08 Mali

 

Mali - von Bamako ins Land der Dogon

09.06. - Mi.


Wechselkurs: 1€ = 650 CFA
KM Stand (bei Ausreise) 46.490
Gefahrene Km 18.513 Km
Dieselpreis 390.- CFA

Die Regenzeit hat in Mali noch nicht wie erwartet begonnen und wir spüren den heißen Harmattan - Wind, der aus der südlichen Sahara herüberweht.
Kurz hinter der Grenze von Senegal haben wir in der Savanne unter einem der schönen Baobab Bäumen genächtigt.
Von Kayes geht die Weiterfahrt über eine neue Asphaltstrasse nach Sandare und Diema , dann folgen wir einer harten Wellblechpiste durch flaches dorniges Savannenland nach Bamako. Heute platzt die Hauptstadt der Republik Mali, am Fluss Niger gelegen, mit über 1,5 Millionen Einwohner und den unaufhörlich vom Land zuströmenden Menschenmassen aus allen Nähten. Die Trinkwasser- und Energieversorgung wir zum Problem. Unser Problem wird die zunehmende Hitze. Gleich am nächsten Tag verlassen wir Bamako in Richtung Segou, San, nach Mopti um dann ins Dogon - Land zu kommen.

Der Wanderschneider


Auf der Fahrt dorthin sorgte die fehlende Bewölkung und die staubige Piste für eine außergewöhnliche hohe Tagestemperatur. Es kamen die schlimmsten Tage. Morgens gegen zehn Uhr klettert das Thermometer schon auf über 40 Grad an und erreichte gegen 15 Uhr die mörderische Grenze von 48 Grad, bei einer Luftfeuchte von über 80 %. Gerädert und total ausgelaugt fallen wir gegen 20 Uhr ins Bett. Schlaflos, schweißüberströmt, bewegungslos, so liegen wir viele Nächte bei 38-39 Grad unter dem Moskitonetz. Drei Wochen lang kein Windhauch, nichts bewegte sich, diese Tage waren so grausam heiß, stickig, und feucht, wie wir sie noch nie erlebten.  Ein Besuch in einer Sauna währe bestimmt eine ersehnte Abkühlung gewesen.
Körperliche und geistige Tätigkeiten, sowie das Zubereiten einer warmen Mahlzeit wurden zur Qual. Wir leiden mit Simba, er ist nur noch am hecheln, ich benetze ihn mit Wasser und unser kleiner Ventilator, verschafft ihm etwas Luftbewegung.

 

16.06.-Mi


Mopti wird erreicht, wo Niger und Bani zusammenfließen liegt das "Venedig Westafrikas". Unseren heutigen Nachtplatz suchen wir ca. 5 Km südlich der Stadt und finden eine tolle Begegnung mit netten Kindern bei den Bauern. Wir hatten 2 Tage sehr viel Freude.

Rita mit einer Palmnuss


Mit einer Pinassefahrt auf dem Bani, erlebte ich eine sahelische Hafenstadt am Schnittpunkt der Handels- und Karawanenwege.
Filmaufnahmen bei den Menschen am Fluss, den Bootsbauern und den Händlern waren nicht einfach. Alle wollten "cateau". Wir liefen mit Simba in unserer Mitte über das Marktgelände, es war verdammt heiß. und man glaubt es kaum, für uns war immer eine freie Gasse, die Menschen hatten einfach Respekt vor so einem großen Hund. Am Südufer des Hafengeländes sahen wir das Terrassen Restaurant Le Bozo, von dem aus ich ungehindert das Treiben im Hafen filmen konnte. Ein Fischgericht aus afrikanischer Küche, die Spezialität des Hauses, war eine köstliche Abwechslung und der geflieste Terrassenboden war für Simba eine kühle Ruhestätte. Ein traumhaft schöner Blick über den Hafen und den Bani, einem Nebenfluß des Nigers eröffnete sich für uns. Die Menschen aus verschiedenen Regionen beladen ihre Pinassen mit Stoffen, Reis, Hirse, frischem Gras, Holzbündel, Schafen, Ziegen und gackernden Hühner. Ein fahnengeschmücktes Boot, von zwei stehenden Männern gestakt, das sich als schwarze Silhouette vom Horizont abhebt, gleitet vorbei. Der Wasserspiegel ist weit gesunken und die Regenzeit wird von allen mit Freude erwartet.

Pinassenfahrt auf dem Bani in Mopti


Wir übernachten im Hof einer heruntergekommenen Hotelanlage. Eine 2 Meter hohe Sichtmauer trennt uns vor der verstaubten, lärmenden Hauptstrasse. Es ist brühend heiß, eine Dusche in der verdreckten Toilette spendete nur wenig Abkühlung. Wenn diese Nacht nur schon vorbei währe.

 

18.06. -Fr.


Ein neuer Tag, wir sitzen im gekühlten Führerhaus und durchfahren eine schöne Landschaft mit Felsformationen aus aufgetürmten Sandsteinen.
Nach Bandiagara erreichen wir die Klippen der Falaise de Bandiagara.
Am Rande des Steilabbruchs ins weite flache Dogonland kommt stetiger Wind auf. Es ist herrlich hier, wir ziehen uns an einer Felswand zurück, bleiben einige Tage, erholen uns von den fürchterlichen heißen Nächten und bereiten uns auf die nächsten Filmaufnahmen vor.
Über eine Serpentinenstrasse, teils geteert, teils als Piste ausgelegt, wird der weite Talsockel des Dogonlandes erreicht. Im Ort Teli dann das aufdringliche Geschrei von Kinder: "cadeau, cadeau ". Das Betteln um ein Geschenk unterbricht ein Mann, der sich uns als Führer durch sein Dorf in der Felswand anbietet.
Moussa, wie er sich namentlich vorstellte führte mich auf den "Palaverplatz" wo ich einem alten Mann vorgestellt werde. Als ich dem Dorfältesten erzählte, dass ich eine weite Reise von Deutschland bis in sein schönes Land zurückgelegt habe, erhalte ich voller Stolz eine "Sondergenehmigung" für Filmaufnahmen in seiner Dorfgemeinde.
Man zeigt mir, wie einfache Gebrauchsgegenstände hergestellt werden. Baumwolle wird gesponnen, zu Leinenstreifen gewebt, zusammengenäht, und gefärbt. Kinder flechten Bastkörbe und überall im Dorf hört man die Tätigkeit der Frauen, das Stampfen der Mörser. Die Dogon zählen heute noch etwa 300 000 Bewohner. Ihre Dörfer "kleben" wie Schwalbennester an der 250 - 300 Meter hohen Felswand oder befinden sich zum Teil am Fuße des Kliffs. Durch einen schmalen Fußpfad erreichen wir das Dorf der Ahnen.
Moussa zeigt nach oben und erzählt, dass hier, vor Ankunft der Dongon einst eine kleine, rothäutige pygmäenähnliche Menschengruppe, die sie Telem nannten, gelebt hat. Weit oben in der Felswand bauten sie winzige Wohnungen, die sie nur mit Hilfe von Seilen erreichten.

Bei den Dogon, wohnen mit dem Rücken an der Wand


Die Archäologen nehmen an, dass sich die Dogon im 15.Jh. auf der Suche nach einer neuen Heimat und nach Vertreibung der Telem in der Region der Falaise von Bandiagara angesiedelt haben. Die Felswohnungen der Telem benützen die Dogon als Grabstätten, oder als Aufbewahrungsort für ihre mystischen Masken und Kultgegenständen, die sie im Zyklus von etwa 50 Jahren beim großen Sigui-Fest ( Reisfest) einsetzen.
Die Dogon leben überwiegend von der Landwirtschaft, das Recht, Ackerbau zu betreiben, wird bei den Dogon bei der Geburt erworben. Es gibt keine Besitzer oder Pächter, nur Nutzer.

 

22.06. -Di.


Die Nacht des ersten Regens in diesem Jahr hat sich mit einem ungeheueren Gewitter angekündigt. Wir standen gut geschützt auf einer Plattform oberhalb der Felswand. Es hat mächtig geschüttet, endlich die ersehnte Abkühlung. Wir müssen zurück nach Bamako, denn es sind noch einige Pisten zu fahren, die bei längerem Regen trotz Allrad unpassierbar werden können. Bei der Rückreise besuchen wir noch das Dorf Songo, wo die Symbole der Dogon-Mythologie unter einem Felsüberhang an die Wände gemalt wurden.

 

25.06. -Fr.


Die kurzen Regengüsse der Nacht brachten am Tage nur wenig Abkühlung. Schnell wird es heiß und schwül, die hohe Luftfeuchtigkeit treibt den Schweiß aus allen Poren. Früh morgens suchen wir die Botschaft von Burkina Faso, aber sie befindet sich nicht mehr an der bekanten Adresse, erhalten immer wieder nur wage Angaben über ihr neues Domizil. Der Zufall hilft einmal wieder weiter und ein überaus freundliches Personal bemüht sich, uns das Visum heute noch auszustellen. Je drei Passbilder, drei ausgefüllte Formulare, eine Gebühr von je 13.200.- CFA (20.-€) und nach 2 Stunden erhalten wir dann unsere Pässe mit der Aufenthaltsgenehmigung von 90 Tagen für ein Land, auf das wir uns schon sehr freuen.

 

26.06.-Sa.


Den Sonnendurchfluteten klaren Morgen nützen wir für Filmaufnahmen am Nigerufer unterhalb von Bamako. Tief beladene Pinassen, auf denen jeweils 2 Männer mit langen Stangen stakend die schlanken Boote vorantreiben, ziehen lautlos in der Mitte des Flusses vorüber.
Schilf- Bambus- und Strauchgewächse bilden eine vollkommene landschaftliche Idylle.
Der Kamerakran mit Sichtmonitor und ein zweites Stativ werden aufgebaut. Die Kameras mit Akkus frisch geladen und in Richtung Flusslauf ausgerichtet. Entlang am Flussufer kommen uns zwei weiße Toyota Landcruiser entgegen. Sie stoppen staubaufwirbelnd vor meinem aufgebauten Filmequipment. Überaus hastig entsteigen 3 Polizisten dem ersten Fahrzeug und im anderen Fahrzeug drei in zivil gekleidete Männer. In einer mir unverständlichen Sprache wird auf mich eingeredet, das Stativ mit meiner Canon Kamera XL1-s verschwindet im Kofferraum eines Fahrzeuges.

Freddy vor der Verhaftung am Nigerufer


Ich wurde festgehalten und aufgefordert in das erste Fahrzeug einzusteigen. Rita blieb mit Simba zurück und ich wollte schnellsten auf dem Polizei Hauptquartier die Sache klären. Wir fuhren etwa 3 Km weit und stoppten an einer kleinen Polizeistation. Meine Personalien wurden aufgenommen. Ich legte meine offizielle Filmgenehmigung, die ich mir bei der Einreise nach Mali besorgt habe, vor, und wurde ungesichtet eingezogen. Meine Frage warum ich hier festgehalten werde blieb ohne Antwort.
Nach einer Stunde wurde mir angeboten, meine Kamera um 50.000.- CFA ( 800.- €) zurückzukaufen, damit währe das Filmverbot aufgehoben. Ab diesem Moment war mir alles klar, ich bin in einer Touristenabzockfalle gelandet. Jetzt Zocke ich. Ich verlangte nach dem Polizeidirektor, keine Antwort. Als ich ihnen dann erklärte, dass ich mit der 2. Kamera ihre Ankunft am Ufer gefilmt habe, kam Leben in die Bude. Sie wurden unsicher.
Nachdem ich noch erzählte, dass ich meiner Frau die Anweisung gegeben habe, nach 2 Stunden meiner Abwesenheit die Deutsche Botschaft über Satellitentelefon anzurufen, zog einer der Polizisten meine Filmgenehmigung hervor. Plötzlich sah alles ganz anders aus, die Filmgenehmigung ist völlig in Ordnung, nur sollte ich darauf achten dass keine offiziellen Gebäude oder Brücken gefilmt werden und wenn ich Menschen filme, sollte ich das Cadeau, nicht vergessen. Das war mir doch schon lange klar. Sie fuhren mich zurück ans Nigerufer, wo Rita und Simba mich schon sehr erwartet haben.
Kamera mit Stativ wurde mir unbeschadet übergeben. Es folgte eine gestenreiche Entschuldigung und Beteuerung, dass alles nur ein Missverständnis gewesen währe, ich habe es so jedenfalls nicht verstanden.
Nachdem wir eine ruhige Nacht trotz Moskitos erlebt haben, wird am Vormittag das nötigste in einem Supermarkt eingekauft, Wasser und Diesel getankt und die Fahrt über 430 KM bis zur Grenze bei Sikasso nach Burkina Faso zurückgelegt. Kurz vor dem Grenzübergang biegen wir links zum Wasserfall "Chutes de Farako ab. Das erste Regenwasser in diesem Jahr fließt hier über mehrere Kaskaden in die weite fruchtbare Ebene.

Rita und Simba an den "Wasserfällen" von Farako


An Touristenzielen wird man in Mali umringt von Kindern die ein "Geschenk" möchten und von Schleppern, die sich bei jeder Gelegenheit als Führer anbieten, meist zu Wucherpreisen. Filmaufnahmen wurden in vielen Fällen nur über den Geldbeutel erlaubt. Auf den Märkten in Touristengebieten bezahlte man für einfache Grundnahrungsmittel meistens den 3 -fachen Preis, man hatte das Gefühl " über den Tisch gezogen zu werden". Die unzähligen und unverständlichen Straßenkontrollen von Polizei und Militär gaben uns noch den Rest.
Bei der ländlichen Bevölkerung waren wir Gäste, Freunde aus Allemagne und herzlich willkommen. Auf den einheimischen Märkten waren es Einheitspreise.
Bauern brachten uns frische Milch, Mangos und Eier, einfach so als Gastgeschenk, diese Gastfreundschaft haben wir ebenfalls erwidert. Es waren viele nette Begegnungen und die bleiben uns in guter Erinnerung.

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Verschiffung: Moula Moula am Haken, Bild anklicken
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