.4.2011

Der Parkplatz am Urban Park


wurde heute schon sehr früh von Jogger und Gym-Gruppen frequentier. Ein Grund mehr, frühzeitig aufzustehen. An der Pforte der heruntergekommenen und mit Stacheldraht abgesicherten Pakistanischen Botschaft wurden wir gleich beim Pförtner unhöflich abgewiesen, weil wir kein Residenz Visa für Indien hatten. Es gab auch kein Transit-Visa für das momentan sehr explosive Pakistan. Wenn wir das bräuchten, sollten wir uns dies in Berlin besorgen, hieß es labidarisch.
Aber wie kommen wir jetzt nach Berlin?

Was sollen wir jetzt tun? Welche Möglichkeiten haben wir, um aus Indien herauszukommen?

Wir erinnerten uns an Stephan und Peta, die wir vor zwei Tagen kurz kennengelernt hatten. Er ist Direktor bei BMW India und bot uns an, dass wir uns bei Problemen bei ihm melden könnten. Also fuhren wir zur BMW Niederlassung nach Gurgoan. Den Industrieort südlich von Delhi erreichten wir nach einer kurzen Autobahnfahrt. Gegen Abend trafen wir Stephan und folgen Ihm nach Hause.

Es war für uns eine totale Überraschung, mitten in der quirligen, heißen und staubigen Stadt kamen wir an eine "Farm". Es war eine Oase der Ruhe, in der wir 5 Tage geblieben sind. Im Schatten eines großen Baumes hatten wir neben ihrem Haus einen wunderschönen Platz mit Wasser- und Stromanschluss. Tagsüber waren wir mit der süßen Boxerhündin und dem Gärtner allein auf dem Gelände, fanden zwischendurch Abkühlung im Swimming Pool.


Ein tolles Areal…..

Abends saßen wir zusammen und hatten uns viel zu erzählen, auch über die Beschaffung eines Pakistan-Visums und da gab's vieles zu beachten. Wenn wir z.B. aus Indien ausreisen, dürfen wir erst nach 2 Monaten wieder ein neues Visa für Indien beantragen. Aber in der Zwischenzeit wäre der Einreisezeitraum für das Iran Visa abgelaufen.

Von Stephan erfuhren wir auch, dass wir nicht einfach unsere Pässe zu einer Visa - Agentur nach Deutschland schicken können, denn das ist illegal, jegliche Post die in Indien ankommt oder verlässt, wird elektronisch durchleuchtet, keine Change Pässe zu verschicken. Es war sehr hilfsreich, dass wir jetzt eine gute Wireless Verbindung hatten.

Die einzige Möglichkeit um eine zeitraubende, nervende und teure Verschiffung zu umgehen, war der Weg nach Nepal. Aber Heute war erst mal ein arbeitsfreier Samstag. Während ich mit Stephan und Cassian den Auto-Dachträger für die Kajaks montierte, machte Rita mit Peta "schwäbische Pfannenkuchen", die sich Cheyenne, die Tochter und Cassian ihr Sohn sich gewünscht hatten. Es schmeckte sehr lecker.


Stephan mit seinem Sohn Cassian beim Üben im Pool, für ihre Kajak- und Rafting touren.

Danach gab's für Cassian wieder eine Übungsstunde im Pool. Hier wurde der "Ernstfall" geübt, wie kommt man bei "Kopf unter Wasser" wieder in eine stabile Paddel-Lage? Cassian war ganz begeistert dabei, als sein Vater es gekonnt vormachte. Am Abend analysierten wir dann meine Unterwasseraufnahmen. Bei diesem Ehrgeiz sind beide sicherlich fit für den kommenden Rafting Urlaub in den geradezu idealen Gebirgsflüssen Nordindiens. Viel Spaß Euch beiden und immer Kopf über Wasser! Für diese kurze, aber sehr intensive Zeit, die wir bei Euch verbringen durften, bedanken wir uns sehr herzlich.

Wir wünschen Euch auch Begegnungen dieser besonderen Art auf euren Reisen, vor allem wenn Ihr irgendwo im Busch oder im Dschungel einer Millionen Metropole steht!

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Di. 19.4.2011

Wir entschieden uns für den nördlichen National Highway 24 von Delhi nach Laknow


und griffen total daneben. Er war zum größten Teil in einem grauenhaften Zustand und glich einem Flickwerk aus Schlaglöchern und Asphaltfetzen. Eine "Schrottpiste" mit ätzendem LKW-Verkehr, verstopften Ortsdurchfahrten, drängeln, Hupen, lärmen und der ständige Dreck, Gestank und Staub ließ uns kaum mehr als 150 km als Tagesetappe schaffen. Nach dem dritten Tag erreichten wir Kanpur und besuchten die Firma EMA, die Induktions- Härte-Maschinen herstellt und noch vor Jahren Honmaschinen baute.

Es lag schon über 12 Jahre zurück, als wir für eine führende deutsche Firma in der Honverarbeitung einen Image - Film drehten. Dazu waren auch Filmaufnahmen im Indischen Niederlassungs-Werk in Kanpur notwendig. Damals waren wir für eine Woche bei der Familie Bargahwa, Besitzer der Firma, sehr freundlich aufgenommen worden und wir filmten die Herstellung von Honmaschinen für den Indischen Motoren Markt. Damals sagten wir uns schon, dass wir auf unserer Weltreise hier nochmals vorbeikommen wollen. Unser heutiger kurze Besuch war eine große Freude und Überraschung. Wir bedankten uns sehr für ihre ausführlichen Gespräche und vor allem für ihre liebenswerte Gastfreundschaft.


Herr und Frau Bargawah neben Rita

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So. 24.4. 2011

Varanasi, die Stadt Shivas und heiligste Stätte der Hindus


hieß einst Benares, sie zieht seit Jahrtausenden Pilger, Gelehrte und Reisende in ihren Bann. Die 1,5 Mill. Einwohner verursachen täglich ein chaotisches Durcheinander. Hupende LKW's, rasende Omnibusfahrer, ein Gewirr von Fahrradrikschas, Tuck Tucks, Kühe und Menschen, Menschen , Menschen…..und wir mitten drin.


Varanasi; auch das Chaos hat seine Ordnung.

Einen Parkplatz zu finden ist so gut wie ausgeschlossen und dennoch hatten wir Glück direkt am Ganges neben den Ghats einen Platz ausfindig zu machen. Am späten Abend merkten wir dann wo wir gelandet sind, in einem freien Kuhstall. Wegfahren war unmöglich, um den Platz war alles mit Kühen, fahrbaren Verkaufswagen, Fahrzeugen und Menschen blockiert. Am Abend zelebrierten Junge Brahmanen am Ufer das Abendritual des Feuer-Tanzes. Die Nacht war drücken heiß und das laute stinkende "ausströmen" der Methangase bei den Kühen gab uns für diese Nacht noch den Rest.


Um 6 Uhr früh am Ganges


Touristenboote auf dem hl. Fluss

Unausgeschlafen und müde ging's am nächsten frühen Morgen an die Ghats am Ganges, in dem sich die Pilger mit dem reinigenden Wasser ihre rituellen Waschungen vollzogen. Wir mieteten uns ein Boot, aber aufgepasst, auch an diesem hl. Ort versucht man mit allerlei Tricks die Touris hereinzulegen.

Vor Sonnenaufgang standen schon die Menschen bekleidet oder teilweise halb nackt im dreckigen Wasser des Ganges. Durch Eintauchen in das hl. Nass und durch kleine Opfergaben wuschen sie sich rein von allen Sünden des irdischen Daseins. Ein Schritt auf dem Weg zum Moksha, der Erlösung vom Kreislauf der Wiedergeburt. Zwischen den Ghats ein freier Platz an dem auf brennenden Scheiterhaufen Leichen verbrannt wurden. Der süßliche Rauch der Leichenverbrennung vermischte sich mit den Düften von Sandelholz, Jasmin, Urin und Kuhmist.


Waschung an einem Ghat


Schauplatz für Touristen: Der Platz der Totenverbrennung. Rechtes Gebäude: Das neue Krematorium


Totenverbrennung am Ufer des Ganges


Hindu Gebetsstätten an den Ghats…


Rituelle Waschung und Opfergabe in den hl. Fluss Ganges…


Bei diesem Anblick eines Sadhu (hl. Mann) bleibt für jeden der Gedanke frei…


In der weiten Gangesebene fanden wir noch ein ruhiges Plätzchen für die letzte Nacht in Indien.

Anfangs, als wir in Chennai Indien betraten, fragten wir uns mit welchem Eindruck wir wohl dieses Land verlassen werden. Nach sechs Monaten sind wir nun über 10 000 Km durch diesen Riesen-Subkontinent gefahren und können sagen, dass uns der Indien-Virus nicht befallen hat.

Wir staunten über ihre Verehrung von abertausenden von Göttern und Gurus, über den Prunk und Reichtum der Maharaja Paläste und Tempel.

Wir waren begeistert von den Menschen, ihren Ritualen, Traditionen, Tempelfesten und vor allem über ihre Gastfreundlichkeit (wenn auch ihre Neugier teilweise sehr nervte).

Wir erlebten den Horror auf Indiens Straßen, und auf dem Weg zu ihren Pilgerstätten.

Wir waren entsetzt von den unmenschlichen Lebensbedingungen, vom Dreck, der Vermüllung und von dem verschissensten Land, das wir in sieben Jahren durchfuhren. Es gab Kontinente und Länder die uns wesentlich besser gefallen haben. Unsere Reise durch Indien hatte nichts mehr mit dem Pauschaltourismus zu tun. Diese "Touris" finden sich in Hotel-Ghettoburgen wieder, erleben in klimatisierten Überlandbussen und unter Zeitdruck ein völlig falsches Indien. Trotz all unseren Strapazen mit ihren negativen und vielen positiven Aspekten war Indien für uns eine Reise wert. Man muss das Land schon selbst sehen, erleben, fühlen und vor allem riechen, um es ein "kleines bisschen" zu verstehen, jedenfalls kann man es danach besser beurteilen.

Doch wie auch immer man Indien bereist, ob man sich in das Land, deren Menschen, Traditionen und Gebräuche verliebt und es wieder besucht, oder ob das Gesehene und Gerochene einmalig bleiben soll, eines ist sicher: 
Nach einer Indienreise sieht man die Welt mit ganz anderen Augen.

Welcome to Nepal.


Einreise beim Grenzort Sunauli nach Nepal

Unser Lebenstraum Weltreise geht weiter, mit Simba im Herzen.
© by Reckfilm


Our life dream world goes on. withs Simba in the heart.
© by Reckfilm


Nuestra vida va en mundo de ensueño. con Simba en el corazõn.
© por Reckfilm

 

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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